Sonntag, 11. Dezember 2016


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Studierende schnuppern Gründerluft

(lifePR) (Würzburg, ) Im Technologiepark Rimpar haben sich 30 Studierende ein Bild davon gemacht, wie aus einer Idee ein europaweit erfolgreiches Unternehmen entsteht. Der Firmenbesuch bildete den Abschluss des Praxisseminars "Unternehmensplanung", das die Geschäftsführerin des Netzwerks Nordbayern, Dr. Benedikte Hatz, an der Universität Würzburg angeboten hat.

Alles hatte ganz klein angefangen: Ehemalige Mitarbeiter des Lehrstuhls für Künstliche Intelligenz der Uni Würzburg hatten - basierend auf Vorarbeiten des Lehrstuhlinhabers Professor Frank Puppe - ein Diagnosesystem entwickelt, das es unter anderem möglich macht, technische Probleme an Geräten zu diagnostizieren und zu beheben.

Nach der Firmengründung bauten sie das Uniprodukt bis zur Marktreife aus und boten es zunächst in der Medizintechnik zur Therapiesteuerung mit Lungenbeatmungsgeräten und in der Industrie zur Entstörung von Druckmaschinendefekten an. Weil andere Branchen ebenfalls Interesse an dem Diagnosesystem zeigten, wuchs der Einsatzbereich kontinuierlich. Heute ist die iisy AG ein erfolgreiches Unternehmen mit einem in mehreren europäischen Telekommunikationsunternehmen zentral positioniertem Produkt.

Wie dieser Weg von der Idee zum Produkt verlief, welche Hürden es dabei zu überwinden galt, wann der Erfolg eintrat: Darüber konnten sich knapp 30 Studierende ein Bild aus erster Hand machen. Thomas Unglert, Gründer und CEO der iisy AG, stand den Teilnehmer des Praxisseminars "Unternehmensplanung" und ihrer Dozentin Dr. Benedikte Hatz, bei einem Besuch in den Firmenräumen Rede und Antwort.

Dabei schilderte Unglert ausführlich die Erfahrungen seit der Gründung von iisy AG - angefangen beim frühen Wachstum über erste Rückschläge bis zu gemeisterten Krisen. Was braucht es, um ein Produkt erfolgreich auf den Markt zu bringen? Kompetenzen in Management, Personal- und Unternehmensführung; interdisziplinär zusammengesetzte Teams und vor allem: "Die klare, schlüssige Strategieformulierung, ohne die das Unternehmen an der Kundenevolution und der Positionierung gegenüber Wettbewerbern vorbei gearbeitet hätte", so Thomas Unglert.

Existenzgründung als Option nach dem Studium

Den studentischen Besuch in einem ehemaligen Spin-Off begrüßt Dr. Christian Andersen, kommissarischer Leiter des Servicezentrums Forschung und Innovation (SFI) an der Universität Würzburg. Schließlich sei die Förderung der Gründerkultur in Deutschland politisch gewollt und eine wichtige Aufgabe der Hochschulen. "Ich hoffe, dass durch solche Lehrveranstaltungen eine Existenzgründung als Option nach dem Studium in das Bewusstsein der Studierenden rückt", so Andersen. Der Besuch bei einer Ausgründung aus der Uni und der Austausch mit einem Gründer tragen seiner Meinung nach "sicher dazu bei, die Studierenden für den Schritt in die Selbstständigkeit zu motivieren."

Auch die Dozentin, Dr. Benedikte Hatz, war mit dem Besuch zufrieden: "Dass Thomas Unglert so offen und ehrlich über den Werdegang und die Kursänderungen gesprochen hat, ist bei den Studierenden sehr gut angekommen."

Gründungsservice Mainfranken

Die Gründung technologieorientierter Firmen aus der Wissenschaft heraus zu unterstützen ist ein wichtiger Aufgabenbereich von Christian Andersen. Dazu koordiniert und verwaltet das SFI seit Kurzem das Projekt "Gründungsservice Mainfranken". Kooperationspartner sind bislang die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, das Innovations- und Gründerzentrum IGZ Würzburg, das Netzwerk Nordbayern und das Rhön-Saale Gründer- und Innovationszentrum RSG Bad Kissingen.

Der Gründungsservice soll dafür sorgen, dass innovative Technologien aus den Hochschulen schnell in marktfähige Produkte umgesetzt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, streben die Projektverantwortlichen die dauerhafte Vernetzung vieler Partner an. Die Europäische Union fördert das Projekt mit rund 123.000 Euro aus ihrem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

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