Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Leipziger Buchmesse fokussiert auf junge Literatur, Bildungsthemen und den Schwerpunkt Südosteuropa

Neu: Ausstellung der Musikverlage und Lateinamerika-Programm

(lifePR) (Leipzig, ) Ein optimistischer Branchenauftakt für das Jahr 2010: In gewohntem Umfang präsentiert die Leipziger Buchmesse 2.071 Aussteller auf 65.000 Quadratmetern Fläche. Die Verlage kommen aus 39 Ländern. Das Lesefest der Leipziger Buchmesse hält sich weiter auf Rekordniveau: Mit über 2.000 Veranstaltungen und 1.500 Autoren ist "Leipzig liest" das weitaus größte Lesefest in Europa. Gelesen wird nicht nur auf der Messe, sondern an rund 300 Orten in ganz Leipzig.

"Leipzig ist eine extrem lebendige Literaturstadt, davon können Sie sich in den nächsten Tagen wieder überzeugen", sagte Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, zu Beginn der Veranstaltung. Vor allem in den Segmenten Belletristik, Leseförderung/ Bildung und bei den kleinen unabhängigen Verlagen gäbe es eine erfreuliche Stabilität. "Auch unsere mittel- und osteuropäischen Nachbarn halten ihre schon traditionelle Präsenz in Leipzig nicht nur aufrecht - sie zeigen sich 2010 literarisch von ihrer besten Seite. Zum ersten Mal ist diesmal sogar Bosnien und Herzegowina mit einer offiziellen Präsentation dabei." Darüber hinaus verwies Buhl-Wagner auf zwei neue Themen der Leipziger Buchmesse. So wurde erstmals ein eigener Bereich für Musikverlage eingerichtet, der zur Premiere 20 Aussteller versammelt. Das Interesse der Branche sei groß, und für 2011 werde schon am Ausbau des neuen Segments gearbeitet. Zudem habe sich das internationale Sichtfeld der Leipziger Buchmesse erweitert: Aus Anlass des 200. Jubiläums seiner Unabhängigkeit präsentiert Lateinamerika ein umfangreiches Programm und zehn seiner bekanntesten Autoren.

Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, unterstrich bei Messeauftakt die Bedeutung der Branchenplattform: "Die Leipziger Buchmesse hat ihr Format für die Zukunft bereits gefunden: Sie ist die Messe der Leser und Autoren, sie ist die Messe der Begegnungen mit dem Wort. Davon leben wir, davon lebt die Literatur, und davon lebt das Buch - in jeder Form und in allen seinen Formaten."

Preis der Leipziger Buchmesse

Die Messe startet am Donnerstag mit einem Höhepunkt für den Buchmarkt und die Medien: 16.00 Uhr beginnt die Verleihung zum Preis der Leipziger Buchmesse. Die renommierte Auszeichnung wird alljährlich an die besten Bücher des Frühjahrs verliehen. Nominiert sind je fünf Bücher in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzungen. Dotiert ist der Preis der Leipziger Buchmesse mit insgesamt 45.000 Euro.

Südosteuropäische und lateinamerikanische Literatur

Ein Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse ist erneut die Literatur Südosteuropas. Mehr als 60 Mitwirkende aus 13 Ländern bestreiten das bislang größte Südosteuropaprogramm auf der Messe. Immer mehr Balkanländer, in diesem Jahr erstmals Bosnien und Herzegowina, entdecken Leipzig als Plattform, sich im deutschsprachigen Literaturmarkt zu etablieren.

Das Thema des "Autorenspecials", organisiert von der Leipziger Buchmesse und dem Literarischen Colloquium Berlin, lautet diesmal "Krise! Welche Krise?". Den Anlass dafür liefern die Folgen der vielzitierten Finanz- und Wirtschaftskrise: höhere Arbeitslosigkeit, Unternehmens- und Staatsbankrotte und vor allem die weltweite Verunsicherung. Sechs europäische Schriftsteller - Friedrich Christian Delius (Deutschland), Andri Snær Magnason (Island), László Földényi (Ungarn), Eugenijus Ališanka (Litauen), Georgi Gospodinov (Bulgarien) und Natalja Kljutscharjowa (Russland) - wurden eingeladen, ein Essay über eigene Erfahrungen mit der Krise zu schreiben und es in Leipzig erstmals öffentlich zu lesen. Das "Autorenspecial" wird 2010 wieder vom Auswärtigen Amt unterstützt.

Aus Anlass des 200. Jahrestags der Unabhängigkeit Lateinamerikas nimmt zum ersten Mal ein Verbund von neun lateinamerikanischen Ländern an der Leipziger Buchmesse teil. An einem Gemeinschaftsstand stellen die Botschaften von Argentinien, Chile, der Dominikanischen Republik, Ecuador, Kolumbien, Kuba, Nicaragua, Panama und Uruguay sowie das Ibero-Amerikanische Forschungsseminar der Universität Leipzig Autoren sowie Bücher ihrer Länder vor.

