Donnerstag, 20. Juni 2013


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Hochwasserrückhaltebecken Donaueschingen-Wolterdingen geht in Betrieb

16 Millionen Euro Zuschuss vom Land

(lifePR) (Stuttgart, ) Ministerialdirektor im Umweltministerium Helmfried Meinel: "Das Hochwasserrückhaltebecken Wolterdingen ist ein Schlüsselelement des Hochwasserschutzes an Breg und Donau. Allein damit können wir bei einem Starkhochwasser den Wasserpegel bei allen Anrainer-Kommunen bis Ulm deutlich senken."


Nach sechsjähriger Bauzeit haben der Ministerialdirektor im Umweltministerium, Helmfried Meinel, und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer heute (29. Juni 2012) das Hochwasserrückhaltebecken Wolterdingen am Donauquellfluss Breg in Betrieb genommen. Die Anlage in Wolterdingen bietet ein Rückhaltevolumen von 4,7 Millionen Kubikmeter, die Finanzierung der dafür benötigten 23 Millionen Euro war eine Gemeinschaftsaufgabe vom Land Baden-Württemberg (70 Prozent) und den betroffenen Kommunen entlang der Donau (30 Prozent).

Mit der Inbetriebnahme sei der technische Hochwasserschutz an der Donau in Baden-Württemberg einen entscheidenden Schritt vorangekommen, freute sich Ministerialdirektor Meinel bei der Einweihung.

"Das Becken ist ein Schlüsselelement der Hochwasserschutzanlagen an der Donau. Wenn in absehbarer Zukunft die letzten örtlichen Schutzmaßnahmen umgesetzt sind, kann ein 100-jährliches Hochwasser an der Oberen Donau bis Ulm ohne Schaden für Siedlungen abgepuffert und abgeleitet werden."

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer dankte in Ihrer Begrüßung den unzähligen Beteiligten und erinnerte an die lange Zeitdauer von Idee zur Realisierung: Rund zwei Jahrzehnte habe es gedauert von den ersten Untersuchungen über Raumordnungsverfahren, Planfeststellungsverfahren und Vereinbarungen zur Finanzierung bis hin zu einem wirtschaftlichen und ökologisch verträglichen Hochwasserschutz im Donaugebiet. Einen besonderen Dank richtete sie an das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis für die zügige und kompetente Erledigung der Verfahren und an die Stadt Donaueschingen für die kooperative Begleitung und Unterstützung des Baus mit vielen Auswirkungen auf ihr Gemeindegebiet.

Schäfer verwies aber auch darauf, dass noch einiges zu erledigen sei, bevor der Routinebetrieb beginnen könne. Möglichst schon im nächsten Winter wollen die Experten ein kleineres Hochwasser für einen Probestau nutzen, um alle Anlagenteile gründlich zu testen und die im Einstaufall erforderlichen Betriebsabläufe durchzuspielen.

Ministerialdirektor Meinel hob in seiner Rede die beispielhafte Zusammenarbeit von Land und Kommunen beim Hochwasserschutz an der Donau hervor: "Als Ergebnis einer Risikoanalyse haben seinerzeit 23 Kommunen oberhalb und unterhalb des heutigen Beckens und das Land den Bau das Hochwasserrückhaltebeckens und begleitende lokale Maßnahmen als bestes Vorsorgekonzept beschlossen. Das ist ein herausragendes Beispiel von Solidarität und ein Beispiel für große Effizienz."

Technischer Hochwasserschutz könne allerdings keine absolute Sicherheit bieten, schränkte Meinel ein. Das Naturereignis Hochwasser lasse sich nicht vollständig beherrschen, es bleibe ein Restrisiko.

"Was uns aber gelingen kann, ist die Minimierung des Risikos durch die Optimierung der Vorsorge. Und dabei sind das Becken Wolterdingen und die begleitenden Maßnahmen an Brigach, Breg und Donau ein wichtiger Beitrag."

Ergänzende Informationen:

1990 und 1995 verursachten zwei Hochwasserereignisse an der baden-württembergischen Donau, die beide im Bereich eines 100-jährlichen Abflusses lagen, sehr große Schäden. Unter diesem Eindruck hat die Landesregierung von Baden-Württemberg am 28. Januar 1992 das Integrierte Donau-Programm (IDP) beschlossen und die Umsetzung vorangetrieben. Im IDP sollen Ökologie und Hochwasserschutz verknüpft werden. Unter dem Motto "Lebensraum Donau Erhalten - Entwickeln" sollen Menschen vor dem Hochwasser der Donau geschützt und der Lebensraum Donau als Natur- und Kulturerbe erhalten werden.

Grundlage für die Maßnahmen des Hochwasserschutzes war eine Risikoanalyse. Es wurden verschiedene Hochwasserszenarien und -ereignisse simuliert und die potenziellen Schäden in den Ortslagen ermittelt. Darüber hinaus wurden für zahlreiche geplante Hochwasserschutzmaßnahmen wie Rückhaltebecken, Dämme und Deiche im Modell deren Kosten und Nutzen betrachtet. Als Ergebnis der Risikoanalyse hat sich statt der ursprünglich angedachten Variante von vier Hochwasserrückhaltebecken die Variante von einem Hochwasserrückhaltebecken und lokalen Hochwasserschutzmaßnahmen als die wirtschaftlichste erwiesen.

Alle 23 Kommunen im Donautal haben daraufhin gemeinsam mit dem Land den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens an der Breg in Donaueschingen-Wolterdingen und lokale Hochwasserschutzmaßnahmen in den jeweils betroffenen Ortslagen beschlossen. Parallel hierzu wurde in der Zwischenzeit eine Vielzahl an ökologischen Maßnahmen realisiert. Die größte und aktuellste Maßnahme wurde im Mai 2012 in Hundersingen-Binzwangen der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Hochwasserrückhaltebecken ist als Trockenbecken, also ohne Dauerstau, konzeptioniert und wird erst ab einem 5-jährlichen Hochwasserereignis eingestaut.

Der Staudamm hat eine Kronenlänge von 460 Meter und eine maximale Höhe von 18 Meter und schafft einen Stauraum von 4,7 Millionen Kubikmeter.

Bei Planung und Bau des Hochwasserrückhaltebeckens wurde großer Wert auf die Erhaltung der biologischen Durchgängigkeit der Breg für Fische und Kleinlebewesen gelegt. Zum Ausgleich der durch den Bau und Betrieb des Hochwasserrückhaltebeckens verursachten Eingriffe in Natur und Landschaft wurden im Landschaftspflegerischen Begleitplan zum Hochwasserrückhaltebecken zahlreiche naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen bestimmt, darüber hinaus etliche Vermeidungs- und Minimierungsziele.

Einzelheiten zum HRB Wolterdingen finden Sie auch im Netz unter:
http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1231068/index.html

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