Sonntag, 11. Dezember 2016


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Kunsthaus Zürich zieht mit «Kunstspürnase» den Nachwuchs an

(lifePR) (Zürich, ) Für Kinder und ihre erwachsenen Begleiter präsentiert das Kunsthaus Zürich den neuen Familienführer «Kunstspürnase». Die aus der Sammlung des Kunsthauses entwickelte Reihe besteht aus fünf kindgerecht gestalteten thematische Heften. Sie regen dazu an über «Dinge und Pflanzen», «Himmel und Erde», «Menschen», «Tiere» oder das künstlerische Mittel «Farbe» nachzudenken. Ab 1. Januar 2010 werden die Kunstspürnasen gratis angeboten. Sie geben Eltern wie Kindern Zeit und Ruhe beim gleichzeitig spielerischen Erlernen des Umgangs mit Kunst.

Jede «Spürnase» ist ein Bilder-, Mal- und Tagebuch mit erhellenden Texten. Mit ihnen erkunden Vier- bis Achtjährige und deren Eltern die Sammlung des Kunsthaus Zürich. Von Illustrationen, Hinweisen oder Fragen animiert brechen sie gemeinsam auf, begeben sich auf Spurensuche vor dem Original. Welche Beobachtungen zwischen Werken der Kunst des 15. und 21. Jahrhunderts gemacht werden, bleibt der eigenen Wahrnehmung überlassen. Der Erwachsene nutzt die Spürnase als Erklärungshilfe, das Kind reagiert auf darin verfasste erste Anregungen. Die unterwegs vom Kind gemachten Skizzen und ins Heft hineingeschriebene Notizen können auch zuhause weiter geführt werden. Jede «Spürnase» erforscht fünf bis sechs Werke. Je nach Vertiefungsgrad und Ausgestaltung kann man damit 30 Minuten oder ganze zwei Stunden in der Sammlung des Kunsthauses verbringen. Mit der Gratis-Abgabe eines Heftes nach Wahl erleichtert das Kunsthaus den Eltern die Entscheidung für einen Besuch. Es regt zum Wiederkommen an und will die kleinen Kunstinteressierten im Haus beheimaten.

Über Farbe, Tiere, Himmel und Erde

Dass dieses Ziel erreichbar ist, liegt nicht zuletzt an der ganzen Breite des permanent gezeigten Bestands von über 500 Gemälden, Skulpturen, Fotografien und Werken auf Papier aus fünf Jahrhunderten. Sie bieten Anknüpfungspunkte zu allen erdenklichen Themen und Praktiken. So umfasst der Führer mit dem Titel «Farbe» klassische, abbildende Aufgaben. Er beleuchtet symbolisch-kulturelle sowie wissenschaftliche Inhalte, Aspekte des Gefühlsausdrucks und des reinen Malvorgangs. Beim Heft «Tiere» lässt sich eine Chronologie von der Erforschung brasilianischer Jaguare im Holland des 17. Jahrhunderts bis hin zu den Bildfindungen Sigmar Polkes herstellen. «Himmel und Erde» führen vom Goldgrund, der auf den Altartafeln für das himmlische Jenseits steht, zur Beobachtung der Wolkenformationen auf Landschaftsbildern. Der Flüchtigkeit der Spiegelung des Wassers bei Claude Monet steht dann der ordnende Blick Ferdinand Hodlers gegenüber. Mit «Les cages sont toujours imaginaires» von Max Ernst schliesst sich der Kreis und führt wieder zurück in den Fantasiehimmel. Die Lesenden sind aber in keiner Weise gezwungen, sich an diesen Aufbau zu halten. Wie bei den Themen besteht auch bei den Inhalten die Freiheit der Wahl. Es sind unterschiedlichste Mechanismen, die das Interesse an einem bestimmten Werk auslösen.

