Dienstag, 06. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 340093

Ergebnisse zum 1. Halbjahr 2012

(lifePR) (Wien, ) .
- Umsatz behauptet
- Solide Ergebnisentwicklung durch Einmaleffekte belastet
- Hohe Auslastung im ersten Halbjahr - Kunden disponieren jedoch zunehmend vorsichtiger
- Expansionskurs fortgesetzt

Die Mayr-Melnhof Gruppe hat erwartungsgemäß das erste Halbjahr 2012 aufgrund von Einmalaufwendungen aus der Schließung des englischen Faltschachtelstandorts in Liverpool trotz solider Entwicklung mit einem niedrigeren betrieblichen Ergebnis als im Vorjahr abgeschlossen. Im laufenden Geschäft zeigte sich die Nachfragedynamik zu Jahresbeginn als kurzzeitiger Auffülleffekt der Supply Chain, dem zunehmende Volatilität und Verhaltenheit auf unseren europäischen Kernmärkten folgten. Aufgrund der breiten geographischen Ausrichtung sowie der Fokussierung auf nachhaltige Verbrauchsgüter gelang es aber, die Auslastung in den ersten sechs Monaten sowohl in der Kartonerzeugung als auch in der Kartonverarbeitung insgesamt auf hohem Niveau zu halten. Stark intensiviertem Wettbewerb steht allerdings bislang keine nachhaltige Unterstützung auf den Beschaffungsmärkten gegenüber.

Vor diesem Hintergrund bleibt es unser Ziel, die Margen durch höchstmögliche Preisdisziplin, Kosteneffizienz und Flexibilität bestmöglich zu sichern. Die laufenden operativen Optimierungen schaffen die Basis dafür.

In Lateinamerika wurde die Expansion durch den Erwerb einer Beteiligung am größten kolumbianischen Faltschachtelerzeuger strategiegemäß fortgesetzt. In Europa wird MM Packaging am deutschen Standort Trier Anfang September das weltweit modernste Entwicklungszentrum für Verpackungstiefdruck in Betrieb nehmen, mit dem Ziel neue Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen. Dem dynamischen Wachstum in Polen entsprechend, wird aktuell ein hochmodernes Faltschachtelwerk in Bydgoszcz errichtet, welches als dritter polnischer Verpackungsstandort im Januar 2013 die Produktion aufnehmen wird.

Mit 975,0 Mio. EUR lagen die konsolidierten Umsatzerlöse 1,3 % unter dem Vorjahr (1. HJ 2011: 988,2 Mio. EUR). Einer Verbesserung der Durchschnittspreise bei MM Packaging stand ein Rückgang im Verkaufsvolumen bei MM Karton gegenüber.

Das betriebliche Ergebnis verzeichnete einen Rückgang um rund 14,7 % bzw. 13,6 Mio. EUR auf 79,1 Mio. EUR, wobei darin rund 9 Mio. EUR als einmalige Aufwendungen im Zusammenhang mit der Schließung des englischen Verpackungswerks in Liverpool zu verbuchen waren. Die Operating Margin des Konzerns ermäßigte sich diesem Sondereffekt entsprechend von 9,4 % auf 8,1 %.

Die Finanzerträge beliefen sich auf 1,5 Mio. EUR (1. HJ 2011: 2,1 Mio. EUR), die Finanzaufwendungen auf -3,0 Mio. EUR (1. HJ 2011: -2,7 Mio. EUR).

Das sonstige Ergebnis lag bei -5,7 Mio. EUR (1. HJ 2011: -3,3 Mio. EUR), da aus der Beteiligungsaufstockung am chilenischen Faltschachtelerzeuger Marinetti von 70 % auf 100 % ein einmaliger Aufwand in Höhe von 4,2 Mio. EUR auszuweisen ist.

