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BJV gibt Startschuss für Forschungsprojekte zur bleifreien und bleihaltigen Jagdmunition im Lehr- und Forschungsrevier in Wunsiedel
Der Bayerische Jagdverband (BJV) gab am Freitag, 13. Juli 2012, den Startschuss für eine Untersuchung gesundheitlicher Aspekte bei der Verwendung bleihaltiger und bleifreier Munition. Das Forschungsprojekt zur Qualitätssicherung unseres Wildbrets findet im BJV-Lehr- und Forschungsrevier in Wunsiedel statt.
Besonderer Dank gilt Herrn Alexander König, MdL, stellvertretender CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, der die Schirmherrschaft über das Projekt innehat. "Herausragender Einsatz gehört gefördert", so Prof. Dr. Vocke, der Herrn Abgeordneten König für seine nachhaltige Unterstützung des Jagdwesens in Bayern das Ehrenzeichen des BJV in Silber verlieh.
Beim Forschungsprojekt wird Wild, das mit bleifreier Munition erlegt wurde, auf Geschossrückstände untersucht. Parallel dazu wird Wildbret analysiert, das mit herkömmlicher Munition zur Strecke gebracht wurde. Das Projekt soll wissenschaftlich fundierte Ergebnisse über die mögliche Belastung von Wildbret durch die Munition liefern, um Rückschlüsse auf die gesundheitliche Belastung ziehen zu können.
Nach den Ausführungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) haben "neuere toxikologische Erkenntnisse (...) zu einer wissenschaftlichen Neubewertung von Blei geführt." Ziel sollte eine Minimierung des Bleieintrags über sämtliche betroffene Lebensmittel sein. Hauptsächlichen Quellen für die Bleibelastung im menschlichen Körper sind nach Darstellung des BfR Getreide, Gemüse und Obst, da diese in großen Mengen verzehrt werden. Aber auch Wildbret von Wildschweinen, Reh und Hirsch könnte eine Quelle für Bleibelastung sein, wenn es durch die Jagd mit konventioneller Munition zusätzlich durch Blei belastet ist (FAQ des BfR vom 19. September 2011).
Wahlweise werden zur konventionellen Bleimunition seit längerem Alternativprodukte (bleifreie Jagdmunition) angeboten. Für diese werden als Geschossmaterialien hauptsächlich Kupfer und Zink verwendet. "Jede zusätzliche Belastung des Wildbrets über die Jagdmunition sollte soweit als möglich vermieden werden", sagt Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbands. Voraussetzung sei allerdings, dass bleifreie Geschosse sicher und tierschutzgerecht töten und Abpraller nicht über das normale Maß hinaus gefährlich werden können.
In einem zweiten Projekt sollen die Ökotoxizität bleifreier Jagdmunition und die Belastung der Umwelt untersucht werden. "Die Verwendung von Kupfer als Alternativmunition birgt auch Risiken, da Kupfer der Alternativmunition in der Umwelt hoch toxisch reagieren kann", sagt BJV-Präsident Vocke. Bislang liegen keine ausreichenden wissenschaftlichen Untersuchungen zur chemischen Reaktion von Kupfer, Kupferlegierungen und anderer Blei-Ersatzstoffe in Böden vor. Diese zusätzlichen Untersuchungen sind bundesweit derzeit einmalig.
Einer der Projektpartner des Bayerischen Jagdverbands ist die RUAG Ammotec, einer der weltweit größten Jagdmunitionshersteller aus Fürth.
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