Donnerstag, 08. Dezember 2016


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»Der Bauhauskünstler Max Nehrling in Weimar« - Ausstellung im Haus Am Horn präsentiert Werke Max Nehrlings zwischen Weimarer Malerschule und Bauhaus

(lifePR) (Weimar, ) Vom 15. August bis 1. November 2015 ehrt die Klassik Stiftung Weimar den Bauhauskünstler Max Nehrling (1887-1957) mit einer Ausstellung im Haus Am Horn und nimmt damit ein Werk in den Blick, das die künstlerischen Bildungseinrichtungen Weimars im frühen 20. Jahrhundert wie kaum ein anderes repräsentiert. Die Schau stellt mit mehr als 90 Exponaten das Frühwerk des bislang weitgehend unbekannten Künstlers zwischen Weimarer Malerschule und Bauhaus im Zeitraum von 1911 bis 1927 in den Mittelpunkt. Fast alle Arbeiten werden erstmals öffentlich gezeigt, darunter Gemälde, Handzeichnungen, Druckgrafiken und typografische Arbeiten sowie Werke von Studienkollegen Nehrlings wie Erich Glas, Karl Peter Röhl oder Eberhard Schrammen und befreundeter oder besonders geschätzter Künstler von Walther Klemm und Gerhard Marcks bis Erich Heckel. Zu den herausragenden Exponaten gehört der einzige erhaltene Hut zu einem Bauhaus-Fest in Weimar. Als einzige realisierte Bauhaus-Architektur in Weimar bietet das Haus Am Horn den adäquaten Rahmen für die Schau.

Ausbildung, Leben und Werk des Malers und Grafikers Max Nehrling sind eng mit seiner Heimatstadt Weimar verbunden. Bereits 1899, im Alter von gerade 12 Jahren, begann Nehrlings künstlerische Laufbahn an der Großherzoglichen Freien Zeichenschule in Weimar. Nach einer Handwerksausbildung als Lithograf studierte er ab 1911 an der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule in Weimar unter Leitung von Henry van de Velde und parallel bis 1918 auch an der Großherzoglichen Kunsthochschule bei Fritz Mackensen und Gari Melchers. Max Nehrling gehörte zur studentischen Gründergeneration am Bauhaus, die entscheidend durch Walther Klemm und Johannes Itten geprägt wurde. 1921 bis 1926 wechselte er an die neu gegründete Staatliche Hochschule für bildende Kunst in Weimar. Bereits 1913 gründete er mit Studienkollegen wie Rudolf Riege die »Künstlerkolonie Föhlritz« bei Dermbach in der Rhön, die nach 1920 ihre Fortsetzung fand. Dass das Werk Nehrlings heute nahezu vergessenen ist, liegt nicht zuletzt an der Bescheidenheit des Künstlers, aber auch an der Ablehnung der Moderne in Weimar seit 1930 durch die Nationalsozialisten und am Verdikt gegen das Bauhaus durch die DDR-Kulturpolitik bis in die 1960er Jahre.

Erst die Übereignung wesentlicher Teile seines Nachlasses an die Klassik Stiftung und das Stadtmuseum Weimar im Jahr 2013 machte einen umfassenden Einblick in Nehrlings Werk möglich. Es ist zugleich ein biografisch geprägter Blick auf die Weimarer Kulturgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter den 330 Exponaten, die für die Bauhaus-Kollektion der Klassik Stiftung ausgewählt werden konnten, befinden sich neben repräsentativen Werken Nehrlings auch 30 künstlerische Arbeiten befreundeter Bauhäusler sowie Bücher, Dokumente und Originalfotografien. Die Dokumente vom Gesellenbrief als Lithograf über das Belobigungsdiplom der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule in Weimar bis zur Studienbestätigung durch die Großherzogliche Kunsthochschule machen den Ausbildungsweg Nehrlings nachvollziehbar. Die Auswahl aus der Bibliothek Nehrlings zeigt seine Lieblingsbücher mit kostbaren Handeinbänden vom Bauhausmeister Otto Dorfner und der Buchbinderei-Werkstatt des Bauhauses.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar e. V. präsentiert und unterstützt durch die Karl Peter Röhl Stiftung.

Weitere Informationen zu Max Nehrling und seinem Werk auf www.bauhau-online.de

Ausstellungsdaten

»Der Bauhauskünstler Max Nehrling in Weimar«
Vom 15. August bis 1. November 2015 | Mi, Sa, So 11 - 17 Uhr
Haus Am Horn | Am Horn 61 | 99425 Weimar
Eintritt: Erw. 3 Euro | erm. 1,50 Euro

Eröffnung: Freitag, 14. August 2015, 17 Uhr

Die Ausstellung kann im Rahmen des »Bauhaus-Spaziergangs« der Bauhaus-Universität Weimar auch außerhalb der Ö­ffnungszeiten besucht werden.

Informationen: Tel: +49 (0) 36 43 | 58 30 00 oder E-Mail: bauhausspaziergang@uni-weimar.de

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 100 Seiten und 90 Abbildungen.
Preis: 9,90 Euro | ISBN 3744301877

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