Freitag, 09. Dezember 2016


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IWH-Konjunkturbarometer Ostdeutschland: Guter Start ins neue Jahr

(lifePR) (Halle (Saale), ) Die Produktions- und Dienstleistungsstandorte in den Neuen Bundesländern profitieren von der anziehenden Investitionskonjunktur der deutschen Wirtschaft. Im ersten Quartal 2015 hat sich die Bruttowertschöpfung in fast allen Bereichen der privaten Wirtschaft erhöht. Das Bruttoinlandsprodukt legte in Ostdeutschland (ohne Berlin) - saisonbereinigt nach dem Berliner Verfahren - um 0,4% gegenüber dem vierten Quartal 2014 und damit stärker als in den Alten Bundesländern (0,2%) zu. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum betrug der Zuwachs 0,6%.

Die Belebung der Investitionsaktivitäten in Deutschland fand insbesondere Widerhall im Baugewerbe. Auf einen kräftigen Anstieg der Wertschöpfung in den Neuen Bundesländern deuten die in den Bau- und Ausbaubetrieben geleisteten Arbeitsstunden und die Umsätze hin; allerdings dürfte auch die ungewöhnlich milde Witterung in den Wintermonaten das Baugeschehen stimuliert haben. Die Impulse für die Hersteller von industriellen Investitionsgütern fielen nicht ganz so kräftig aus; deren Vorleistungsbereiche mussten sogar leichte Umsatzverluste im Inland hinnehmen. Dagegen profitierten die Unternehmensdienstleister von der Belebung der Investitionsaktivitäten.

Die anhaltend kräftige Nachfrage der privaten und öffentlichen Haushalte kam weniger den Produzenten von Konsumgütern denn den konsumnahen Dienstleistern wie dem Handel und dem Gastgewerbe zugute. Insbesondere bremste die schwache Aufstellung der ostdeutschen Wirtschaft im Gebrauchsgütersegment. Von der Erholung im Euroraum gingen Impulse an die exportorientierten Hersteller in allen großen Güterabteilungen aus; allen voran erhöhten die Hersteller von Vorleistungs- und von Verbrauchsgütern ihre Umsätze im Ausland.

Insgesamt übertrumpfte die konjunkturelle Dynamik im Produzierenden Gewerbe mit 1,2% die Expansion im Dienstleistungssektor mit 0,1% deutlich. Während das Geschäft von Händlern und Unternehmensdienstleistern florierte, stagnierte es nahezu im Verkehrs- sowie im Informations- und Kommunikationsgewerbe. Die Finanzdienstleister nahmen weitere Einbußen hin, und die öffentlichen Dienstleister bremsten auch zu Jahresbeginn.

Für das zweite Quartal dieses Jahres deuten die vorlaufenden Konjunkturindikatoren auf eine moderate Fortsetzung des Leistungsanstiegs der ostdeutschen Wirtschaft hin. Das Geschäftsklima im Baugewerbe bleibt freundlich, die Betriebe gehen, wie vom IWH bereits Ende März gemeldet, mit hohen Erwartungen auf gute Baugeschäfte in die nächsten Monate, auch wenn es nach dem milden Winter zu einer leichten Abschwächung im Verlauf kommen dürfte. Dagegen schätzen die Industriebetriebe ihre Geschäfts- und die Produktionsaussichten sehr verhalten ein. Die Auftragsbücher sind aber gut gefüllt. Die Zuversicht im Konsumgütersegment trübte sich weiter ein, wohingegen die Investitionsgüterproduzenten mit einem weiteren Anziehen von Nachfrage und Produktion rechnen. Auch laut Verbandsumfrage sind die Maschinen- und Anlagenbauer in den ostdeutschen Bundesländern vorsichtig optimistisch.

Zur Berechnung des IWH-Konjunkturbarometers für Ostdeutschland siehe IWH, Wirtschaft im Wandel, Jg. 9 (16), 2003, 471 f.

Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Die Aufgaben des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sind die wirtschafts-wissenschaftliche Forschung und wirtschaftspolitische Beratung auf wissenschaftlicher Basis. Das IWH betreibt evidenzbasierte Forschung durch eine enge Verknüpfung theoretischer und empirischer Methoden. Dabei stehen wirtschaftliche Aufholprozesse und die Rolle des Finanzsystems bei der (Re-)Allokation der Produktionsfaktoren sowie für die Förderung von Produktivität und Innovationen im Mittelpunkt. Das Institut ist unter anderem Mitglied der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, die halbjährlich Gutachten zur Lage der Wirtschaft in der Welt und in Deutschland für die Bundesregierung erstellt.

Das IWH ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 89 selbstständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Weitere Informationen unter www.leibniz-gemeinschaft.de.

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