Samstag, 03. Dezember 2016


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"Produktives Lernen - Lust auf Zukunft!"

Bundesweites 12. Forum zum Produktiven Lernen im Schloss Schwerin

(lifePR) (Berlin, ) Am 06. und 07. November 2009 findet das 12. Forum zum Produktiven Lernen im Schweriner Schloss statt. Zu dieser Fachtagung sind neben den Pädagog/inn/en des Produktiven Lernens interessierte Lehrer/innen, Schulleiter/innen, Mitglieder von Bildungsministerien und Schulverwaltungen, sowie Vertreter/innen aus Wirtschaft und Gesellschaft eingeladen.

Das Forum steht unter der Schirmherrschaft des Bildungsministers von Mecklenburg-Vorpommern, Henry Tesch, der derzeit auch Präsident der Kultusministerkonferenz ist. Ne-ben Minister Tesch werden Repräsentant/inn/en von Bildungsministerien aus anderen Bun-desländern beteiligt sein. Das 12. Forum zum Produktiven Lernen wird vom Institut für Pro-duktives Lernen in Europa (IPLE) in Kooperation mit dem Bildungsministerium von Mecklen-burg-Vorpommern organisiert. Aus Berlin wird sich Herr Peter Handschuck von der Senats-verwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung an der Podiumsdiskussion beteiligen.

Unter dem Titel "Produktives Lernen - Lust auf Zukunft! Allgemeinbildung und Kompetenz-entwicklung für den Beruf" wird die Fachtagung die bundesweite Vernetzung aller am Pro-duktiven Lernen Mitwirkenden und Interessierten sowie die Weiterentwicklung dieser erfolg-reichen Bildungsform voranbringen. In verschiedenen Workshops diskutieren die Teilneh-mer/innen unter anderem Themen wie "Englisch im Produktiven Lernen", "Lernen in der Pra-xis für den Beruf", "Kompetenzportfolio" oder "Produktives Lernen und Wirtschaft".

Das Produktive Lernen ist ein innovativer pädagogischer Ansatz, der seit 1996 eine konse-quente Weiterentwicklung der Sekundarstufe I hin zu mehr Individualisierung und Selbst-ständigkeit bietet. Auf der Grundlage von Tätigkeiten in "gesellschaftlichen Ernstsituationen", z. B. in Betrieben, Vereinen oder Institutionen, entwickeln die Schüler/innen individuelle Lernpläne und Curricula. In der wöchentlichen Beratung helfen ihnen die Pädagog/inn/en, ihre Erfahrungen zum Ausgangspunkt für fachbezogenes Lernen zu nutzen. Dadurch lernen die Jugendlichen Sprache, Naturwissenschaft, Medien und andere Kulturbereiche anzuwenden, um ihre produktive Tätigkeit zu verstehen und ihre Handlungskompetenzen zu erweitern. Der Bildungsansatz des Produktiven Lernens vernetzt das Lernen mit der Tätigkeitserfahrung und bietet somit Allgemeinbildung und individuelle, nachhaltige Berufsorientierung zugleich.

In den meisten beteiligten Bundesländern ersetzt das Produktive Lernen die letzten beiden Schuljahre an allgemein bildenden Schulen. Die Woche gliedert sich dabei in drei Tage Ler-nen in der Praxis und zwei Tage Lernen in der Schule. Jedes Jahr lernen die Jugendlichen an drei verschiedenen Praxislernorten und verknüpfen fachliches Wissen mit dessen An-wendung. Je nach Bundesland sind unterschiedliche Schulabschlüsse möglich: in Mecklen-burg-Vorpommern beispielsweise die Berufsreife und die Mittlere Reife.

Die Erfolge des Produktiven Lernens sprechen für sich. So wurden z.B. in einer Verbleibstu-die des IPLE in Mecklenburg-Vorpommern die Schulabgänger/innen zu ihrer Ausbildungs- und Berufssituation befragt. 90% der Absolvent/inn/en des Schuljahres 2007/08 nahmen ein halbes Jahr nach ihrem Schulabschluss an der Befragung teil. 80% der Befragten erwarben im Produktiven Lernen einen Schulabschluss (Berufsreife oder Mittlere Reife), obwohl die meisten von ihnen zuvor als abschlussgefährdet galten. Zum Zeitpunkt der Befragung be-fanden sich 42% in einer Berufsausbildung und 40% in einem berufsvorbereitenden Lehr-gang, weitere 9% hatten eine andere Perspektive wie eine weiterführende Schule oder ein Freiwilliges Soziales Jahr. Diese Zahlen belegen eindrücklich die Erfolge des Produktiven Lernens.

Produktives Lernen ist derzeit ein alternatives Bildungsangebot an rund 80 Schulen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Ber-lin, wo sich das Produktive Lernen seit vielen Jahren bewährt hat, wird das Angebot im Zuge der aktuellen Schulstrukturreform ausgeweitet. Produktives Lernen spielt insbesondere für die Einführung des Dualen Lernens an den zukünftigen Integrierten Sekundarschulen eine wich-tige Rolle. Der Freistaat Sachsen ist mit diesem Schuljahr neu ins Produktive Lernen gestartet und darüber hinaus gibt es Interessensbekundungen aus Baden-Württemberg, Hamburg und Schleswig-Holstein. Auch andere europäische Länder bieten Produktives Lernen an, z.B. Bulgarien, Finnland, Frankreich, Niederlande, Russland und Spanien.

Das International Network of Productive Learning Projects and Schools (INEPS) fördert das Produktive Lernen in Europa, koordiniert das europäische Netzwerk der Bildungsprojekte des Produktiven Lernens und veranstaltet in Kooperation mit dem IPLE internationalen Austausch sowie internationale Seminare und Kongresse.

Weitere Informationen zum Produktiven Lernen und zum 12. Forum zum Produktiven Lernen in Schwerin finden Sie unter: www.iple.de.

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