Samstag, 10. Dezember 2016


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Aufbruch ins Vertraute

Vortrag im Nordfriesischen Sommer-Institut: Nordfriesische Maler um 1900

(lifePR) (Bredstedt, ) Das Bekenntnis zur Heimat stand für die malerische Avantgarde in Schleswig-Holstein und speziell in Nordfriesland um 1900 für Modernität und Fortschritt. So lautete eine zentrale Aussage von Dr. Bärbel Manitz in ihrem Vortrag "Aufbruch ins Vertraute. Nordfriesische Maler um 1900" im Bredstedter Bürgerhaus. Zum fünften Abend in der vom Nordfriisk Instituut ausgerichteten und von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG geförderten Reihe 18. Nordfriesisches Sommer-Institut konnte Prof. Dr. Thomas Steensen ein zahlreiches interessiertes Publikum begrüßen, das den Ausführungen der Kieler Kunsthistorikerin gebannt zuhörte.

Der Aufbruch in der Malerei, so Dr. Manitz, war ursprünglich eng verknüpft mit der Heimatliteratur, die sich als Reaktion auf die Entfaltung der modernen Gesellschaft herausbildete. Die Geschichten und Romane verharrten dabei aber oft, so die Referentin, in krasser Ablehnung der als bedrohlich und dekadent empfundenen städtischen Kultur, der sie ein allzu glattes Idyll oder gar die Heroisierung des angeblich echten und reinen ländlichen Lebens entgegensetzten.

Zu derselben Zeit, so veranschaulicht es Bärbel Manitz unterstützt von der Projektion prachtvoller Gemälde, nahm die Freiluftmalerei in Europa eine geradezu explodierende Entwicklung. Auch die Maler, die aus Nordfriesland stammten oder hier ihre künstlerische Heimat fanden, erarbeiteten sich die neuen Stile über ihre Ausbildung etwa in Düsseldorf, Weimar oder Berlin oder beispielsweise in Italien, den Niederlanden und Frankreich. Für sie war die Beschäftigung mit der Heimat keine Abwehr der Moderne, sondern ein entscheidender Zugang zum schöpferischen Umgang mit Form und Farbe.

Dr. Manitz zeigte Werke von einer ganzen Reihe von Künstlern, für die speziell die vielgestaltige Landschaft Nordfrieslands etwa in den Sylter Dünen oder in der von Grüntönen überquellenden Marsch zum malerischen "Dorado" wurde und deren Werke auf Ausstellungen in ganz Deutschland und auch im Ausland das Bild Nordfrieslands bekannt machten. Insbesondere anhand der künstlerischen Entwicklung von Hans Peter Feddersen (1848-1941) lasse sich, so die Referentin, der Weg von der gegenständlichen Malerei zum Impressionismus nachvollziehen. Der "Maler der Halligen" Jacob Alberts (1860-1941) verwandelte die Charakteristika der auf den ersten Blick öde anmutenden nordfriesischen Weite in faszinierende Farbsignaturen. Der bekannteste von allen schließlich, Emil Nolde (1867-1956), gab Nordfriesland mit seinem flachen Land und seinen Wolkengebirgen einen farblichen Ausdruck, an den sich auch die Künstlerkollegen erst spät gewöhnten, der heute aber zu den Markenzeichen Nordfrieslands zählt.

Text: Fiete Pingel

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