- Pressemitteilung BoxID 333535
Positionsbestimmung von Muskelproteinen
Max-Planck-Wissenschaftler beobachten Grundlage der Muskelbewegung mit bislang unerreichter Schärfe
Die zentrale funktionelle Einheit, das Sarkomer, eines Muskels besteht aus Aktin-, Myosin- und Tropomyosin-Proteinen. Damit sich ein Muskel zusammenziehen kann, muss das Myosin an den fadenförmigen Aktinmolekülen entlang gleiten. Zusammen mit Troponin reguliert Tropomyosin die Muskelkontraktion, indem es steuert wann Myosin an Aktin gebunden ist. Im Ruhezustand blockieren Tropomyosin und Troponin die Bindungsstelle für Myosin am Aktinfilament. Der Myosinkopf befindet sich dann in 90 Grad Stellung. Erst durch einströmendes Calcium, das an die Regulationsproteine andockt, wird die Bindungsstelle am Aktinfilament frei gelegt. Der Myosinkopf dockt an diese an, ändert seine Konformation und knickt gelenkartig ab, wobei er das Aktin mit sich zieht. Das aneinander Vorbeigleiten der Filamente führt zu einer Verkürzung des Sarkomers und somit zum Zusammenziehen des Muskels.
Die diesem Modell zugrundeliegende Wechselwirkung zwischen Aktin, Myosin und Tropomyosin konnten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für molekulare Physiologie in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover, der Ruhr-Uni Bochum und der University of Texas in Houston, nun erstmals im Detail zeigen. Dank der verbesserten technischen Möglichkeiten im Bereich der Elektronenmikroskopie erhalten Stefan Raunser und seine Kollegen erstmals einen genauen Einblick in die strukturellen Elemente des Muskels. „Ein wichtiger Schritt um das Zusammenspiel der einzelnen Proteine innerhalb der funktionellen Strukturen des Muskels zu verstehen“, sagt Raunser.
So bestimmten sie beispielsweise die genaue Position von Tropomyosin auf dem Aktin-Filament im Myosin-gebundenen Zustand und zeigten durch die im Detail sichtbar gemachte Struktur des Komplexes, dass Aktin tatsächlich Konformationsänderungen in Myosin bewirkt. Vergleiche mit Moysinstrukturen in anderen Zuständen ermöglichen es den Forschern, das Zusammenspiel von Myosin und Aktin während der Muskelkontraktion zu beschreiben. „Wir haben so etwas wie eine Landkarte für Biochemiker gebastelt. Für sie wird es durch unsere Ergebnisse künftig leichter Prozesse und Abläufe innerhalb der Muskulatur zu verstehen“, so Raunser.
Darüber hinaus sind die Ergebnisse aus medizinischer Sicht von hoher Relevanz. Das menschliche Herz ist der wichtigste Muskel im menschlichen Körper, funktioniert er nicht optimal, so kann dies zum Tod führen. Fehlfunktionen innerhalb des Herzens hängen oft mit Punktmutationen zusammen. Die Aufnahmen der Max-Planck-Forscher ermöglichen nun erstmals diese Mutationen genau zu positionieren. „Die genaue Position der Mutationen zu erkennen ist eine Grundvoraussetzung um Therapien für solche Herzerkrankungen zu entwickeln“, sagt Stefan Raunser.
Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren
Klonen weltweit verbieten
, Gesundheit & Medizin, Kolpingwerk Deutschland
"Das Klonen von menschlichen Embryonen ist und bleibt ethisch völlig unvertretbar. Dabei kann es nicht darauf ankommen, welches Ziel durch das Klonen verfolgt wird....
Kundenbefragung: Gesetzliche Krankenversicherungen
, Gesundheit & Medizin, DISQ Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH & Co. KG
Gesetzliche Krankenkassen (GKV) sollen mehr leisten als nur die Kostenübernahme für die medizinische Versorgung ihrer Mitglieder. Die Versicherten erwarten ebenso...
Bayer beantragt Zulassung für Entwicklungspräparat Riociguat für die Behandlung von Patienten mit chronisch-thromboembolischem Lungenhochdruck in Japan
, Gesundheit & Medizin, Bayer HealthCare AG,Leverkusen
Bayer HealthCare hat in Japan den Zulassungsantrag für das oral wirksame Entwicklungspräparat Riociguat zur Behandlung der chronisch-thromboembolischen pulmonalen...



