Montag, 05. Dezember 2016


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Staunen über die Wunder der Schöpfung - Führung durch den Nationalpark Kellerwald-Edersee

(lifePR) (Bad Wildungen/ Frankenau, ) Am Samstag, den 25. Juli, lädt Nationalpark-Führerin Dr. Beatrice van Saan-Klein zu einer besonderen Exkursion in den Nationalpark ein. Die drei- bis vierstündige Tour steht unter dem Motto „Staunen über die Wunder der Schöpfung“. Treffpunkt zur kostenfreien Führung ist um 14:00 Uhr der Wanderparkplatz Euler bei Frankenau. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wanderer denken bitte an festes Schuhwerk sowie Erfrischungsgetränke.

Dr. Beatrice van Saan-Klein ist Diplombiologin und arbeitet als Umweltbeauftragte beim Bistums Fulda. Während der Tour wird die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin in zahlreiche Geheimnisse des Buchenwaldes einführen. Gemeinsam mit den Teilnehmern wird sie sich auf eine spannende Spurensuche begeben und die Beziehungen des Menschen zum Wald und zur Region erkunden. Dr. Beatrice van Saan-Klein schlägt einen weiten Bogen vom Sonnengesang des Heiligen Franziskus über die Umweltenzyklika von Papst Franziskus mit dem „Gebet für unsere Erde“ bis hin zum Dialogforum „Religionen und Naturschutz – Gemeinsam für biologische Vielfalt“. Die Wanderer können kurzen meditativen Texten lauschen sowie die Stille des Buchenwaldes auf sich wirken lassen und diese genießen. Nationalpark-Führerin Dr. Beatrice van Saan-Klein lädt ein, mit ihr (wieder) über die Wunder der Schöpfung zu Staunen, im Kleinen wie im Großen.

Die Wanderer folgen zunächst dem Quernst-Pfad und können dort den Spuren folgen, die im Januar 2007 der Sturm Kyrill hinterließ. Hier gibt es zahlreiche geworfene Fichten und Buchen, die den Sturmböen damals nicht standhalten konnten. Auf diesen Windwurfflächen entsteht eine neue Struktur: stehendes oder liegendes Totholz und unterschiedliche Lichtverhältnisse schaffen ganz neue Lebensräume. Die Natur besitzt eine faszinierende Dynamik. Ein wilder Wald voller Schönheit entsteht. Und auch die Wildkatze, eine der seltensten Säugetierarten Deutschlands und seit 1934 streng geschützt, fühlt sich hier wohl. Nach über 60 Jahren ist dieser kleine graue Jäger auf leisen Pfoten in den Kellerwald zurückgekehrt.

Die Teilnehmer gelangen sowohl zur Ruine der Quernstkirche als auch zu der im Jahr 2006 neu erbauten Quernst-Kapelle. Bei gutem Wetter werden sie mit einer herrlichen Aussicht belohnt.

Im Ruhlauber entdecken sie einen Bereich des UNESCO-Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“, zu dem seit 2011 auch ausgewählte Bereiche des einzigen hessischen Nationalparks gehören. An der Wolfsgrube tauchen die Teilnehmer kurz in die Vergangenheit ein. Wann wurde der letzte Wolf im Fürstentum Waldeck erlegt und warum wurden die grauen Gesellen in früheren Jahrhunderten so stark bejagt? Wie entwickeln sich die aktuellen Wolfspopulationen in Deutschland?

Über den Dreiherrenstein gelangen sie zum Ausgangspunkt zurück. Die Strecke verläuft meist über Stock und Stein auf Wildnis-Pfaden. Die Nationalparkverwaltung empfiehlt festes Schuhwerk; Wanderstab oder Trekkingstöcke können hilfreich sein. Teilnehmer denken bitte an wetterfeste Kleidung, ggf. Sonnenschutz sowie eine kleine Zwischenmahlzeit, um sich während der Tour zu stärken.

Interessierte Wanderer beachten bei der Anreise bitte die Sperrung der L3085 zwischen Frankenau und Altenlotheim. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

Hintergrund Umweltenzyklika:

Für die kirchliche Umweltarbeit stellt die Enzyklika den lange erhofften und mit Vorfreude erwarteten Rückhalt auf der Ebene eines päpstlichen Lehrschreibens dar. Mit Laudato si´ hat Papst Franziskus weit mehr geleistet als eine ethische Einordnung der ökologischen Fragen nach dem klassischen Dreischritt: Sehen - Urteilen – Handeln. Neben einer sehr umfassenden und dennoch detailreichen Benennung der ökologischen Probleme, deren ethischer Bewertung und möglichen Lösungsansätze wird ganz klar herausgestellt, dass Schöpfung und deren Bewahrung eben nicht nur Umweltschutz heißt. Deshalb greifen die Bezeichnungen Umwelt-Enzyklika sowie Klima-Enzyklika viel zu kurz.

