Samstag, 10. Dezember 2016


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Hauptvorstand des Philologenverbands Baden-Württemberg (PhV BW) tagte in Stuttgart: Stellungnahme zu den Empfehlungen des Arbeitskreises "Gymnasium 2020" verabschiedet

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- PhV BW fordert, im Zwei-Säulen-Modell das gymnasiale Profil zu schärfen, und warnt vor schleichender Überführung des gesamten Schulsystems in ein Gemeinschafts-/Gesamtschulsystem.

- PhV BW fordert anstelle eines Coaching-Systems von Klasse 5 bis 12 die Förderung in den bestehenden gymnasialen Strukturen, also durch Einführung einer Klassenlehrerstunde, durch Anrechnungsstunden bzw. Deputatsabsenkung für Fachlehrer, Verbindungslehrer, Beratungslehrer und für die Hausaufgabenbetreuung.

- PhV BW teilt die Auffassung des Arbeitskreises von einem "hohen Bedarf zur Bewahrung des Bestehenden", bezüglich der Fachlichkeit und des gymnasialen Niveaus und von einem "geringen Bedarf zur Veränderung".

- PhV BW stellt fest, dass der Arbeitskreis die Versprechungen des Kultusministeriums bezgl. der Gemeinschaftsschule offensichtlich für nicht erfüllbar hält, und sieht dies als Offenbarungseid für die Gemeinschaftsschule.

Mehr als ein Jahr hatte sich der Arbeitskreis "Gymnasium 2020" im Auftrag des Kultusministeriums mit der Entwicklung von Vorschlägen zur "Weiterentwicklung" des Gymnasiums beschäftigt und seit über einem Jahr liegt dem Kultusminister der Abschlussbericht vor. Dass der Philologenverband BW, Verband der Gymnasiallehrer, an den Beratungen nicht beteiligt wurde, war von vornherein Anlass zur Kritik. Darüber hinaus forderte der PhV BW seit Monaten Transparenz und die Veröffentlichung der Ergebnisse dieses Arbeitskreises. Dass nun eine kritische und heftige Diskussion ausgelöst wurde, als das Papier endlich - aus Sicht des Kultusministeriums ungewollt - ans Licht kam, ist auch der Geheimniskrämerei des Kultusministeriums um den Arbeitskreis zuzuschreiben. Kritikern des Papiers vorzuwerfen, sie wollten Denkverbote aussprechen, wie dies der Kultusminister wiederholt zu unterstellen versuchte, ist angesichts dieser Geheimniskrämerei sehr sonderbar.

Der PhV BW lehnt es ab, Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule in der Eingangsphase der gymnasialen Oberstufe, also in Klasse 10 des G8, mit einer zweiten Fremdsprache beginnen zu lassen, für die kein Abiturniveau mehr erreichbar ist und fragt sich, ob denn das Angebot der 2. Fremdsprache ab Klasse 6 an der Gemeinschaftsschule gar nicht ernst genommen werden kann.

Nach Auffassung des PhV BW scheint der Arbeitskreis bereits jetzt, da die 1. Tranche der Gemeinschaftsschule erst die Klasse 7 erreicht hat, zu ahnen, dass das E-Niveau (erweitertes, also gymnasiales Niveau) entgegen der Erklärung des Kultusministeriums vermutlich gar nicht erreicht werden kann. Wie in der Landtags-Drucksache 15/6603 vom 12.3.2015 nachgelesen werden kann, hält im Übrigen auch der Kultusminister die bestehenden Regelungen der Multilateralen Versetzungsordnung für den Übergang aufs allgemein bildende Gymnasium für ausreichend.

Wer die Gemeinschaftsschule ernst nimmt und wer sich - wie Ministerpräsident Kretschmann und sein Kabinett - für das Zwei-Säulen-Modell ausspricht, sollte das Profil der beiden Säulen schärfen und nicht Schritte vorsehen, die einem schleichenden Übergang in ein "Ein-Säulen-Modell" Vorschub leisten. Der Satz "Wenn ein Gymnasium dasselbe pädagogische Profil wie eine Gemeinschaftsschule anbieten möchte, sollte es Gemeinschaftsschule werden" auf Seite 3 des Arbeitspapieres lässt Grundtenor und -stoßrichtung der Arbeitskreisempfehlungen deutlich erkennen.

Der Philologenverband Baden-Württemberg hat inzwischen nach sorgfältigen internen Beratungen eine ausführliche Stellungnahme zu den Empfehlungen des Arbeitskreises "Gymnasium 2020" erarbeitet und am Freitag, 3. Juli 2015, in der Sitzung des Hauptvorstandes des PhV BW in Stuttgart verabschiedet. Der vollständige Text der Stellungnahme ist dieser Pressemitteilung als Anlage beigefügt.

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