Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Ausgezeichnet: MHH und Techniker Krankenkasse gewinnen 14. eGovernment-Wettbewerb

Echtzeitfernanpassung von Cochlea-Implantaten setzt sich durch

(lifePR) (Hannover, ) Beim 14. eGovernment-Wettbewerb von BearingPoint und Cisco haben die beiden Projektpartner Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Techniker Krankenkasse Niedersachsen mit der "Echtzeitfernanpassung von Cochlea-Implantaten" den ersten Platz gewonnen in der Kategorie "Bestes eHealth-Projekt 2015". Die Fernanpassung, das so genannte Remote Care Konzept, erlaubt den Patienten die heimatnahe Nachsorge - ohne auf die Kompetenz der Spezialisten aus dem Deutschen HörZentrum der HNO-Klinik der MHH zu verzichten. Bundesweit ist die MHH damit bei der Nachsorge auf kurzem Weg zu erreichen. In der Kategorie "eHealth" wurde der Nutzen durch eine bessere Versorgungsqualität, die Lösung gesellschaftlicher Problemfelder und Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen bewertet.

"Remote Care ist ein wichtiges Plus an serviceorientierter Therapie für unsere Patienten bei uneingeschränkt qualitätsvoller Nachsorge, daher freuen uns sehr, dass unsere Fernanpassung von Cochlea-Implantaten diese Auszeichnung erhalten hat", erklärte Professor Dr. Thomas Lenarz, Direktor der MHH-Klinik für Hals-,Nasen-,Ohrenheilkunde.

"Unser Ziel ist es, eine hochspezialisierte Versorgung, die an der MHH in hervorragender Qualität erbracht wird, auch dezentral für unsere Versicherten zugänglich zu machen. Dies gelingt uns durch telemedizinische Verfahren, wie die Echtzeitfernanpassung von Cochlea-Implantaten, mit deren Hilfe unsere Versicherten, nach der Operation, wohnortnah weiterversorgt werden können", sagte Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen.

Das System ist denkbar einfach: Für die CI-Fernanpassung stellt das Unternehmen auric Hörsysteme ein mit der MHH neu entwickeltes System zur Echtzeitfernanpassung mit hochauflösendem Videobild zur Verfügung, wobei aufgrund der schnellen Reaktionszeit sowie der hohen Bild- und Tonqualität die Anpassung für den Patienten fast so wirkt, als säße er dem Audiologen gegenüber. Ist die Einstellung abgeschlossen, folgen die bekannten Hörtests. Die Testumgebung entspricht den Vorgaben des Deutschen HörZentrums Hannover (DHZ) an der MHH, damit eine Vergleichbarkeit mit vorangegangenen Testergebnissen problemlos möglich und die Qualitätskontrolle mit rechtzeitiger Aufdeckung möglicher Komplikationen gewährleistet ist. Die Dokumentation erfolgt weiterhin im DHZ.

Das Angebot von Remote Care ist keine Regelversorgung, sondern eine Innovation zwischen der MHH und der Techniker Krankenkasse, die diese telemedizinische Nachsorge im Rahmen der Integrierten Versorgung bezahlt. Unter der Schirmherrschaft von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maiziere sind insgesamt 22 Finalisten in sieben Kategorien um einen der Spitzenplätze in der Liga der besten Digitalisierungsvorhaben in Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen angetreten. Die unabhängige Jury des eGovernment-Wettbewerbs besteht aus Experten in den Bereichen Verwaltungswissenschaften, IT, Gesellschaftsentwicklung und Medien. Die Preisverleihung erfolgte auf dem Zukunftskongress am 24. Juni 2015 in Berlin. Die Unternehmensberatung BearingPoint richtet seit dem Jahr 2000 gemeinsam mit dem Technologieanbieter Cisco den eGovernment-Wettbewerb aus.

Hintergrund:

Die HNO-Klinik der MHH ist international bekannt für das weltweit größte Cochlea-Implantat-Programm zur Versorgung schwerhöriger Patienten. Jedes Jahr werden hier rund 500 Patienten mit einer Innenohrprothese, dem Cochlea-Implantat (CI), versorgt. Das Cochlea-Implantat überbrückt die defekten Haarzellen im Innenohr und reizt den Hörnerv direkt. Damit ist das CI die weltweit einzige Prothese, die einen ausgefallenen menschlichen Sinn ersetzt: den Hörsinn. Voraussetzung für diese hochspezialisierte medizinische Leistung ist jedoch ein erfahrenes Team mit der entsprechenden chirurgischen und therapeutischen Expertise, wie die MHH dieses eben bietet.

Bereits 1984 hat die MHH die erste CI-Operation durchgeführt und den weltweiten Siegeszug dieses Hörsystems begründet. Bis heute haben mehr als 7.000 Patienten an der MHH ein CI erhalten, sind dadurch beruflich und gesellschaftlich integriert, können Bildungschancen wahrnehmen - und gehörlos geborene Kinder können dank CI und rechtzeitiger Versorgung das Sprechen lernen und später die Regelschule besuchen. Weitere Schwerpunkte der HNO-Klinik bestehen im Bereich der Hörgeräteversorgung und deren Weiterentwicklung, der Früherfassung kindlicher Schwerhörigkeit, der Diagnostik und Behandlung von Innenohrschwerhörigkeiten einschließlich Tinnitus. Die Behandlung der Patienten basiert auf der eng verzahnten Zusammenarbeit zwischen HNO-Klinik, DHZ, Akustikern, Produktherstellern und Wissenschaftlern bis zur Entwicklung neuer Medizinprodukte.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Daniela Beyer, HNO-Klinik unter Telefon (0511) 532-3016 oder www.mh-hannover.de/ci.html, www.mhh-hno.de sowie www.hoerzentrum-hannover.de

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