Montag, 26. September 2016


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Familienexperte Jan-Uwe Rogge rät zu "Verantwortung" beim Medienkonsum

Auftakt der Medienkompetenztage des Landesmedienzentrums BW mit über 200 Gästen am 17. Februar im Haus der Wirtschaft Stuttgart

(lifePR) (Karlsruhe, ) Smartphones, Tablets und Laptops sind für Kinder und Jugendliche „so alltäglich wie Zahnbürste und Lichtschalter“. In seinem Vortrag „Medien? Aber klar! Was – wann – wie lange?“ ging Dr. Jan-Uwe Rogge auf die Chancen ein, die Medien bei der emotionalen und intellektuellen Entwicklung haben, brachte die Risiken inkompetenter Mediennutzung zur Sprache und forderte Eltern und Erziehungsverantwortliche auf, die Heranwachsenden beim Erwerb von Medienkompetenz zu unterstützen. Denn junge Menschen müssen erst lernen, aus den vielen Informationen, Einschätzungen und Anregungen das für sie Sinnvolle auszufiltern und zwischen verwirrenden Inhalten und Realität zu unterscheiden.

Manfred Stehle, Ministerialdirektor des Kultusministeriums, begrüßte die Teilnehmer und verwies auf die neuen Bildungspläne, die in Baden-Württemberg ab dem kommenden Schuljahr in Kraft treten. „Die Leitperspektive Medienbildung wird fächerübergreifend von zentraler Bedeutung in den neuen Bildungsplänen sein. Medienbildung muss selbstverständlicher Bestandteil des Unterrichts werden, in allen Fächern und allen Schularten. Die heutige Tagung trägt dazu bei, Lehrkräfte bei dieser Aufgabe zu unterstützen und ihnen Anregungen für die Praxis zu geben“. Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) betonte in diesem Zusammenhang: „Die Erschließung der Welt erfolgt heute zunehmend über ständig sich wandelnde Medien. Film, Funk und Fernsehen haben durch die Interaktivität des WWW und Social Media wie Youtube, Facebook und WhatsApp Zuwachs bekommen. Kinder und Jugendliche müssen lernen, die neuen Möglichkeiten kritisch auszuwerten und sich Techniken zu eigen machen, die sie befähigen, Medien positiv für sich und die Gesellschaft zu nutzen.“ Veranstaltungen wie die Medienkompetenztage sollten daher Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen, Multiplikatoren und Eltern bei der Erziehungs- und Bildungsarbeit unterstützen.

Das LMZ führt zusammen mit den rund 56 Stadt- und Kreismedienzentren in ganz Baden-Württemberg regionale Medienkompetenztage im Auftrag des Staatsministeriums Baden-Württemberg im Rahmen der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg durch. Die Auftaktveranstaltung folgt alljährlich auf den internationalen Safer Internet Day. Weitere Infos unter http://regionalemkt.kindermedienland-bw.de/de/startseite

Dr. Wolfgang Kreißig, Leiter des Referats Rundfunkpolitik und Medien im Staatsministerium, stellte das Strategiepapier Medienbildung der Landesregierung vor, das unter der Federführung des Staatsministeriums gemeinsam in einer interministeriellen Arbeitsgruppe aller betroffenen Ressorts erarbeitet wurde (https://www.kindermedienland-bw.de/de/startseite/das-kindermedienland/presse/pressemitteilung/pid/landesregierung-beschliesst-strategiepapier-medienbildung/).  

Das am 15. Dezember 2015 vom Kabinett verabschiedete Strategiepapier zeigt auf, wo Baden-Württemberg im Bereich der Medienbildung steht und welche weiteren Umsetzungsschritte ergriffen werden sollen, um die Medienbildung in den Prozess des lebenslangen Lernens für alle Alters- und Gesellschaftsgruppen nachhaltig zu verankern.

