Mittwoch, 07. Dezember 2016


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Konjunkturstimmung erreicht Zenit

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) .
- Die Griechenlandkrise ist nach wie vor der dominierende Faktor am Devisenmarkt. In den kommenden Monaten sollten jedoch die zyklischen Vorteile der US-Wirtschaft sowie die damit verbundene Wende der US-Geldpolitik in den Vordergrund rücken. Der Euro-Dollar-Kurs dürfte unter Druck bleiben.
- Steigende Konjunkturindikatoren und überdurchschnittlich viele positive Überraschungen bei der gerade anlaufenden US-Bilanzsaison - dies ist der Stoff aus dem Aktienträume gemacht werden. Aber bekanntlich soll man die Party verlassen, wenn es am schönsten ist.
- In Deutschland mehren sich die Signale für ein dynamisches Wachstum zur Jahresmitte. Gleichwohl ist angesichts der Griechenlandkrise nicht vor 2011 mit einer Leitzinsanhebung der EZB zu rechnen. Ungemach für Renten droht derzeit vor allem durch steigende US-Renditen.

Devisen: Kein Befreiungsschlag für den Euro

Christian Apelt, CFA Das Thema Griechenland hat sich zu einem Dauerbrenner am Devisenmarkt entwickelt. Trotz eines konkretisierten Notfallplans der EU unter Mitwirkung des Internationalen Währungsfonds hat sich die Situation nicht wirklich beruhigt. Zwar gelingt es dem griechischen Staat durchaus, am Kapitalmarkt Geld aufzunehmen. Allerdings stiegen die Risikoaufschläge auf griechischen Staatsanleihen ungeachtet der angekündigten Hilfsmaßnahmen und Sparpakete auf neue Höchststände. Auch die Risikoprämien auf Anleihen anderer schuldengeplagter Mitgliedsländer der Währungsunion erhöhten sich zuletzt wieder. Je nach aktueller Nachrichtenlage pendelt der Euro-Dollar-Kurs über oder unter der Marke von 1,35. Damit hat zwar die Abwärtsdynamik des Euro nachgelassen, er dürfte sich aber bestenfalls stabilisieren.

Die Märkte erkennen derzeit offenbar keine glaubwürdige Lösung der Verschuldungsprobleme Griechenlands bzw. anderer Länder der Eurozone. Zudem bilden sich die wirtschaftlichen Divergenzen innerhalb der Währungsunion nicht zurück. Insgesamt wird das Wachstum nach einem wohl sehr mäßigen Winterhalbjahr im Frühjahr - wenn sich nicht zu viel Asche in den Daten niederschlägt - vermutlich an Fahrt gewinnen. Jedoch bleibt die Dynamik hinter dem US-Wachstum zurück. Im Gesamtjahr 2010 dürfte das Bruttoinlandsprodukt in den USA gut doppelt so stark expandieren wie in der Eurozone, vor allem im Winterhalbjahr wuchs die US-Wirtschaft kräftig. Selbst der Arbeitsmarkt festigt sich mittlerweile. Der US-Dollar erhielt dadurch zuletzt keinen kräftigen Schub mehr. Schließlich weigert sich die US-Notenbank noch, klare Signale für eine Zinswende in diesem Jahr zu geben. Erst wenn die Federal Reserve ihre angesichts der Wachstumsraten äußerst expansive Geldpolitik zügelt bzw. dies konkret andeutet, wird der US-Dollar seine Gewinne spürbar ausbauen können. Der Euro-Dollar-Kurs dürfte auf 1,30 bzw. temporär sogar darunter fallen. Bis dahin könnte der Faktor Griechenland- die Oberhand behalten, was nicht unbedingt ein gutes Zeichen für den Euro sein muss.

Das Britische Pfund schwankt derweil mit den volatilen Umfrageergebnissen zur Unterhauswahl Anfang Mai. Solange Klarheit über einen Wahlsieger und eine neue Regierung fehlt, ist das Aufwertungspotenzial für das Pfund begrenzt. Sobald die kommende Regierung jedoch eine glaubwürdige Konsolidierung des angespannten Haushalts einleitet, könnte die britische Währung an Wert gewinnen. Der Schweizer Franken hält sich gegenüber dem Euro stabil, derzeit scheint die Schweizer Notenbank eine weitere Aufwertung verhindern zu wollen. Wenn sich im Jahresverlauf die Sorgen um die Gemeinschaftswährung etwas legen, dürfte der Euro-Franken-Kurs wieder zulegen. Der Japanische Yen tendierte zuletzt ohne klare Richtung. Kurzfristig hängt der Euro-Yen-Kurs von der allgemeinen Stimmung an den Finanzmärkten ab. Mittelfristig dürfte der Yen wegen der Geldpolitik abwerten. Die japanische Notenbank steht unter dem Druck der Regierung, ihren Expansionsgrad zu erhöhen, während andere Zentralbanken die Gegenrichtung einschlagen.

Aktien: Die Luft wird dünner

Die international führenden Aktienindizes setzten in den vergangenen Wochen ihren Aufwärtstrend fort. Seit dem Kurstief vom März 2009 konnte der DAX bislang 72 % zulegen, der US-Leitindex S&P 500 sogar 79 %. Mehrheitlich positive Überraschungen bei den Konjunkturdaten und ein ausgesprochen gelungener Auftakt der Unternehmensberichtssaison sorgten für deutlich zunehmenden Risikoappetit bei den Anlegern.