Thema Musik

Mit einem eigenen Ausstellungsbereich präsentieren sich in Halle 5 zum ersten Mal rund 20 Musikverlage auf der Leipziger Buchmesse. Damit wird auch die langjährige Tradition Leipzigs als Musikverlagsstadt unterstrichen.

Der neue Messebereich informiert Besucher über das Programm von Musikverlagen wie Edition Peters, Schott Music und Breitkopf & Härtel. Begleitet wird die Ausstellung von einem Musik-Café des Leipziger Klang Quartiers mit Bach-Archiv, Mendelssohn-Haus, Schumann-Haus und dem Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig sowie einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm.

"Leipzig liest" mit zwei Nobelpreisträgern

Mit Herta Müller und Günter Grass sind in diesem Jahr gleich zwei Nobelpreisträger auf der Leipziger Buchmesse zu Gast. Außerdem werden bekannte Romanciers, Lyriker und Sachbuchautoren in der Buchmessestadt erwartet, so Eugenijus Ališanka, Tahar Ben Jelloun, Volker Braun, György Dalos, Friedrich Christian Delius, László Földényi, Arno Geiger, Frank Goosen, Georgi Gospodinov, Axel Hacke, Peter Härtling, Christoph Hein, Jana Hensel, Dževad Karahasan, Wulf Kirsten, Natalja Kljutscharjowa, Angela Krauß, Georg Kreisler, Reiner Kunze, Nadja Küchenmeister, Bernd-Lutz Lange, Marjaleena Lembke, Paul Maar, Andri Snær Magnason, Kristof Magnusson, Clemens Meyer, Alexander Osang, Emine Sevgi Özdamar, Thomas Pletzinger, Tilmann Rammstedt, Zé do Rock, Julia Schoch, Ingo Schulze, Martin Suter, Javier Tomeo, Jachym Topol, Richard Wagner, Alissa Walser und Martin Walser.

Der Auftritt junger Literatur in Leipzig - Leseinsel Junge Verlage

Auch dem deutschsprachigen literarischen Nachwuchs bietet das Lesefest ein Forum, denn: Heute noch als Geheimtipp gehandelte Autoren und Verlage könnten schon morgen umworbene Stars sein. 25 Independent Verlage aus Deutschland, österreich (Luftschacht aus Wien, Milena Verlag aus Wien) und der Schweiz (Bilger Verlag aus Zürich, Salis Verlag aus Zürich) präsentieren sich auf einer eigenen Leseinsel Junge Verlage.

Ein Drittel der Messe für den Lesenachwuchs

Die Kinder- und Jugendliteratur nimmt auch 2010 einen großen Raum auf der Leipziger Buchmesse ein. über ein Drittel der Messefläche (25.000 Quadratmeter) ist dem Lesenachwuchs gewidmet. Im Programm stehen etwa 400 Lesungen, Workshops und Aktionen für Kinder und Jugendliche. Gemeinsam mit den ausstellenden Verlagen organisiert die Leipziger Buchmesse außerdem rund 150 Lesungen in Leipziger Schulen und Kindergärten.

Für Lehrer und Erzieher wurden wieder 150 Veranstaltungen zur Information und Fortbildung konzipiert. Zu den Ausstellern im Bereich Leseförderung gehören marktführende Schulbuch- und Bildungsverlage sowie Anbieter von Lernspielen und Kindergartenausstattungen.

"Leipzig hört": über 100 Aussteller und ein vielfältiges Programm

Einen eigenen großen Bereich bildet das Hörbuch in Halle 3 und den zahlreichen Fach- und Publikumsveranstaltungen im ARD-Hörbuch-Forum und im FOCUS-Hörbuchcafé. 2010 beteiligen sich mehr als 100 Aussteller, darunter alle renommierten Hörbuch-Verlage sowie sämtliche ARD-Rundfunkanstalten. Die Lesungen, Präsentationen, Vorträge und Podiumsdiskussionen sprechen Fachbesucher, Fans der Hörbuchszene und Journalisten gleichermaßen an. Angekündigt haben sich unter anderem Ben Becker, Oliver Rohrbeck und Günter Grass. Zudem wird ein großes Sprecher-Casting stattfinden, mit Finale am Messesamstag im FOCUS-Hörbuchcafé. Die "Initiative Hören" wartet mit Aktionen für junge Audio-Fans auf und zeigt, wie man Hörspiele selbst produzieren kann.

Begleitet wird die Leipziger Buchmesse von der 16. Leipziger Antiquariatsmesse (18. bis 21. März 2010). Vom 15. bis 18. März findet der 4. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek im Congress Center Leipzig (CCL) statt.

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