Sonntag, 19. Mai 2013


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Umweltminister Franz Untersteller am Bodensee

"Wir haben eine große Aufgabe und Verantwortung, den See und sein Einzugsgebiet zu schützen und auch für künftige Generationen nutzbar zu erhalten. Gewässerschutz ist eine Daueraufgabe."

(lifePR) (Stuttgart, ) Umweltminister Franz Untersteller besucht heute die Bodensee-Wasserver-sorgung in Sipplingen und unternimmt auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) eine Fahrt mit dem Schiff auf dem See.


Themen der Tour sind unter anderem die Frage der unkonventionellen Erdgasgewinnung im Bodenseebereich (Fracking) sowie der Entwurf einer EU-Richtlinie zur Ausweitung der Liste prioritärer Stoffe und die Haltung der Landesregierung dazu.

Franz Untersteller: "Der Bodensee ist das größte Trinkwasserreservoir Baden-Württembergs, Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt und wichtiges Erholungsgebiet für Menschen weit über die Landesgrenzen hinaus. Wir haben eine große Aufgabe und Verantwortung, den See und sein Einzugsgebiet zu schützen und auch für künftige Generationen nutzbar zu erhalten."

Seitens des Landes gebe es zahlreiche Initiativen und Aktivitäten im Sinne einer nachhaltigen Wasserwirtschaft in der Bodenseeregion, sagte Untersteller. Ein besonderes Augenmerk liege zum Beispiel auf der Renaturierung der Ufer- und Flachwasserzonen, wofür sich das Land im Rahmen der internationalen Gewässerschutzkommission einsetze. Eine vollständige Renaturierung des Bodenseeufers sei zwar nicht möglich. "Ich gehe aber davon aus, dass es mit vertretbarem Aufwand gelingen kann, den naturnahen Uferanteil von rund 50 auf knapp 75 Prozent zu erhöhen", so Untersteller.

Anstrengungen unternehme das Land auch bei der Reduzierung des Eintrags von Schadstoffen in das Gewässer. Habe in der Vergangenheit der Schwerpunkt des Gewässerschutzes auf Belastungen durch Phosphaten, Stickstoffen und sauerstoffzehrenden Kohlenstoffverbindungen gelegen, gehe es heute verstärkt um so genannte Spurenstoffe durch die Verwendung immer neuer Chemikalien und Arzneimittel, die ins Wasser und die Nahrungskette gelangen. Mit der "Aufrüstung" von Kläranlagen könnten Spurenstoffe herausgefiltert werden, erläuterte der Umweltminister, aktuell fördere das Land drei Ausbauvorhaben mit etwa 7 Millionen Euro.

Untersteller sprach sich bei seinem Besuch klar für das Vorhaben der Europäischen Union aus, anspruchsvolle Umweltqualitätsnormen für den Gewässerschutz zu definieren und die europaweite Wasserpolitik entsprechend weiterzuentwickeln: "Ich halte den bisher vorliegenden Richtlinienentwurf zwar nicht in allen Einzelheiten für gelungen, und es besteht noch Diskussionsbedarf. Das Ziel, das die EU verfolgt, mit anspruchsvollen Grenzwerten und der Erweiterung der Liste so genannter prioritärer Stoffe europaweit die Qualität der Gewässer zu verbessern, teile ich aber hundertprozentig, das findet meine volle Unterstützung!" Auch die geplante Erfassung von Arzneimittelrückständen in Gewässern begrüßte Untersteller: "Das Thema hat für mich einen hohen Stellenwert. Ich würde allerdings gerne auch über die richtige Strategie zur Vermeidung von Arzneimittelresten in Gewässern diskutieren, nicht nur über die Frage, wie wir sie wieder aus dem Wasser herausbekommen."

In Bezug auf die Erdgasgewinnung in der Region Bodensee-Oberrhein im Fracking-Verfahren äußerte Umweltminister Franz Untersteller gegenüber der Bodenseewasserversorgung und der AWBR erneut seine Vorbehalte. Es gebe zwar Konzessionsfelder in der Region, die den Konzessionsinhabern das Recht einräumten, Informationen über dort eventuell vorhandenes Erdgas zu sammeln und auszuwerten. Nicht verbunden sei damit jedoch das Recht, irgendwelche Bohrungen vorzunehmen.

Franz Untersteller: "Fracking ist ein Bohrverfahren, bei dem teilweise giftige Chemikalien in den Untergrund gepresst werden. Aus unserer Sicht birgt das Verfahren ein zu hohes Risiko für Umwelt und Gewässer. Erst Recht, wenn man bedenkt, dass es sich vermutlich nur um sehr geringe Erdgasmengen dreht, die gefördert werden könnten."

Fracking komme deshalb aus seiner Sicht in einer sensiblen Region wie an Bodensee und Rhein derzeit nicht in Frage.

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