Denn Franziskus wird nicht müde hervorzuheben, „dass alles aufeinander bezogen ist und dass die echte Sorge für unser eigenes Leben und unsere Beziehungen zur Natur nicht zu trennen ist von der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit und der Treue gegenüber den anderen“ (70). Noch pointierter heißt es „Die Schöpfung ist in der Ordnung der Liebe angesiedelt. Die Liebe Gottes ist der fundamentale Beweggrund der gesamten Schöpfung“ (77). In der Aufgabe als Umweltbeauftragte in der katholischen Kirche fühle ich mich am genau richtigen Ort bestätigt, wenn der Papst zeigen möchte, „wie die Überzeugungen des Glaubens den Christen und zum Teil auch anderen Glaubenden wichtige Motivationen für die Pflege der Natur und die Sorge für die schwächsten Brüder und Schwestern bieten“. Denn es sei „ein Nutzen für die Menschheit und für die Welt, dass wir Gläubigen die ökologischen Verpflichtungen besser erkennen, die aus unseren Überzeugungen hervorgehen“ (64).

Aufgrund der engen Beziehung zwischen den Armen und der Anfälligkeit des Planeten seien Armutsbekämpfung und Umweltschutz untrennbare und zentrale Zukunftsherausforderungen. Obwohl diese Themen von früheren Päpsten schon angesprochen wurden, sind die eindeutigen Aussagen zum Klimaschutz ein Novum. Politisch bedeutsam sind die Hervorhebung des Klimas „als gemeinsames Gut“ und das Eingeständnis „dass wir uns in einer besorgniserregenden Erwärmung des Klimasystems befinden“, verbunden mit dem Aufruf an die Menschheit, „sich der Notwendigkeit bewusst zu werden, Änderungen im Leben, in der Produktion und im Konsum vorzunehmen, um diese Erwärmung oder zumindest die menschlichen Ursachen, die sie hervorrufen und verschärfen, zu bekämpfen“ (23). Franziskus hält es für „dringend geboten … den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen … Gasen drastisch zu reduzieren, zum Beispiel indem man die Verbrennung von fossilem Kraftstoff ersetzt und Quellen erneuerbarer Energie entwickelt“. Lobend erwähnt er „Investitionen in … Bauformen oder Arten der Bausanierung, um die Energieeffizienz zu verbessern“ (26). Gerade in diesem Sektor tragen wir alle als Nutzer und Betreiber kirchlicher Gebäude eine ganz besondere Verantwortung. Einige Anstrengungen haben wir im Bistum Fulda diesbezüglich schon unternommen, sowohl in den Kirchengemeinden als auch bei der laufenden Sanierung des Verwaltungsgebäudes des bischöflichen Generalvikariates, wo erfreulich mutig neue Wege beschritten werden. Dennoch gibt es in Sachen Klimaschutz auch bei uns noch sehr viel zu tun, wenn die Enzyklika fordert „dass die entwickelten Länder … den Konsum nicht erneuerbarer Energie in bedeutendem Maß einschränken und Hilfsmittel in die am meisten bedürftigen Länder bringen“ (52).

Als Geobotanikerin und Ökologin bin ich Papst Franziskus auch dankbar für die deutlichen und umfangreichen Aussagen über den Verlust der biologischen Vielfalt. Die Kernaussage ist m.E., dass es nicht genüge, „an die verschiedenen Arten nur als eventuelle nutzbare „Ressourcen“ zu denken und zu vergessen, dass sie einen Eigenwert besitzen. ... Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln“ (33). Dazu passt die durch Vertretungen von neun Religionsgemeinschaften in Deutschland getragen „Gemeinsame Erklärung“ zum Schutz der Natur und biologischen Vielfalt, welche bei einem Dialogforum „Religionen und Naturschutz – Gemeinsam für biologische Vielfalt“ in diesem Frühjahr auch unter meiner bescheidenen Mitwirkung erarbeitet und mit einer großen Übereinstimmung in Grundsatzfragen und konkreten Anregungen für die praktische Arbeit am „Tag 1 nach der Enzyklika“ vom Abrahamischen Forum in Deutschland publiziert wurde.

Als Umweltbeauftragte des Bistums Fulda freue ich mich selbstverständlich sehr über den Rücken-wind, den diese Enzyklika meiner Arbeit geben kann und schließe mich gerne der Hoffnung von Papst Franziskus an, dass die „menschliche Freiheit .. in der Lage“ ist, „die Technik zu beschränken, sie zu lenken und in den Dienst einer anderen Art des Fortschritts zu stellen, der gesünder, menschlicher, sozialer und ganzheitlicher ist“ (112).

Dr. Beatrice van Saan-Klein, Juni 2015

Weitere Informationen unter www.dbk.de/themen/enzyklika-laudato-si/

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