Dienstag, 06. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 343449

IWH-Bauumfrage im August 2012: Verhaltenere Stimmung am Bau

(lifePR) (Halle (Saale), ) Die 300 vom IWH befragten ostdeutschen Bauunternehmen beurteilen ihre Ge­schäfts­lage im August leicht und die Geschäftsaussichten deutlich schlechter als in der vorangegangenen Befragung im Juni. Ähnliche Abweichungen ergeben sich im Vorjahresvergleich. Insbesondere fällt der um 13 Saldenpunkte geringere Index für die Aussichten auf, der die bis zum Frühjahr 2013 reichenden Bau­geschäfte widerspiegelt. Die aktuelle Geschäftslage wird nur wenig ungünstiger bewertet als noch vor einem Jahr (vgl. Tabelle). Da die als Folge des Kälte­einbruchs im Februar notwendigen Aufholarbeiten im Frühsommer abgeschlossen waren, stellen sich die aktuellen Baugeschäfte nun nicht mehr ganz so dynamisch dar. Die auffallend skeptischere Bewertung der Geschäftsaussichten bis zum Früh­jahr 2013 dürfte dagegen der Zuspitzung der Krise im Euroraum und der in­zwischen weltweiten konjunkturellen Abkühlung geschuldet sein, die aufgrund sinkender Absatz­erwar­tungen vor allem das Investitionsverhalten der Unter­nehmen negativ beeinflussen dürfte.

Diese Grundaussage wird nach Ausschluss der Saisoneinflüsse weitgehend bestätigt (vgl. Abbildung). Die Indikatoren für die aktuelle und zukünftige Bauproduktion geben weiter nach. Allerdings befinden sie sich angesichts mehrheitlich optimistischer Stimmen immer noch auf hohem Niveau. Hinsichtlich der Lage unterschreitet der aktuelle saison­berei­nigte Monatswert den Durchschnitt des Rekordjahres 2011 mit drei Saldenpunkten nur wenig, bei den Aussichten mit zwölf Saldenpunkten allerdings etwas sichtbarer. Dahinter steht eine durch die Krise unterschiedlich beeinflusste Entwicklung der Sparten.

Im Hochbau fällt die Eintrübung mit zehn Saldenpunkten bei der Lage und 15 Punkten bei den Aussichten am stärksten aus. So waren die Auftragseingänge im gewerblichen Bau bereits mehrere Monate in Folge rückläufig. Ausschlaggebend dürfte eine deutlich verhaltenere Investitionstätigkeit der Unternehmen sein. Aus den zeitlich weiter reich­en­den Genehmigungen ist insbesondere eine Zurückhaltung im Fabrik- und Werk­statt­bau abzulesen. Dagegen dürfte der Wohnungsneubau bei zuletzt wieder gestiegenen Auf­trägen und Baugenehmigungen aufwärtsgerichtet bleiben. Die Fundamentalfaktoren Arbeits­markt, Einkommen und Zinsen wirken nach wie vor förderlich. Dies zeigt sich auch darin, dass die Ausbauunternehmen nur geringe Abstriche an ihren Lage- und Erwartungs­urteilen vornehmen. Angesichts der demographischen Entwicklung in den ostdeutschen Ländern wird hier stärker in die Aufwertung der bestehenden Immobilien investiert. Dies beschert dem Ausbau im Spartenvergleich eine herausragende Stellung.

Im Tiefbau hat sich die Lage nach der Aufarbeitung der witterungsbedingten Pro­duk­tions­ausfälle aus dem Februar ebenfalls leicht eingetrübt. Die Aussichten halten sich auf dem Niveau, das erreicht wurde, nachdem die konjunkturstützenden Maßnahmen aus­gelaufen waren.

Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erforscht die transformationsbedingten ökonomischen Besonderheiten in Ostdeutschland und Mittelosteuropa, die es zu überwinden bzw. zu gestalten gilt, so­wie den fortdauernden Prozess der ökonomischen Integration in Europa. In drei Forschungsabteilungen (Makroökonomik, Strukturökonomik und Stadtökonomik) erarbeitet das IWH darüber hinaus wissen­schaftlich fundierte Beiträge zur aktuellen Wirtschaftspolitik. So ist das IWH beispielsweise Mitglied der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, die halbjährlich Gutachten zur Lage der Wirtschaft in der Welt und in Deutschland für die Bundesregierung erstellt, und Partner eines europäischen Forschungskon­sortiums zur Untersuchung der ökonomischen Aufholprozesse in Mittel- und Osteuropa (7. Forschungs­rahmenprogramm der EU).

Das IWH ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 For­schungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei asso­ziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geistes­wissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Weitere Informationen unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

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