- Pressemitteilung BoxID 330310
Besonderer Premierengast in Berlin
Fischadler zum ersten Mal in der NABU Wildvogelstation
Was ist passiert?
Der Fischadler wurde flugunfähig und geschwächt am 16. Juni am Rand des Braunkohletagebaus bei Grötsch im brandenburgischen Spree-Neiße-Kreis gefunden und zu einer Tierauffangstation in Cottbus gebracht. Die Kollegen informierten sofort die ehrenamtlich Aktiven von Aquila e.V., die sowohl in der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin bescheid gaben als auch in der Station von AQUILA e.V. an der Woblitz. Gewöhnlich werden nämlich Adler, die in Brandenburg gefunden werden, nicht von der NABU Wildvogelstation in Marzahn ausgewildert, sondern sie werden von der Station von AQUILA e.V. nahe Fürstenberg/Havel betreut. Die brandenburgischen Kollegen haben dafür spezielle Volieren, die für die Beherbergung dieser majestätischen Vögel ausgerichtet sind. Schließlich kann ein ausgewachsener Seeadler eine Flügelspannweite von über zwei Metern haben.
Bei dem gefundenen Fischadler wäre es auch so gewesen. Aber es kam anders als alle dachten...
Flügelbruch und nervöser Magen
Am 30. Juni ergab die Untersuchung in der Kleintierklinik, dass das Tier an einem alten, ursprünglich offenen Bruch des rechten Unterarms litt, was unbehandelt den Tod bedeutet hätte, da der Fischadler nicht mehr in der Lage war zu fliegen und zu jagen. Den Tierärzten gelang es den Flügel zu stabilisieren und zu fixieren. Die Unterbringung und Auswilderung sollte nach Abschluss der medizinischen Behandlung durch die Naturschutzstation an der Woblitz erfolgen. Doch das abgemagerte Tier verweigerte in der Krankenhausbox jegliche Nahrung und die Station an der Woblitz konnte den Fischadler so schnell nicht übernehmen.
Frischer Fisch im Wuhletal schmeckt
So kam der Fischadler in die NABU Wildvogelstation, wo er eine gemütliche Freivoliere bezog. Von hier aus kann das Tier im Notfall binnen 60 Minuten in die Kleintierklinik gebracht werden, aber auch vor Ort seine Medizin bekommen.
Offenbar gefällt es dem Fischadler ganz gut in seinem Freiluftkrankenzimmer. Der Greifvogel entwickelte einen Bärenhunger! Drei Fische pro Tag (insgesamt rund 500 g) verspeist das Tier und seine Medikamente nimmt er auch ganz brav.
Wenn der Musterpatient sich weiter so prächtig entwickelt, kann er schon Mitte Juli sein Flugtraining in der Station an der Woblitz aufnehmen, denn für seine Flügespannweite von 1,20 bis 1,70 Meter sind die Volieren in der NABU Wildvogelstation ein bisschen klein.
So schön es ist, so einen beeindruckenden Vogel in der Wildvogelstation zu haben und so froh wir sind, dass der Besucher endlich wieder frisst: seine Feinschmecker-Frischfischdiät ist sehr kostspielig. Dazu kommen die Medikamente und natürlich die hohen Transportkosten durch die Transporte zu Kleintierklinik, die Fahrt nach Woblitz und dann schlussendlich die Fahrt zur Freilassung in den Südosten von Brandenburg.
Nutzen Sie die einmalige Chance, helfen Sie mit und werden Sie Pate für den Fischadler!
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