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"Qualifizierte Trainer sind die Grundvoraussetzung"
LSB-Vizepräsident Werner Schröter im Interview über die künftige Herausforderungen des Leistungssports und rheinland-pfälzischen Medaillenhoffungen bei Olympia
Herr Schröter, wie zufrieden sind Sie mit der Zahl der rheinland-pfälzischen Olympiastarter?
Sehr zufrieden, auch wenn diese Zahl noch höher hätte sein können, hätten nicht Verletzungen Athletinnen und Athleten daran gehindert, nach London zu fahren. Ich bin überzeugt, dass etwa Speerwerfer Till Wöschler auf jeden Fall bei den Spielen an der Themse dabei gewesen wäre. Sylvia Semkowicz von der LG Rhein-Wied, die für die 4 x 400 Meter-Staffel in Frage gekommen wäre, musste auch die Segel streichen. Ich hoffe nun, dass andere Athletinnen und Athleten, bei denen die Qualifikation noch aussteht, sich nicht auch noch verletzen.
Wer sind aus Ihrer Sicht die größten Medaillenhoffnungen?
Vorneweg nenne ich Miriam Welte, Weltmeisterin im Teamsprint der Bahnradfahrerinnen. Von ihr erhoffe ich mir doch, dass sie etwas mitbringt. Immer rechnen muss man mit Florettfechter Peter Joppich. Freiwasserschwimmerin Angela Maurer zähle ich ebenfalls zu den ganz heißen Medaillenkandidaten. Und die ewig junge Trampolinturnerin Anna Dogonadze ist stets für eine Überraschung gut. Aber auch bei Richard Schmidt und dem Deutschland-Achter kann ich mit nicht vorstellen, dass sie leer ausgehen. Bei Christian Reif bin ich mir fast sicher, dass er einen Sprung raushaut, mit dem er vorne dabei ist. Nicht zuletzt wird es den Stabhochsprung-Trainern bestimmt gelingen, ihre Athleten zum rechten Zeitpunkt in Topform zu haben.
Der LSB legt großen Wert auf die Entwicklung und Förderung eigener Talente. Seit wann ist das so - und warum hat man diesen Weg gewählt?
Ich gehe davon aus, dass der LSB schon lange vor meiner Zeit Wert gelegt hat auf die Entwicklung eigener Talente. Dass es immer wieder vorkommt und man nicht Nein sagt, wenn ein Athlet aus einem anderen Bundesland anklopft und sagt, er will zu einem unserer Vereine, ist verständlich. Aber die gezielte Anwerbung sollte man unterlassen und Wert darauf legen, eigene Athleten an die Spitze zu führen. Das gelingt uns sehr gut - und das ist unsere Aufgabe.
Überall wird gespart: Wie bange muss einem um die Finanzierung des Leistungssports sein?
Ich erwarte, dass durch die Hinzunahme der rheinland-pfälzischen Sporthilfe als sechster Destinatär bei der Glücksspirale zusätzliche Mittel akquiriert werden können und hoffe, dass das Land Rheinland-Pfalz den Sport weiterhin wie bisher fördern wird. Da habe ich aber keine Bange, weil um die Wichtigkeit des Leistungssports eigentlich alle wissen. Ich glaube, da sind wir bei unseren Politikern gut aufgehoben.
Was sehen Sie als die größte Herausforderung in den kommenden Monaten und Jahren an?
Wir müssen sehen, dass wir die qualifizierten Trainer, die wir haben, halten und neue qualifizierte Trainer nachbilden. Das ist meines Erachtens eine Grundvoraussetzung für den Leistungssport. Außerdem müssen die Trainingsstätten optimiert, stets und ständig der Entwicklung angepasst werden. Wir brauchen leistungsstarke Verbände, leistungswillige Vereine und motivierte und qualifizierte Trainer. Das ist die Notwendigkeit der Zukunft.
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