Sonntag, 11. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 67609

John Schröder: Sir Lemuel's Dance PIT3033

(lifePR) (München, ) .
- 3. Oktober 2008
Berlin A-Trane (CD-Release)
John Schröder piano, Christian Weidner alto saxophone, Oliver Potratz bass, Oliver Steidle drum

VÖ: 2. Oktober 2008 Pirouet Records/Medien Vertrieb Heinzelmann (MVH)

John Schröder piano | Christian Weidner alto saxophone Oliver Potratz bass | Oliver Steidle drums

Tom Gsteiger in Der Rheintaler 17.9.2008 (CH)

Wilde Veitstänze

Man reibt sich die Augen und traut seinen Ohren kaum: Nachdem er bereits als Gitarrist und insbesondere als entfesselter Schlagzeuger (etwa in der Kultband Der Rote Bereich) für Furore sorgte, setzt sich John Schröder nun ans Klavier und legt mächtig los. Mit einem konventionell besetzten Quartett hat Schröder auf «Sir Lemuel's Dance» acht unkonventionelle Stücke aufgenommen, die seiner eigenen, sehr lebendigen Imagination entsprungen sind. Das Resultat überzeugt auf der ganzen Linie: Hier wird hochgradig expressiver, formal anspruchsvoller Modern Jazz gespielt, das ist Action mit Tiefgang. Mit dem Altsaxophonisten Christian Weidner, dem Bassisten Oliver Potratz und dem Schlagzeuger Oliver Steidle hat Schröder Musiker um sich geschart, die den Überblick auch dann nicht verlieren, wenn die Fetzen fliegen. Die Berliner Szene präsentiert sich auf dieser CD von ihrer besten Seite.

CD-Info

Spieltrieb und schillernde Rätsel
Jetzt sitzt er am Klavier - in einem fesselnden Quartett: Die Vielfach-Begabung John Schröder mit der CD "Sir Lemuel's Dance"

John Schröder ist ein unglaublicher Musiker. Er gehört zu jenen, denen eine Doppel-Existenz nicht reicht. Er führt mindestens eine Tripel-Existenz. Zunächst kannte man ihn als Gitarristen (der zusätzlich auch Bass spielte). Dann auch als Schlagzeuger. Und auf der vorliegenden Aufnahme spielt John Schröder ausschließlich Klavier. Wer weiß, was noch alles dazu kommt, wenn noch einige Jahre vergehen! Das Erstaunliche bei diesem 1964 in Frankfurt am Main geborenen Jazzmusiker ist, dass Schröder auf jedem seiner Instrumente ein Niveau hat, wie man es höher auch nicht von ganz und gar spezialisierten Musikern erwartet. Nicht umsonst ist die Liste der großartigen Partner, mit denen John Schröder Musik gemacht hat, so beeindruckend: Randy Brecker, Joe Lovano, Enrico Rava etwa - und in längeren Projekten Roberto di Gioia und Peter Weniger sowie Rudi Mahall und Frank Möbus in dem großartigen Trio "Der Rote Bereich". Und in einer Hinsicht ist es ganz unwesentlich, welches Instrument John Schröder spielt: Bei ihm - das zeigen diese Aufnahmen eindringlich - ist die Virtuosität Mittel zum Zweck, um packende musikalische Substanz zu vermitteln. Die ist auf den acht Stücken dieser CD höchst beachtlich: Stücke von drängender Intensität spielt sein Quartett. Und all diese Stücke hat der Bandleader selbst geschrieben.

Schröder - der einst ein Frankfurter "Wunderkind" war und heute in Berlin lebt - hat in seinem Quartett hervorragende Mitstreiter. Da ist Altsaxophonist Christian Weidner, der etwa bei Albert Mangelsdorff und Gunter Hampel Erfahrungen gesammelt hat; da ist Bassist Oliver Potratz, den man nicht zuletzt aus dem Trio des Pianisten Carsten Daerr und demjenigen von Gitarrist Kalle Kalima kennt; und da ist der Schlagzeuger Oliver Steidle, John Schröders Nachfolger im Trio "Der Rote Bereich", Partner von Musikern wie Aki Takase und Alexander von Schlippenbach und ebenfalls Teil des Trios von Kalle Kalima. Sie alle gehören zur pulsierenden, lebendigen und ungemein vielseitigen jungen Berliner Szene - und sie spielen mit einer Flexibilität und Präzision, dass sich mit ihnen eine hochkomplexe und doch ungemein sinnliche Musik realisieren lässt.

Genau das trifft auf John Schröders Stücke auf "Sir Lemuel's Dance" zu.
Hochkomplex ist der Tanz, den Schröder die Band mit Metren, Skalen und Harmonien ausführen lässt. Und sinnlich dazu. Denn nirgends wirkt diese Musik kalt mathematisch oder nur intellektgesteuert. Sie springt einen an. Und sie umfängt einen auch mal mit warmen, zarten Klängen von hinreißend schöner Langsamkeit. Es ist eine Musik voller Überraschungsmomente und voll von hochkreativem Spieltrieb. Und voll spannender Rätsel. Schon der Titel der CD - "Sir Lemuel's Dance" - ist eines. "Sir Lemuel" ist der Vorname des Helden aus Jonathan Swifts geistsprühender Satire "Gullivers Reisen", und diese Anspielung eröffnet ganz weite Assoziationsräume. Das tut auch ein Titel wie "Rieselfaktor": Ist die Rieselfähigkeit einer gekörnten Subsatz gemeint oder die Stärke eines Gänsehaut-Gefühls, das einem über den Nacken oder Rücken zu rieseln scheint? Das Wort "Enibas" braucht man nur von hinten zu lesen, um einen Aha-Effekt zu haben. Aber bei einem Musiker wie Schröder bietet es sich erstens an, nie den ganz einfachen Lösungen zu trauen, und zweitens, einem Titel auch sein Rätsel zu lassen: Denn Schröders Stücke sind schillernde Gebilde, zu denen eindeutige Erklärungen nicht passen. Umso schöner, den Weiterdenk-Impuls einfach als solchen zu genießen, wenn ein Stück namens "Halbzeit" mit dem Thema des Lutherschen Weihnachtslieds "Vom Himmel hoch, da komm ich her" endet. Schrödersche Tänze aus Tönen mit funkelndem Hintersinn.

Zum hintersinnigen Funkeln kommt das sinnhafte Brillieren: In allen Stücken ist es aufregend, was an Interaktion zwischen den Musikern passiert. John Schröders Quartett ist eine Band von enormer Kommunikations-Intensität. Die schwirrende Beweglichkeit von Oliver Steidles Schlagzeug, der immer neue Farbnuancen annehmende, feine Altsax-Ton von Christian Weidner, der kraftvoll alle noch so kantigen und wechselhaften Wege grundierende Bass von Oliver Potratz und - last, but not least - das klare, akzentreiche und ganz der harmonischen und expressiven Freiheit eines Jazz ohne Eingrenzung verpflichtete Klavierspiel von John Schröder: Das alles greift hier mit einer Selbstverständlichkeit ineinander, die jazzigen Hochgenuss garantiert. Wenn Sir Lemuel zu diesen Klängen tanzen kann, dann hat er gute Beine. Und bei anderen Adressaten dürfte sich auch beim bloßen Zuhören ein starker Rieselfaktor im Nacken und Rücken einstellen.

1. Rieselfaktor 7:45 2. Sir Lemuel's Dance 11:34 3. Halbzeit 4:23 4. Mood 1697 11:29 5. Rubato 6:38 6. 7/01/1 7:45 7. Herbstzeitlos 3:54 8. Enibas 10:25

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