Im Vortrag von Björn Stecher ging es um „Big Data und Datenschutz, Vernetzte Daten, User Tracking und Benutzerprofile“, also um den Umgang mit Daten und Medieninhalten. Er arbeitet seit mehreren Jahren im Bereich der digitalen Kommunikation u.a. auch im Bildungs- und Forschungsbereich für Hochschulen.

Das Nachmittagsprogramm bot praxisorientierte Fachforen rund um die Bereiche Privatsphäre im Internet, Datenschutz, Social Media, Maker-Bewegung und Medienbildung in den neuen Bildungsplänen 2016.

Prof. Dr. Oliver Zöllner, Professor für Medienforschung an der Hochschule der Medien, deckte grundlegende Probleme des Datenschutzes in der digitalen Welt auf, warnte vor sorglosem Umgang mit persönlichen Daten und erläuterte, wie man Privatsphäre schützen bzw. der Gefahr von Datenmissbrauch und Verlust von Privatheit begegnen kann. Diplompädagoge Alexander Weller, freier Referent des LMZ, berichtete von seinem Selbstversuch zur Löschung verschiedener Google-Einträge und zeigte konkrete Möglichkeiten der Einflussnahme auf Google auf.

Markus Gerstmann, Bildungsreferent im ServiceBureau Jugendinformation, Bremen, präsentierte Beispiele, wie sich die Medienkompetenz von Schülern und Schülerinnen fördern lässt und welche Unterstützung Eltern bei der Medienerziehung bekommen können. Zudem erläuterte er das Für und Wider von „Social Media in der Hosentasche“, z.B. des Smartphones in der Schule.

Die Themen „Maker-Bewegung“ und „Kreatives digitales Gestalten“ standen im Zentrum des Forums „Befehle, Codes und Algorithmen“: Dr. Sandra Schön von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft stellte exemplarische Werkstattprojekte vor. Juliane Wessalowski ist Mentorin beim Projekt „Jugend hackt“: Projektziel sei, nicht nur technische Fähigkeiten zu fördern, sondern Programmieren und Making als Mittel zu begreifen, mit dessen Hilfe gesellschaftlich relevante Fragestellungen bearbeitet werden. Marc Laporte-Hoffmann, freier Referent des LMZ, stellte die Baukästen von Lego-Mindstorms anhand verschiedener Modelle vor. Er gab einen Überblick zu Funktionsweise und Aufbau programmierbarer Roboter und stellte Beispiele aus dem Einsatz in der Schule vor.

Medienbildung wird mit dem neuen Bildungsplan 2016 verbindlich für alle Fächer und Klassenstufen in Baden-Württemberg. Dies gilt erstmals auch für die Grundschule. Ein Basiskurs Medienbildung vermittelt künftig außerdem grundlegende Medienkompetenzen für alle Schülerinnen und Schüler in der fünften Klasse. Das Fachforum von Dr. Peter Jaklin, Stellvertretender Direktor des Landesmedienzentrums, und Nadine Giebenhain, Referatsleiterin Pädagogische Unterstützungssysteme am LMZ, zeigte praxiserprobte Umsetzungsmöglichkeiten auf und präsentierte die Unterstützungsangebote für Schulen.

Informationen zur Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg

Der qualifizierte und eigenverantwortliche Umgang mit Medien ist für Kinder und Jugendliche heute eine Schlüsselqualifikation für den späteren Erfolg in Beruf und Gesellschaft und unabdingbare Voraussetzung für ihr späteres und berufliches Leben. Deshalb hat die Landesregierung in Kooperation mit der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), dem SWR, dem Landesmedienzentrum (LMZ) und der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg das Kindermedienland Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Mit dieser landesweiten Medienkompetenz-Initiative werden die zahlreichen Projekte, Aktivitäten und Akteure im Land gebündelt, vernetzt, ergänzt sowie eine breite öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Medienbildung und -erziehung geschaffen. Im Internetportal www.kindermedienland-bw.de finden Eltern, Erziehungsverantwortliche und Lehrkräfte einen umfassenden Überblick über das engmaschige Netz an kompetenten Ansprechpartnern und Aktivitäten im Kindermedienland Baden-Württemberg.

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