Freitag, 09. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 133281

Einzelhandelsimmobilienmärkte: Stabilisierung auf westeuropäischen Märkten - Preisrückgänge in Mittel- und Osteuropa noch nicht gebannt

(lifePR) (Berlin, ) .
- Spitzenmieten in 1a-Lagen größerer Zentren sind stabil, doch ohne Wachstumsimpuls
- Renditen stabilisieren sich in Westeuropa
- Internationale Investoren verlagern geografischen Schwerpunkt

Nach zwei entbehrungsreichen Jahren zeichnet sich auf den europäischen Einzelhandelsimmobilienmärkten Licht am Ende des Tunnels ab. Allerdings muss die Situation je nach Marktsegment und Land differenziert betrachtet werden. Während der Investmentmarkt unmittelbar von der Finanzkrise durch einbrechendes Transaktionsvolumen getroffen wurde, sich inzwischen aber zaghaft erholt, treffen die wirtschaftlichen Verwerfungen nun den Vermietungsmarkt, der zu Beginn der Krise stabil war. Eine Erholung wird hier nicht vor 2011 erwartet. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie "European Retail Property Market", die der internationale Immobilienberater King Sturge anlässlich der Einzelhandelsimmobilienmesse MAPIC in Cannes vorgestellt hat.

Die düsteren Aussichten auf dem Vermietungsmarkt von Einzelhandelsimmobilien spiegeln sich nur zum Teil in der Entwicklung der Spitzenmieten wider. "Nur wenige Märkte verzeichneten im vergangenen Jahr einen signifikanten Einbruch der Spitzenmieten. Zum Großteil sind davon mittel- und osteuropäische Länder betroffen, die in den Boomjahren überproportional wuchsen", stellt Sascha Hettrich, Managing Partner von King Sturge Deutschland, fest. "In Moskau brach die Spitzenmiete von 262,50 € in 2008 auf 179,17 € pro m² pro Monat in 2009 ein. Warschau verzeichnete einen Einbruch von 100 € auf 83,33 €." In den größeren Zentren Westeuropas hält sich die Spitzenmiete für Einzelhandelsimmobilien hingegen relativ stabil. So lag sie in Paris 2008 und 2009 konstant bei 833,33 € pro m² pro Monat und sank in London leicht auf 736,25 € . Die Spitzenmieten in Mailand verzeichneten sogar einen leichten Anstieg von 558,33 € auf 562,50 € pro m² pro Monat. In Deutschland sind die Höchstmieten ebenfalls stabil: München verzeichnet einen Anstieg von 270,00 € auf 280,00 € pro m² pro Monat, Frankfurt bleibt stabil bei 230,00 €, in Stuttgart und Köln steigt die Top-Miete von 215,00 € auf 220,00 € pro m² pro Monat, während sie in Berlin 2008 und 2009 215,00 € beträgt. "Bedenklich stimmt allerdings, dass die Prognosen zumeist nur von einem stabilen, also stagnierenden Niveau, ausgehen, aber keine Wachstumsimpulse erkennen lassen", so Hettrich.

Die zweigeteilte Entwicklung zwischen westeuropäischen sowie mittel- und osteuropäischen Märkten spiegelt sich ebenfalls in den Renditen von Einzelhandelsimmobilien des Spitzensegments wider. In Deutschland (Frankfurt) stiegen die Renditen von 4,5% in 2008 auf 5,0% in 2009, in Frankreich (Paris) von 4,25% auf 5,0%. In Großbritannien (London) entwickelte sich die Spitzen-Rendite auf einem etwas höheren Niveau von 5,5% auf aktuell 6,5%. Demgegenüber sind die Renditen in Mittel- und Osteuropa wesentlich höher: In Polen (Warschau) stiegen sie von 5,5% in 2008 auf 7,25% in 2009, in Prag von 5,75% auf 6,25%. Besonders hart trifft es die baltischen Staaten. So verzeichnet Lettland (Riga) sogar ein Ansteigen von 6,0% auf 10,5%. Hettrich konstatiert: "In den meisten mittel- und osteuropäischen Märkten werden die Renditen von Einzelhandelsimmobilien in 1a-Lagen weiter steigen. In den westeuropäischen Märkten gibt es hingegen mit der langsamen Rückkehr der Investitionen die Aussicht auf sich verfestigende Renditen. Hoffnungsträger ist dabei die Stabilisierung der Renditen in Großbritannien, das als größter Einzelhandelsimmobilienmarkt als Vorbote für Trends auf dem Kontinent fungiert."

