Dienstag, 06. Dezember 2016


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Interkultureller Austausch

Die FU Berlin und Lomonossow-Universität Moskau bieten einen gemeinsamen Masterstudiengang "Communication and Journalism" an

(lifePR) (Düsseldorf, ) Es sind erst sechs Studenten, die im September 2009 den neuen deutschrussischen Studiengang "Communication and Journalism" aufgenommen haben. "Zwanzig ist das Ziel", sagt Margreth Lünenborg, Professorin für Journalistik an der Freien Universität Berlin und wissenschaftliche Leiterin auf der deutschen Seite. Die Studenten, die das erste Semester des neuen Masterstudiums bilden, kommen alle aus Russland.

Teures Studium

Die Hürde der Studiengebühren in Höhe von 10.000 Euro für zwei Jahre gilt für alle Studenten, egal, aus welchem Land sie kommen. In Russland ist die private Finanzierung der Ausbildung aber weitaus üblicher als in Deutschland. Für deutsche Bewerber will Margreth Lünenborg deshalb Finanzierungsmöglichkeiten schaffen, etwa Stipendien des Deutschen Akademischen Austausch-Dienstes, "um die Hürden so gering wie möglich zu halten".

Bilingual

Die deutsche oder russische Staatsangehörigkeit müssen die Bewerber übrigens nicht haben, allerdings sowohl Russisch als auch Deutsch sprechen. Bedingung sei zudem ein abgeschlossenes Studium und "eine nachvollziehbare Affinität zu Medien und Journalismus".

Olga Kurilina erfüllt diese Voraussetzungen und hat als eine von sechs Studierenden im letzten September das Masterstudium aufgenommen, das für sie offenbar perfekt passt: "Deutsche und russische Medien stehen im Mittelpunkt meiner beruflichen und wissenschaftlichen Interessen."

Theorie und Praxis

Das zweisprachige Studium ist ein universitärer Masterstudiengang, "der keine Journalistenschule ist, aber theoretisches Wissen vermittelt, das darauf ausgelegt ist, in der Praxis angewendet zu werden", erläutert Lünenborg. Das Studium "Communication and Journalism" solle Einblicke in die journalistische Praxis, die Strukturen der Mediensysteme sowie die Medienforschung in Russland und Deutschland bieten.

Journalismus unter schwierigen Bedingungen

Mediensystem in Russland? Da kommt auch die Frage nach der Pressefreiheit auf. "Die freie Berichterstattung hat in Russland in den vergangenen fünf Jahren massiv abgenommen", ist im 2008 erschienen "Demokratiereport" der Konrad-Adenauer-Stiftung zu lesen. Wie und was gelehrt wird, darin sei man völlig unbeeinflusst, versichert Margreth Lünenborg. Das Thema Pressefreiheit sei aber Teil des Studiums - "auch, um ganz praktisch zu zeigen, wie man sich als Journalist in schwierigen politischen Rahmenbedingungen verhält."

Examen in Moskau

Der neue Masterstudiengang "Communication and Journalism" dauert vier Semester und findet in Moskau an der Lomonossow-Universität sowie in Berlin an der Freien Universität statt. Im vierten Semester wird in Moskau die Masterarbeit geschrieben. Ein Schwerpunkt der Ausbildung sind Praktika in russischen und deutschen Redaktionen, Nachrichtenagenturen und Pressestellen.

Die beruflichen Möglichkeiten für die Absolventen des Studiengangs sind nach Meinung von Margreth Lünenborg vielfältig: "Die Absolventen erhalten mit der Ausbildung die Chance, sich für Tätigkeiten in Redaktionen, internationalen Medienunternehmen oder Nichtregierungsorganisationen zu qualifizieren." Das umfasse den klassischen Beruf des Auslandskorrespondenten genauso wie den eines Referenten für Öffentlichkeitsarbeit.

"Vielleicht wird der Studiengang auch meine Weltanschauung beeinflussen, mir neue Denkanstöße geben", sagt Olga Kurilina. "Für mich hat ein völlig neues Leben begonnen."

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