Samstag, 03. Dezember 2016


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Der Igel - ein sympathischer Nützling braucht unsere Hilfe

(lifePR) (Goldau, ) Der Igel ist eines der ältesten einheimischen Säugetiere. Die Fähigkeit, sich den immer schwieriger werdenden Lebensbedingungen anzupassen, macht ihn auch zu einem Überlebenskünstler.Trotzdem gerät der stachlige Gartenmitbewohner immer mehr unter Druck, weil ihm die nötige Lebensgrundlage entzogen wird. Mit ein paar einfachen Tricks können wir dem Igel helfen, so dass wir uns noch lange an diesem interessanten Urtier erfreuen können.

"Vor allem in der Herbst- und Vorweihnachtszeit ist es für den Igel schwierig zu überleben", sagt Martin Wehrle, Tierarzt im Natur- und Tierpark Goldau, "denn die Menschen stellen dem Igel unbewusst unzählige Fallen. Offene Lüftungsschächte und Einlaufstutzen für Öltanks sowie leere Schwimmbassins sind Todesfallen und müssen deshalb geschlossen oder richtig zugedeckt werden. Auch Netze, die unter den Bäumen liegen, sollten entfernt werden". Vor allem jedoch muss jeder der mit dem Fadenmäher oder Häcksler den Rasen schneidet, kurz vorher die Fläche absuchen und schauen, ob sich ein Igel im Gras oder in den Büschen befindet, denn diese Geräte sind absolut tödlich, weil sie alles kurz und klein hacken, egal was ihnen in den Weg kommt. Im Vergleich zu anderen Säugetieren fallen vor allem Igel dem Strassenverkehr zum Opfer, auch da lohnt es sich kurz anzuhalten und das Tier in die nahe gelegene Landschaft zu transportieren. All die Vorschläge sind einfach zu handhaben und sind ohne Kostenfolge umsetzbar.

"Mit den obgenannten einfachen Massnahmen können wir unseren Überlebenskünstlern helfen - aber vor allem können wir dem Igel seine nötigen Lebensgrundlagen wieder zurück geben indem wir in unseren Gärten die nötigen Verstecke wie z.B. Büsche, Ast-, Komposthaufen zur Verfügung stellen. So geben wir den Tieren die Möglichkeit den nötigen Winterschlaf zu machen und im Frühling seine Jungen aufzuziehen" sagt Wehrle. Schön wäre es, wenn die Hobbygärtner auf Chemie gegen Schädlinge verzichten könnten, denn Igel ernähren sich Hauptsächlich von Insekten. Da die Insekten den Pestiziden zum Opfer fallen weichen die Tiere immer mehr auf Schnecken aus, die jedoch häufig von Parasiten befallen sind und die Igel krank machen, dies wiederum schwächt sie so sehr, dass sie den Winter kaum überleben.

Damit es unseren einheimischen Säugetieren nicht an den Kragen geht, hat der Natur- und Tierpark Goldau die erwähnten Punkte in einer Checkliste aufgearbeitet, so dass wir uns auch in Zukunft an diesen stacheligen Mitbewohnern erfreuen können:

Überlebens-Checkliste für Igel:

1. Alle offenen Fallen wie leere Schwimmbassins, Lüftungsschächte und andere Öffnungen zudecken oder verschliessen.
2. Keine Netze oder Schnurknäuel herumliegen lassen.
3. Mit Fadenmäher und mobilen Häckslern nur zuvor durchkämmtes Gelände bearbeiten.
4. Dafür Laub-, Ast- und Komposthaufen nicht wegräumen - sie dienen den Igeln als überlebenswichtiges Winterquartier und Kinderstube. In diesen können sich Igel nicht nur verstecken, sie finden auch die für sie lebenswichtigen Insekten.

Wann soll ein Igel in die Pflegestation gebracht werden? Es gibt nur 2 Gründe dafür:

1. Ein Igel ist offensichtlich krank oder verletzt, wenn er sich beim Anstossen nicht mehr einkugelt, nicht wegläuft oder bei Tag im offenen Gelände herumliegt.
2. Ein Igel ist nicht fit genug, um den Winter zu überstehen, wenn er bei Schnee und Minustemperaturen unterwegs ist.

Igel sind sehr Standorttreu, deshalb sollte man die Igel in die nächstgelegene Pflegestation bringen, denn sind die Tiere wieder gesund, sollte man sie dahin zurück bringen, wo sie gefunden wurden.

Igel können an folgenden Stationen abgegeben werden:

Kanton Zug: Tierheim Allenwinden, Telefon 041 711 00 33
Kanton Luzern: Tierheim an der Ron, Telefon 041 450 00 03
Kanton Uri: Tierschutzverein Uri, Telefon 041 872 06 02
Kanton Zürich: Igelzentrum Zürich, Telefon 044 362 02 03
Kanton Schwyz: Natur- und Tierpark Goldau, Telefon 041 859 06 06

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