Auch in den kommenden Wochen wird die Unternehmensberichterstattung im Fokus der Marktteilnehmer stehen. In den USA wird dann das Gros der im S&P 500 enthaltenen Unternehmen Ergebnisse für das erste Quartal 2010 vorlegen. Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Gewinnanstieg von rund 30 % im Vorjahresvergleich. Dass dies keineswegs überzogen ist, belegen die bereits vorliegenden Zwischenberichte von rund 17 % der S&P 500 Unternehmen: 82 % konnten die Erwartungen übertreffen. Im langfristigen Durchschnitt (seit 1992) liegt der Anteil positiver Überraschungen bei lediglich 59 %. Ist angesichts einer voraussichtlich überdurchschnitt-lich verlaufenden Bilanzsaison in den kommenden Wochen mit einem Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten zu rechnen?

Positiver Auftakt der Zwischenberichtssaison

Ein Blick in die Historie legt eher das Gegenteil nahe: In der Regel spielt die Musik außerhalb der Berichtssaison, d.h. die Kursausschläge in beide Richtungen sind dann deutlich höher: In Phasen rückläufiger Unternehmensgewinne fallen Aktien zumeist bereits vor der Veröffentlichung der Ergebnisse, in Phasen steigender Gewinne ziehen die Notierungen ebenfalls bereits im Vorfeld an. Bezogen auf den laufenden Zyklus bedeutet dies, dass die Kursentwicklung vermutlich bereits den Großteil der Gewinndynamik vorweggenommen hat. Zudem ist angesichts eines rekordhohen Anteils an positiven Überraschungen für die kommenden Quartale mit einer gemächlicheren Gangart zu rechnen.

Gleichzeitig erreichen die weltweit wichtigsten konjunkturellen Frühindikatoren allmählich ihren Zenit. Auch die Stimmung unter den Anlegern ist derzeit ausgesprochen optimistisch. Die überwiegende Mehrheit institutioneller Investoren ist inzwischen in Aktien übergewichtet. Die Barmittelquoten in den Fonds haben zuletzt die niedrigen Niveaus der Jahre 2000 bzw. 2007 erreicht. Damit droht der Rally allmählich der Treibstoff auszugehen. Große Unbekannte in dieser Gleichung bleibt bei ausgesprochen überschaubaren Anlagealternativen allerdings die durch die Notenbanken geschaffene Überschussliquidität. Kursspitzen beim DAX im Bereich von 6.500 - wie schon in unserem Jahresausblick 2010 für das zweite Quartal prognostiziert - sind somit durchaus realistisch. Angesichts des nur noch unterdurchschnittlichen Ertragspotenzials empfiehlt es sich, einen Teil der Gewinne bei Aktien zu realisieren und diese fortan nicht länger überzugewichten.

Renten: Renditeboden ausgelotet

Während in Griechenland die Verbraucherstimmung im März weiter absackte, ist sie in Deutschland nach einer kleinen Stagnationsphase wieder in den Aufwärtstrend eingeschwenkt. Auch in der Wirtschaft setzte sich die Stimmungsverbesserung dank eines schwächeren Euro-Außenwerts fort. Der Index für Bestellungen von Vorprodukten hat innerhalb eines Jahres die Hälfte des Rückgangs des Jahres 2008 wieder aufgeholt und liegt mittlerweile auf einem Niveau wie kurz vor dem Konjunkturboom 2006/07. Gleichzeitig zeigte sich der deutsche Arbeitsmarkt in einer vergleichsweise robusten Verfassung. Insgesamt zeichnet sich nach einem witterungsbedingt schwächeren ersten Quartal eine kräftige Wachstumsdynamik im zweiten Quartal ab.

Die Inflation rückt allmählich wieder in den Bereich des langjährigen Durchschnitts. Höhere Energiepreise sorgten für einen Sprung der Euro-Teuerung im März von 0,9 % auf 1,4 %. Auch die Inflationserwartungen steigen langsam an, wie Verbraucherumfragen zeigen. Die Investoren, die sich vor allem am steigenden Ölpreis orientieren, waren bezüglich der Inflation zuletzt ebenfalls alarmiert. Allerdings dürfte sich die Lage in den kommenden Monaten wieder entspannen: Die Ölförderung ist weltweit auf einem konstant hohen Niveau. Die Nachfrage in den Industrieländern ist verhalten. Die Öllager sind auch infolge des Flugverbots in Europa gut gefüllt.

Bundesanleihen standen zuletzt im Bann der Griechenlandkrise. Laut unseren Berechnungen beläuft sich der Zinsabschlag infolge der Griechenlandkrise auf bis zu 50 Basispunkte. Dass Bundesanleihen Krisengewinnler sind, zeigt auch der Vergleich mit einer klassischen Krisenwährung: Der Schweizer Franken wertete seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro um fast 4 % auf.

Die niedrigen heimischen Renditen hängen nicht nur mit dem Safe-Haven Status, sondern auch mit der stark veränderten geldpolitischen Ausgangslage zusammen. Die akzentuierten strukturellen Ungleichgewichte im Euroraum, der sprunghaft angestiegene Konsolidierungsdruck in großen Teilen Europas sowie die damit einhergehenden Risiken für das Wirtschaftswachstum verhindern eine zügige Normalisierung der Euro-Leitzinsen. Der EZB-Rat wird den Hauptrefinanzierungssatz vermutlich nicht vor 2011 anheben.

Hingegen wird die US-Notenbank angesichts der Wende am amerikanischen Arbeitsmarkt bereits im zweiten Halbjahr die Leitzinsen anheben. Zur Jahresmitte dürften die Renditen 10-jähriger US-Treasuries über die 4 %-Marke ansteigen und auch den heimischen Rentenmarkt unter Druck setzen. Ohnehin ist fraglich, wie lange der starke griechische Einfluss noch auf Bundesanleihen anhält. Angesichts hoher Renditeaufschläge dürfte Athen die günstigere Finanzierung durch die EU bzw. den IWF wohl bald in Anspruch nehmen.

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