Samstag, 10. Dezember 2016


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IVD warnt: Manipulation des Mietspiegels minimiert Attraktivität von Immobilieninvestitionen

(lifePR) (Berlin, ) Die politischen Pläne, die Spanne möglicher Mieterhöhungen in Berlin zu begrenzen, gefährden nach Ansicht des Immobilienverbands IVD die Aussagekraft des Mietspiegels. "Zudem würde die Attraktivität von Investitionen im Immobilienbereich gemindert, wenn das Beispiel bundesweit Schule macht und es gelingt, für die nach dem deutschen Mietrecht ohnehin schwierigen Mieterhöhungen weitere Hürden aufzubauen", warnt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident und Sprecher des Immobilienverbandes IVD.

Zur Debatte steht, die Methoden zur Erstellung des Mietspiegels so zu ändern, dass damit Mieterhöhungen erschwert werden. Im Mietspiegel wird die je nach Lage, Art, Ausstattung, Größe und Alter einer Wohnung durchschnittlich gezahlte Miete veröffentlicht. Bis zu der im Mietspiegel ausgewiesenen Miete für eine vergleichbare Wohnung darf der Vermieter die Miete maximal anheben. Beachten müssen Vermieter bei Mieterhöhungen außerdem die so genannte Kappungsgrenze: Innerhalb von drei Jahren dürfen sie die Miete höchstens um zwanzig Prozent erhöhen.

"Gelingt es, den Mietspiegel zu manipulieren, wird er faktisch wertlos", sagt Schick. Das könne weder im Interesse der Vermieter noch in dem der Mieter liegen. "Ein qualifizierter Mietspiegel, wie er in Berlin vorliegt, dient nicht nur dazu, Mieterhöhungen zu begründen, sondern Mieter können damit im Zweifelsfall auch beweisen, dass ihr Vermieter zu viel verlangt", betont Schick. "Missbraucht die Politik ihn, um die Mietentwicklungen zu beeinflussen, besteht aber die Gefahr, dass er auf dem Markt und vor Gericht nicht mehr als Vergleichsmittel anerkannt wird."

Schick weist darauf hin, dass der qualifizierte Mietspiegel in Berlin nach wissenschaftlichen Methoden erstellt und von den beteiligten Interessensvertretern anerkannt werden muss. "Ein solcher qualifizierter Mietspiegel bildet vor allen anderen Methoden zur Ermittlung der Miethöhe wie Vergleichswohnungen, Gutachten oder Mietdatenbanken die entscheidende Basis für die Begründung oder Ablehnung von Mieterhöhungen." Schick betont: "Der Mietspiegel ist keine Stellschraube, an der es sich nach Belieben drehen lässt: Er soll Mietentwicklungen realistisch abbilden und somit verwertbare Marktinformationen liefern."

Der IVD kritisiert die politischen Pläne insbesondere vor dem Hintergrund, dass Mieter in Deutschland bereits so stark geschützt sind wie in kaum einem anderen Land. "Willkürliche Mieterhöhungen sind unmöglich, und der Anstieg der Kaltmieten liegt seit Jahren erheblich unterhalb der Inflationsrate. In einigen Städten besteht bereits ein deutlicher Wohnungsmangel, der nur dann abgebaut werden kann, wenn sich Investitionen im Wohnungsbereich wirtschaftlich lohnen."

Die Diskussion, ob Mieten erhöht werden dürften, sei gerade für Berlin nicht nachvollziehbar: "Die Mieten in der Hauptstadt liegen nicht nur erheblich unter dem Niveau anderer europäischer Hauptstädte, sondern sind auch deutlich niedriger als beispielsweise in Hamburg, München, Stuttgart und den meisten anderen westdeutschen Städten."

Berechnung des Berliner Mietspiegels

Ein Mietspiegel ist eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete. Beim Berliner Mietspiegel handelt es sich um einen so genannten qualifizierten Mietspiegel. Das heißt, er wird von der Stadt in Zusammenarbeit mit Interessenvertretern der Vermieter und der Mieter nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt oder anerkannt (§ 558d BGB). Grundlage des Mietspiegels bilden die Mieten nicht preisgebundener Wohnungen in Häusern mit mindestens drei Wohnungen. Je nach Lage, Art, Ausstattung, Größe und Alter einer Wohnung wird damit die durchschnittlich gezahlte Miete für einen bestimmten Typ Wohnung veröffentlicht. Damit nicht außergewöhnlich hohe beziehungsweise niedrige Mieten das Bild verzerren, ist es üblich, Ausreißer nach oben und unten aus der Datensammlung zu entfernen.

Dabei stellt sich die Frage, in welcher Spannbreite die Ausreißer gestrichen werden: In Berlin variierte die Spanne der einbezogenen Mieten bisher zwischen zwei Dritteln und vier Fünfteln - das heißt also, es entfallen im ersten Fall das obere und untere Sechstel beziehungsweise im zweiten Fall das obere und untere Zehntel. Da in den neuen Mietspiegel nur Zahlen aus Mietverträgen einfließen werden, die in den vergangenen vier Jahren abgeschlossen wurden, ist sehr wahrscheinlich, dass es besonders viele teure Ausreißer gibt: Die durchschnittliche Miete bei Neuvermietungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Daraus folgt: Je weiter die Spanne der einbezogenen Mieten gewählt wird, umso höher fällt die damit ermittelte Durchschnittsmiete aus und umso stärkere Mieterhöhungen sind entsprechend möglich. Diskutiert wird daher über eine generelle Einführung einer Zwei-Drittel-Spanne, um so die Spanne möglicher Mieterhöhungen in Berlin zu begrenzen.

IVD Bundesverband

Der IVD ist die Berufsorganisation und Interessensvertretung der Beratungs- und Dienstleistungsberufe in der Immobilienwirtschaft. Der IVD ist mit ca. 6.000 Mitgliedsunternehmen der zahlenmäßig stärkste Unternehmensverband der Immobilienwirtschaft. Zu den Mitgliedsunternehmen zählen Immobilienberater, Immobilienmakler, Bauträger, Immobilienverwalter, Finanzdienstleister und Bewertungs-Sachverständige und viele weitere Berufsgruppen der Immobilienwirtschaft. Der IVD ist im Jahr 2004 als Zusammenschluss aus den bis dahin selbständigen Traditionsverbänden Ring Deutscher Makler (RDM) und Verband Deutscher Makler (VDM) entstanden. Die Aufnahme in den IVD Bundesverband erfolgt nach Abschluss einer umfassenden Sach- und Fachkundeprüfung und gegen Nachweis des Abschlusses einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

Der vollständige Name des Verbandes lautet: "Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e.V."

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