Fulminanter Einbruch des Investmentmarktes europäischer Shopping Center

Das Investitionsvolumen auf dem europäischen Shopping Center-Markt sank im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Niveau von 2007. Großbritannien ist 2008 mit 2,18 Mrd. Euro der größte Investmentmarkt im Bereich der Shopping Center, gefolgt von Norwegen mit 1,36 Mrd. Euro. Deutschland liegt mit 1,12 Mrd. Euro auf Rang vier. Im ersten Halbjahr 2009 zeichnet sich in den größeren westeuropäischen Märkten bereits ein Aufwärtstrend ab. So liegt das Investitionsvolumen im französischen Shopping Center-Markt im ersten Halbjahr 2009 bei 263 Mio. Euro und ist somit mehr als doppelt so hoch wie das Investitionsvolumen des Gesamtjahres 2008. Auch in Spanien nähert sich der Markt mit 575 Mio. Euro im ersten Halbjahr dieses Jahres dem Gesamtniveau des Vorjahres (rund 596 Mio. Euro). Die positiven Ergebnisse werden durch die Tatsache, dass es sich bei den Transaktionen oftmals um Notverkäufe handelte, eingetrübt.

Perspektive auf kurzfristiger Zeitschiene ungewiss, langfristig Rückkehr zur Normalität auf maßvollem Niveau

Die Entwicklung der europäischen Einzelhandelsimmobilienmärkte bleibt im kurzfristigen Zeitfenster ungewiss. Zwar gibt es - vor allem auf den westeuropäischen Märkten - Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Das Konsumentenvertrauen ist stabil, das Investitionsvolumen kehrt langsam zurück und in vielen Märkten wurde bereits das Absinken der Kapitalwerte gestoppt. "Die Stabilisierung hängt jedoch an einem seidenen Faden", warnt Hettrich. "Sowohl eine steigende Arbeitslosenquote, wie auch das Konsumverhalten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten können Auswirkungen auf den Vermietungsmarkt und unter Umständen auf den Investmentmarkt haben ."

In einer langfristigen Zeitschiene werden sich die meisten Märkte wieder auf einem "normalen" Niveau stabilisieren. Insbesondere in den "Staaten Mittel- und Osteuropas wird die Erholung nach Jahren des ungezügelten Wachstums auf einem maßvolleren Level stattfinden.

Jones Lang LaSalle GmbH

King Sturge gehört zu den größten unabhängigen, inhabergeführten Immobilienberatern Europas. Mehr als 3.800 Mitarbeiter in 100 Büros weltweit bieten einen umfassenden Service. Neben Finanzexperten, Projektentwicklern, Investoren und Bildungseinrichtungen gehören auch Regierungen und Lokal- bzw. Regionaladministrationen zu den Kunden des Unternehmens. Darüber hinaus bietet King Sturge umfassende Expertise bei Marktanalysen. Mit Standorten in Frankfurt/Main und Berlin plant King Sturge, auf dem deutschen Dienstleistungsmarkt nachhaltig zu wachsen.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Neuer Mieter: Roche PVT bezieht Gebäude auf dem Salamander-Areal

, Bauen & Wohnen, IMMOVATION Immobilien Handels AG

Im vierten Quartal 2016 wird die Firma Roche PVT GmbH mit ihrer Research & Development Abteilung rund 4.000 qm Bürofläche auf dem Salamander-Areal...

FLiB, AIBAU und Fraunhofer IBP legen Forschungsbericht zu Luft-Lecks vor

, Bauen & Wohnen, Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e.V.

Eine einfache und zuverlässige Faustformel zum Bewerten von Luft-Leckagen in Gebäuden kann es nicht geben. Dafür sind die Wirkungsweisen vorhandener...

M&T-Metallhandwerk sucht das "Produkt des Jahres 2017"

, Bauen & Wohnen, Rudolf Müller Mediengruppe

Auch für 2017 schreibt M&T-Metallhandwerk wieder die Leserwahl „Produkt des Jahres“ aus. Das führende Monatsmagazin für das Metallhandwerk lässt...

Disclaimer