Samstag, 03. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 544797

Beschränkung der Panoramafreiheit gefährdet jungen Journalismus

(lifePR) (Berlin, ) Fällt die Panoramafreiheit, müssen vor allem junge Medienschaffende zahlen. Berufseinsteiger wären die Leidtragenden des Versuchs, Kreative zu schützen. Das Europäische Parlament kann das verhindern.

Der Report zur Situation und Rechtsgebung zum Urheberrecht in Europa steht unmittelbar vor der Abstimmung im Europäischen Parlament (09.07.2015). Die Copyright Directive 2001/297EC hat einige Richtlinien geliefert, die nur selektiv von den Mitgliedsstaaten umgesetzt wurden. Weitere Empfehlungen von Kommission oder Parlament könnten aber unmittelbar Einfluss auf nationale Gesetzgebung haben - wie es droht, zum Schlechteren im Falle Panoramafreiheit.

Die Panoramafreiheit ist in Europa nicht selbstverständlich, in Deutschland aber ein wichtiges Gut. Vor allem junge Fotografinnen und Fotografen profitieren davon, optisch frei zugängliche Werke - Architektur oder Kunst im öffentlichen Raum - zu dokumentieren oder in Szene zu setzen. Auch junge Journalistinnen und Journalisten nutzen öffentliche Ansichten in ihrem Hobby, im halbprofessionellen oder professionellen Kontext. Die Lizensierung der Verwendung zu kommerziellen Zwecken durch den Rechteinhaber wird im Einzelfall vor allem bei jungen Kolleginnen und Kollegen voraussichtlich wenig profitabel, aber hochkompliziert. Es ist durch den großen Aufwand ferner zu erwarten, dass junge Medienschaffende den Aufwand eher scheuen und sich widerrechtlich die Ansichten für eigene Publikationen aneignen und gleich zu Beginn ihres Berufslebens strafbar machen, da Panoramafreiheit derzeit in allen Informationsbroschüren der Bundeszentrale für politische Bildung wie in http://www.fluter.de/de/recht/thema/9215/ und vielen Medieninformationszentren erklärt und als wichtiges Gut benannt wird. Diese Art von Literatur wird im Jugendbildungskontext oft nur unregelmäßig aktualisiert oder erreicht die Rezipienten nur deutlich verzögert.

Der eigentlich sehr gute Reda-Bericht wird durch den Anhang 16 im Sinne des Parlamentariers Jean-Marie Cavada (Frankreich) durch den Beschluss des Rechtsangelegenheiten-Komitees des europäischen Parlaments vom 16. Juni 2015 sehr zu seinem Schaden ergänzt.

Die Vertreter der EVP sprechen in ihren Mails an uns von einem gelungenen Kompromissvorschlag und bemerken, dass die Bedeutung einzelner Begriffe noch abschließend definiert werden muss - Beruhigung sei also angesagt. Dieser Kompromissvorschlag droht aber, Abläufe realitätsfern zu verkomplizieren und den Künstlern, in deren vermeintlichem Interesse die Vertreter im EP handeln, wenig zu nützen. Der Ertrag pro veröffentlichtem Foto ist marginal, besonders in Anbetracht der zunehmenden Freiberuflichkeit und Leserreporter-Konkurrenz auf dem ohnehin umkämpften Markt für Fotografie, der Aufwand immens. Es gibt nicht nur Profis im Geschäft, sondern auch Hobbyknipser und Berufsanfänger, junge Videokünstler und freischaffende Videojournalistinnen und -journalisten und Fotografinnen und Fotografen, die sich über jedes veröffentlichte Foto mit noch so geringem Honorar freuen - und es teils gratis zur Verfügung stellen. Die Nutzung wäre dann zwar kommerziell, je nach Publikation, der Künstler müsste also kontaktiert werden und erhielte im Zweifel nichts. Die Entlohnung sollte ohnehin erfolgen, aber von anderer Seite.

Wir sehen hier aber jungen Journalismus gefährdet und sind erst beruhigt, wenn die Abstimmung vorbei und die Formulierungen zufriedenstellend sind.

Jugendpresse Deutschland e.V. Bundesverband junger Medienmacher

Die Jugendpresse Deutschland ist die Organisation von mehr als 15.000 jungen Medienmachern in Deutschland - vom Schülerzeitungsmacher bis zum Volontär. Die Jugendpresse bietet jährlich mehr als 300 Seminare, Workshops, Kongresse, Camps und viele weitere Projekte für junge Medienmacher an. - www.jugendpresse.de

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Edle Schmuckstücke für die Pfälzischen Weinhoheiten

, Medien & Kommunikation, Pfalzwein e.V.

Die Pfälzische Weinkönigin Anastasia Kronauer und ihre Weinprinzessinnen strahlten um die Wette, denn jede der Hoheiten konnte sich über einen...

Mehr als 20.000 Patenschaften für geflüchtete Menschen

, Medien & Kommunikation, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

„Ich freue mich sehr, dass seit Mai 2016 mehr als 20.000 Patenschaften über unser Programm „Menschen stärken Menschen" entstanden sind und danke...

Wenn die Millionärstochter den Liftboy liebt oder ist Schmidt wirklich ein Rabenvater? – Sechs E-Books von Freitag bis Freitag zum Sonderpreis

, Medien & Kommunikation, EDITION digital Pekrul & Sohn GbR

Wer liest, der lernt wahrscheinlich mehr Menschen und Lebensgeschichten kennen als er in Wirklichkeit je erleben könnte. Er kann Zeiten und Kontinente...

Disclaimer