Mittwoch, 22. Mai 2013


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Begleitprogramm zur Ausstellung: Verlorene Moderne. Der Berliner Skulpturenfund

9. August - 27. September 2012

(lifePR) (Hamburg, ) Im Rahmen der Ausstellung "Verlorene Moderne. Der Berliner Skulpturenfund" lädt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg ein zu einer Vortragsreihe und einer Filmvorführung. Renommierte Kunsthistoriker und Provenienzforscher erläutern das Thema "Entartete Kunst" in ihren Vorträgen und beleuchten die Hintergründe. Welche Strategien verfolgte die NS-Aktion "Entartete Kunst"? Welche Kunst wurde damals im MKG gesammelt und welche Rolle spielte der damalige Direktor? Wie gelangten die wiedergefundenen Skulpturen in die Berliner Königstraße und wie wurden sie entdeckt? Wie geht man heute mit den im Nationalsozialismus beschlagnahmten Werken und ihrer Herkunftsgeschichte um? Die Vorträge behandeln diese und viele andere Fragen und werden ergänzt durch die Vorführung des NS-Propagandafilms "Venus vor Gericht" von 1941, der nur noch sehr selten gezeigt wird. Zu sehen sind darin auch Skulpturen aus der Ausstellung wie die Tänzerin von Marg Moll und der Kopf von Otto Freundlich sowie weitere, bis heute verschollene Kunstwerke. Dieser Vorführung folgt eine medienpolitische Publikumsdiskussion. Kosten: Museumseintritt von 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, zu allen Veranstaltungen des Begleitprogramms.


FILMVORFÜHRUNG

23. August 2012, 13 und 18 Uhr: Venus vor Gericht, Spielfilm, Dtl. 1941
Medienpolitisch begleitete Vorführung mit anschließender Publikumsdiskussion. In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden und dem Institut für Kino- und Filmkultur, Köln.

VORTRAGSREIHE ZUR AUSSTELLUNG

9. August 2012, 19 Uhr: Max Sauerlandts Bildhauer
Dr. Rüdiger Joppien, Kustos emer. am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

12. August 2012, 12 Uhr: Die NS-Aktion "Entartete Kunst" und ihre Auswirkung auf Hamburg / Prof. Dr. Christoph Zuschlag, Institut für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst der Universität Koblenz- Landau

16. August 2012, 19 Uhr: Die Moderne am Ende. Restbestände "Entarteter Kunst" und das Lager in der Königstraße 50 / Dr. Meike Hoffmann, Forschungsstelle "Entartete Kunst" an der Freien Universität Berlin

6. September 2012, 19 Uhr: Ausstellungsstrategien im Nationalsozialismus: Von Vorläuferausstellungen bis zur Wanderausstellung ENTARTETE KUNST 1937/38 / Dr. Gora Jain, Hochschule für Künste Bremen

13. September 2012, 19 Uhr: Ergrabene Moderne. Entdeckungen und Deutungen des Berliner Skulpturenfundes / Prof. Dr. Matthias Wemhof, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin

20. September 2012, 19 Uhr: Zur Geschichte der Sammlung Provenienzforschung am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg / Dr. Silke Reuther, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

27. September 2012, 19.30 Uhr: Die entartete Moderne und ihr amerikanischer Markt / Dr. des. Anja Tiedemann, Kunsthistorikerin

Zur Ausstellung: Im April 2012 sind die sechzehn verschollen geglaubten expressionistischen Skulpturen, die 2010 bei einem spektakulären Fund im Zuge archäologischer Grabungen vor dem "Roten Rathaus" in Berlin geborgen wurden, erstmals in Hamburg zu sehen. Fünf dieser wiedergefundenen Skulpturen stammen aus dem MKG: eine "Weibliche Büste" (vor 1931) von Naum Slutzky, eine "Stehende Gewandfigur" (1925) sowie ein "Stehender weiblicher Akt" (o.J.) von Gustav H. Wolff, eine "Figur" von Richard Haizmann sowie ein "Kopf" (1925) von Otto Freundlich. Sie kehren nach 75 Jahren zum ersten Mal wieder an ihren ursprünglichen Ausstellungsort zurück. Diese Werke bedeutender Künstler und Bildhauer der Klassischen Moderne wurden 1937 in deutschen Museen beschlagnahmt und im Rahmen der Ausstellung "Entartete Kunst" unter den Nationalsozialisten als "artfremd" diffamiert. Das macht die sechzehn Skulpturen zu einmaligen Zeugen der deutschen Geschichte. Die Arbeiten von Otto Baum, Karl Ehlers, Otto Freundlich, Richard Haizmann, Karl Knappe, Marg Moll, Karel Niestrath, Emy Roeder, Edwin Scharff, Naum Slutzky und Gustav Heinrich Wolff waren zum ersten Mal im Neuen Museum in Berlin in der Ausstellung "Der Berliner Skulpturenfund. Entartete Kunst im Bombenschutt" zu sehen. Das MKG bettet die Funde unter dem Titel "Die Verlorene Moderne. Der Berliner Skulpturenfund" in den historischen Kontext des Museums ein und beleuchtet die mutige und polarisierende Sammlungspolitik Max Sauerlandts. Er war ein großer Förderer zeitgenössischer Kunst und erwarb als erster Museumsdirektor expressionistische Skulpturen. Zusammen mit über 100 anderen Exponaten wie Skulpturen, Grafiken, Schmuck, Ausstellungsplakate und Zeitdokumenten wie Fotografien, Briefen, Akten und Inventarlisten erzählen sie von der avancierten Sammlungspolitik des MKG in den 1920er Jahren und der spannenden Recherche nach der Herkunft und dem Verbleib der Werke.

Eine Ausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle "Entartete Kunst" der Freien Universität Berlin. Für die Hamburger Station wurde die Ausstellung erweitert um Kunstwerke aus der Sammlung des MKG und aus dem Nachlass von Max Sauerlandt.

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