Dienstag, 06. Dezember 2016


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Die Zukunft des Fisches

(lifePR) (Hamburg, ) Um die Zukunft des Fisches als wertvollen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung, um ungelöste Fragen der Fischereiforschung und um zukünftige Herausforderungen ging es gestern beim Festakt zum 100jährigen Bestehen der Forschung am Seefisch im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg. Prof. Peter Tamm: "Gemeinsam wollen wir die Öffentlichkeit auf die heutige Situation des Meeres aufmerksam machen. Im Wasser, das immerhin zwei Drittel der Erdoberfläche bedeckt, leben die Tiere des Meeres. Auf dem Meer wird Schifffahrt betrieben. Unter Wasser, in den Tiefen, wird nach Erdöl oder Erdgas geforscht. Diese Aktivitäten stehen nicht immer im Einklang zueinander."

Im Rahmen der Veranstaltung zum hundertjährigen Bestehen des Hamburger Johann Heinrich von Thünen-Instituts wurden komplexe Probleme im Spannungsfeld zwischen Fischerei, Fischereiforschung und Fischindustrie deutlich.

Gerd Conrad vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stellte fest, dass 88% der europäischen Fischbestände nicht nachhaltig befischt werden und 75% der weltweit genutzten Bestände voll genutzt, erschöpft oder zusammengebrochen sind. Eine nachhaltige Fischereipolitik sei deshalb für die Bundesregierung eine unbestreitbare Notwendigkeit. Conrad weiter: "Verantwortungsvolle Fischereipolitik unter Beachtung des Prinzips der Nachhaltigkeit zu betreiben, ist der Bundesrepublik aber nur möglich, wenn der wissenschaftliche Input stimmt."

"Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 15,7 Kilo wurde im Jahr 2009 in Deutschland ein neuer Rekord aufgestellt. Damit liegen wir noch immer knapp unter dem Weltdurchschnitt und haben damit ein großes Potenzial, um den Fischverbrauch in unserem Land zu steigern", entgegnete Dr. Matthias Keller vom Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels.

Auf zukünftige Herausforderungen der Fischereiforschung wiesen Prof. Dr. Gerd Kraus, Leiter des Hamburger Johann Heinrich von Thünen-Instituts, und Dr. Gerd Hubold, Generalsekretär des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), Kopenhagen, hin. Kraus: "Wir werden uns nicht mehr auf die Untersuchung einzelner Fischbestände konzentrieren, sondern müssen unsere Aufmerksamkeit auf das gesamte Ökosystem richten. Dies bedeutet eine 180-Grad-Wende für die angewandte Fischereiforschung." Dr. Hubold wies abschließend auf neue gesellschaftliche Herausforderungen für die Fischereiforschung hin. Er fordert mehr qualifizierte Forschung, mehr Institute und Forscher, die auch gesellschaftliche Themen angehen, und eine höhere Messlatte für die wissenschaftliche Qualität, die durch intensivere internationale Zusammenarbeit erreicht werden soll.

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