Eltern die sinnvolle Freizeitgestaltung erleichtern

Ausgangspunkt für dieses von der Fondation BNP Paribas Schweiz unterstützte Projekt des Kunsthaus Zürich war die Erkenntnis, dass der Besuch mit Kindern in einem Kunstmuseum für Erwachsene nicht einfach ist. Hans Ruedi Weber, Leiter der Kunstvermittlung am Kunsthaus, ging in seiner Analyse so weit zu sagen, dass selbst kunstinteressierte Eltern sich oft unsicher fühlen, was sie mit Kindern in der Sammlung unternehmen könnten. Wie kann ich bei meinen Kleinen Neugierde wecken, die Aufmerksamkeit auf einem Betrachtungsgegenstand halten oder die eigene Gestaltungskraft wecken? Mit diesen Fragen traten Erziehende an die Kunstvermittler heran. Ein Audioguide, wie er sich für Teenager als nützlich erwiesen hat, ist für Vier- bis Achtjährige nicht das richtige Mittel. Sein Einsatz würde die Kleinen isolieren, wäre zu monoton. Für Kinder besser geeignet ist ein Medium, welches sie teilen, bei dem Tempo, Blickwinkel, Intensität und Dauer spontan von ihnen mitbestimmt werden können. In der Reihe «Kunstspürnase» haben deshalb das persönliche Gespräch und das gemeinsame Tun einen hohen Stellenwert erhalten. Dies entspricht der Energie, dem spontanen Interesse am Beobachten und Entdecken, der unvoreingenommenen Offenheit, Kommunikationsfreude und Aufmerksamkeitsspanne, die für diese Altersgruppe typisch ist. Weniger kann deshalb oft mehr sein. Erwachsene erhalten einen Rat, worauf sie sich in der grossen Sammlung des Museums beschränken und wie sie vorgehen könnten.

Didaktisches Konzept: Wechselnde Rollen für Gross und Klein

Das Team der Kunstvermittler löste dabei drei didaktische Herausforderungen: Texte und Arbeitsanregungen sind so verfasst, dass sie den Kern des jeweiligen Werkes treffen, Aktivitäten sich aus dem Bild heraus entwickeln können und gleichzeitig Raum für eigene Gedanken geöffnet wird. Zum Beispiel entspricht einem holländischen Stillleben das forschende, ordnende Schauen, wie sie Sehanleitungen, Suchspiele oder das Abzeichnen erfordern. Für «La chambre d'écoute» von René Magritte reichen hingegen ein surreales Gedicht, wenige Worte zum Bild und das persönliche Zeichnen, um die eigene Fantasietätigkeit anzuregen. Neben Illustrationen sollen Texte und Aufgaben den Erwachsenen Möglichkeiten aufzeigen, die Aufmerksamkeit der Kinder auf die ausgewählten Kunstwerke und Inhalte zu lenken. Je nachdem übernehmen sie die Rolle des Geschichtenerzählers, des Erklärenden, des Helfenden oder des Diskutierenden.

Museum als Ort der langsamen Wahrnehmung

Ziel ist, das Museum und seine Werke als Ort der langsamen Wahrnehmung zu nutzen und in seinen grossen Möglichkeiten als Auslöser für eine generationenübergreifende Kommunikation und die gemeinsame Aktivität wahrzunehmen. Das schliesst nicht aus, dass sich grössere Kinder mit der «Spürnase» selbständig auf eine Tour begeben. Sie erhalten Gelegenheit zum Zeichnen und Malen, werden so zu Forschern oder können die gewonnenen Eindrücke direkt verarbeiten. Diese Eigentätigkeit verschafft wiederum den Erwachsenen eine kurze Zeit der Ruhe, in der sie für sich etwas anschauen können. Die Kunstvermittlung am Kunsthaus Zürich baut auf die Freude am Erfahren und Entdecken und auf den Mut zum eigenen Standpunkt. An einigen Stellen wird bewusst provoziert, dass eine Aufgabe erst daheim gelöst werden kann, das Kind also seine Gedanken und mit ihnen das Erlebnis im Museum nach Hause trägt, dort reflektiert und bestenfalls der Wunsch geweckt wird, das Museum bald wieder zu besuchen.

Gestaltung und Autoren

Die «Kunstspürnase» wird vom Kunsthaus Zürich herausgegeben. Den von Sibyl Kraft und Hans Ruedi Weber konzipierten Familienführer gibt es nur dort. An der Redaktion ausserdem mitgewirkt haben Barbara Schlueb und Madeleine Witzig. Die Illustrationen sind von der Künstlerin und Comic-Zeichnerin Brigitte Fries. Wie andere, von der Kunstvermittlung erdachte Spiele und Bücher, wurde auch die «Spürnase» vom Berner Grafik-Büro Franziska Schott & Marco Schibig gestaltet. Die Hefte, die an der Kasse des Kunsthauses gratis abgegeben werden, sind 21 x 28 cm gross und umfassen 16 Seiten. Stifte und Malunterlagen werden leihweise zur Verfügung gestellt.

Öffnungszeiten und Eintritt

Das Kunsthaus Zürich ist ausser montags jeden Tag geöffnet. Samstags, sonntags und dienstags von 10 bis 18 Uhr; mittwochs, donnerstags und freitags von 10 bis 20 Uhr. Mittwochs ist der Besuch der Sammlung für jedermann gratis. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre zahlen auch an anderen Tagen keinen Eintritt. Der Preis für Erwachsene beträgt CHF 14.-. Bei Ausstellungen liegt er höher. Weitere Informationen zum Vermittlungsangebot für alle Altersstufen unter www.kunsthaus.ch.

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