Das Ergebnis vor Steuern betrug demnach 71,9 Mio. EUR (1. HJ 2011: 88,8 Mio. EUR). Die Steuern vom Einkommen und Ertrag lagen bei 20,7 Mio. EUR (1. HJ 2011: 24,8 Mio. EUR), woraus sich ein effektiver Konzernsteuersatz von 28,8 % (1. HJ 2011: 27,9 %) errechnet.

Der Periodenüberschuss erreichte somit 51,2 Mio. EUR (1. HJ 2011: 64,0 Mio. EUR). Im ersten Halbjahr 2012 befand sich ein einfacher gewichteter Durchschnitt von 19.984.740 Aktien im Umlauf, wodurch sich der Gewinn je Aktie mit 2,55 EUR (1. HJ 2011: 3,18 EUR) ermittelt.

VERLAUF DES 2. QUARTALS

Im Anschluss an die kurzfristige Nachfragebelebung zu Jahresbeginn zeigte sich der Auftragseingang während des zweiten Quartals analog zur konjunkturellen Abschwächung in Europa bereits deutlich verhaltener. Dies manifestierte sich auch in einer signifikanten Zunahme der Wettbewerbsintensität sowohl im Karton- als auch im Faltschachtelgeschäft, obgleich die Beschaffungsmärkte noch kaum Aufweichungen zeigten.

MM Karton gelang es jedoch durch verstärkten Absatzfokus auf außereuropäische Märkte die Kapazitätsauslastung mit rund 97 % auf dem Niveau des ersten Quartals zu halten (Q1 2012: 97 %; Q2 2011: 99 %). Niedrigere Durchschnittspreise sowie gestiegene Inputpreise, insbesondere für Altpapier, ließen aber die Operating Margin auf 5,5 % zurückgehen (Q1 2012: 7,2 %; Q2 2011: 7,6 %).

MM Packaging konnte trotz Einmalaufwendungen aus der Werksschließung Liverpool die Operating Margin mit 8,9 % sowohl auf dem Niveau des ersten Quartals 2012 (8,8 %) als auch des Vergleichsquartals 2011 (8,7 %) halten. Wesentliche Unterstützung lieferte insbesondere die solide Entwicklung im Bereich Zigarettenverpackung.

Das betriebliche Ergebnis des Konzerns erreichte somit 37,0 Mio. EUR (Q1 2012: 42,1 Mio. EUR; Q2 2011: 42,7 Mio. EUR), wodurch eine Konzern Operating Margin von 7,7 % (Q1 2012: 8,5 %; Q2 2011: 8,7 %) erzielt wurde.

Der Periodenüberschuss belief sich auf 22,7 Mio. EUR (Q1 2012: 28,5 Mio. EUR; Q2 2011: 28,6 Mio. EUR).

AUSBLICK

Die Großwetterlage mit Rezessionsindikation auf unseren europäischen Hauptabsatzmärkten hält an. Verhaltene und kurzfristige Planung prägen die Nachfrage nach Karton und Faltschachteln, deutlich intensivierter Wettbewerb das Angebot. Vor diesem Hintergrund setzen wir auf höchstmögliche Flexibilität und Kosteneffizienz zur bestmöglichen Behauptung unserer Margen und Marktanteile. Aufweichungen bei einzelnen Rohstoffpreisen erscheinen aktuell nur von kurzer Dauer und liefern damit auch weiterhin keine nachhaltige Unterstützung.

Daher rechnen wir für die Entwicklung im dritten Quartal mit wenig Veränderung des Geschäftsverlaufs. Unsere Investitionsaktivität bleibt ungebrochen, mit dem Ziel unsere Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit nachhaltig zu erhalten und auszubauen. Dynamisch zeigt sich die Entwicklung unserer jüngsten Expansionsschritte, die wir risikobewusst mit dem Fokus auf Zukunftsmärkte fortsetzen werden.

