Donnerstag, 23. Mai 2013


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Die Technik des "Fracking" ist kritisch zu betrachten

Die Risiken für das Grundwasser sind zu groß

(lifePR) (Stuttgart, ) Der LNV schließt sich der kritischen Einschätzung von "Fracking" zur Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten durch die Umweltministerkonferenz an. Beim LNV hält man auch ein Verbot für möglich.


Die vorsichtige Einschätzung von "Fracking" durch Umweltministers Franz Untersteller kann der LNV voll und ganz nachvollziehen. Untersteller hatte unter anderem betont, dass Baden-Württemberg von der Bundesregierung ein Moratorium fordere, wonach in Deutschland keine Bohrungen mit Anwendung der Fracking-Methode unter Einsatz wassergefährdender Stoffe durchgeführt werden solle bis gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über die Risiken dieser Technologien vorlägen.

"Zudem sind weitere Schritte bis hin zu einem Verbot unerlässlich, um mit Sicherheit Verunreinigungen für das Grundwasser zu vermeiden", davon ist Dr. Wilhelm Schloz, LNV-Vorstandsmitglied und Referent für Geologie, Grundwasser und Geothermie überzeugt.

Unter "Fracking" versteht man die Gewinnung von Schiefergas aus kohlenwasserstoffhaltigen Gesteinsschichten durch Einpressen von Wasser und Chemikalien. Dem LNV zufolge bestehen bei dieser Methode unabwägbare Risiken für den Untergrund und das Grundwasser. "Beispielsweise bezüglich der vielen möglichst kostengünstig gestalteter Bohrungen durch die Schichten und Grundwasserstockwerke bis zum Erreichen der potenziellen Gaslagerstätte", so Schloz. Riskant sei auch das Einbringen unbekannter chemischer Stoffe und sogenannter Stützmittel in den Untergrund. "In der Diskussion blieb bisher unbeachtet, dass die durch "Fracking" aufzubrechenden, gasführenden Gesteinsschichten sehr gering wasserdurchlässig sind und damit eine wichtige Trennfunktionen im Untergrund für die Stockwerksgliederung des Grundwassers erfüllen", erklärt der Experte. Diese würde durch "Fracking" zerstört - mit schwer kalkulierbaren Folgen für das über- und unterlagernde Grundwasser. Der Verlust dieser Trennfunktion sei irreversibel und der Rückbau aller Eingriffe ungeklärt. "Die Hinterlassenschaften einer derartigen Erdgasgewinnung im Untergrund widersprechen jeglichem Grundsatz der Nachhaltigkeit", so Schloz weiter. Als Folge davon seien andere Nutzungen des Untergrundes, wie etwa Bohrungen für geothermische Energiegewinnung oder Nutzungen des Grundwassers mit erhöhtem Aufwand verbunden oder sogar unmöglich.

Selbst Einzelbohrungen zur Erkundung einer Lagerstätte dürften keineswegs nur zur Erkundung einer Erdgasführung dienen, führt der Geologe an. Vielmehr müssten solche, sofern bergrechtlich zugelassen, ein umfangreiches Begleitprogramm absolvieren, um die hydrogeologischen, bohrtechnischen Rückbau- und Gefährdungsfragen einer Gasgewinnung durch "Fracking" zu klären.

Über Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e. V. (LNV) ist Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg. In ihm sind 33 Vereine mit ca. 540.000 Mitgliedern organisiert. Er ist gemäß Naturschutzgesetz nach § 67 anerkannter Naturschutzverein und vertritt nach § 66 Abs. 3 die Natur- und Umweltschutzvereine des Landes.

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