War das Kartongeschäft zu Jahresbeginn noch durch eine spürbare Belebung im Zuge des Wiederauffüllens der Supply Chain gekennzeichnet, haben Vorsicht und kurzfristige Disposition analog zur Konjunkturentwicklung im Hauptmarkt Europa den weiteren Nachfrageverlauf bis Jahresmitte geprägt. Der durchschnittliche Auftragsstand lag demnach mit 75.000 Tonnen zwar unter dem Vergleichswert des 1. Halbjahres 2011 (125.000 Tonnen), verzeichnete aber während der Berichtsperiode eine insgesamt stabile Entwicklung. Dies gelang vor allem durch verstärkte Belieferung außereuropäischer Kunden ab dem zweiten Quartal.

In der Folge waren die Kapazitäten von MM Karton im ersten Halbjahr 2012 mit 97 %, wie im Vorjahr (1. HJ 2011: 99 %), nahezu voll ausgelastet.

Auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere beim strategischen Rohstoff Altpapier, zeigten sich nach einer neuerlichen Hausse erst gegen Jahresmitte Anzeichen einer Entspannung, wodurch der Druck auf die Margen hoch blieb.

Ähnlich wie im Vorjahr wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 788.000 Tonnen Karton produziert (1. HJ 2011: 797.000 Tonnen), während die verkaufte Menge um rund 4,7 % auf 765.000 Tonnen zurückging (1. HJ 2011: 803.000 Tonnen). Davon wurden 81 % in Europa und 19 % auf außereuropäischen Märkten abgesetzt.

Analog reduzierten sich die Umsatzerlöse um 5,3 % von 492,5 Mio. EUR auf 466,5 Mio. EUR. Sowohl mengenbedingt als auch infolge niedrigerer Durchschnittspreise und gestiegener Kosten erreichte das betriebliche Ergebnis 29,5 Mio. EUR nach einem Rekordwert von 43,3 Mio. EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres. Die Operating Margin belief sich somit auf 6,3 % (1. HJ 2011: 8,8 %).

Parallel zur Gesamtwirtschaft war das Faltschachtelgeschäft in Europa im ersten Halbjahr 2012 sowohl durch die allgemeine Konsumabschwächung als auch einen deutlichen Lagerabbau bei den Kunden gekennzeichnet. Entsprechend hat sich der Preiswettbewerb in der ersten Jahreshälfte stark intensiviert.

Mit dem Fokus auf Kostenführerschaft und attraktive Marktsegmente sowie Hocheffizienz in der Fertigung konnte sich MM Packaging aber auch unter den gestiegenen Herausforderungen des Marktes in den ersten sechs Monaten des Jahres gut behaupten und die Ertragskraft sowohl im Vergleich zur Vorjahresperiode als auch gegenüber dem Vorquartal halten.

Die zunehmende Heterogenität bei Auslastung und Ergebnisbeitrag der einzelnen Werke, vor allem bedingt durch die spezifische Ausrichtung nach Region und Absatzbereich, bleibt jedoch evident. Robust zeigten sich im ersten Halbjahr insbesondere die Bereiche Zigaretten- und Lebensmittelverpackung, wobei ersterer eine besonders erfreuliche Dynamik aufwies.

Dem veränderten Produktmix entsprechend und infolge von effizienzbedingten Materialeinsparungen lag die verarbeitete Tonnage mit 323.000 Tonnen um 22.000 Tonnen unter dem Vergleichswert des Vorjahres (1. HJ 2011: 345.000 Tonnen).

Die Umsatzerlöse überstiegen mit 560,6 Mio. EUR preisbedingt dennoch knapp den Vorjahreswert. Trotz hoher einmaliger Aufwendungen aus der Schließung des Faltschachtelwerkes in Liverpool, konnte das betriebliche Ergebnis mit 49,6 Mio. EUR auf dem Niveau der ersten sechs Monate 2011 gehalten werden. Dies gelang insbesondere infolge der positiven Entwicklung im Bereich Zigarettenverpackung. Die Operating Margin blieb daher mit 8,8 % stabil (1. HJ 2011: 8,9 %).

Weitere Informationen im Anhang.

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