Dienstag, 06. Dezember 2016


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Exkursion zum Testturm in Rottweil

Außergewöhnliches Objekt mit besonderen Anforderungen

(lifePR) (Ostfildern/Scharnhauser Park, ) 90-60-90 - die Traummaße einer Frau. Ebenfalls beeindruckende Größen hat der Forschungs- und Entwicklungsturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge, den derzeit die ThyssenKrupp Elevator AG in Rottweil errichtet. Davon überzeugten sich am 19. Mai 2015 über 30 Mitglieder des Industrieverbandes Steine und Erden Baden-Württemberg e. V. in Begleitung von Heinz Sprenger, stellv. Hauptgeschäftsführer, und Dr. Michael Aufrecht, Fachgruppe Transportbeton, direkt vor Ort. Möglich gemacht hat die Fachexkursion die tbu Transport-Beton-Union GmbH & Co. KG aus Bad Dürrheim. Das Mitgliedsunternehmen ist an der Bauausführung beteiligt.
42,8 Millionen Euro beträgt die Auftragssumme, am 15. Oktober 2016 soll der Turm nach 26,5 Monaten Bauzeit fertig sein. Bis dahin wurden rund 16.000 Kubikmeter Beton und rund 2600 Tonnen Stahl verbaut. Der Testturm wächst um durchschnittlich 3,60 Meter am Tag, wiegt nach Fertigstellung etwa 40.000 Tonnen, ist dann 246 Meter hoch und damit 80 Meter höher als der Stuttgarter Fernsehturm. Nach jedem Gleitabschnitt von 40 Metern muss der am Turm befestigte Kran wieder erhöht werden. Entworfen haben den Turm die renommierten Architekten Helmut Jahn und Werner Sobek.

"Dieses Bauvorhaben ist ein "High-Light" im wahrsten Sinne des Wortes. Es wird in Jahrzehnten noch Signalwirkung haben", sagte Oliver Mohr, der stellvertretende Vorsitzende der ISTE-Fachgruppe Transportbeton. Und genau der wird von der Firma TBU geliefert. "Für den Turm wird der Beton ausschließlich in unserem Werk Horgen in Rottweil produziert", erklärte tbu-Geschäftsführer Christoph Ramsperger.

Das Auftragsvolumen umfasst rund 16.000 Kubikmeter Beton, davon 11.000 Kubikmeter Gleitbeton. Momentan werden acht Kubikmeter Beton pro Stunde geliefert, produziert wird rund um die Uhr im Drei-Schichtsystem. "Bei Tag und Nacht ist je ein Betontechnologe im Einsatz", unterstrich Ramsperger und fügte hinzu: "Die größten Herausforderungen liegen in der Gleichmäßigkeit der Belieferung und in der Konstanz der Festigkeitsentwicklung des Betons."

Nur durch unzählige Laborversuche und viele Live-Tests auf der Baustelle konnte die passende Rezeptur für den "High-Tech-Turm-Spezial-Beton" entwickelt werden. "Wenn der Beton aus der Schalung kommt, muss noch Zeit sein, ihn zu bearbeiten. Er darf also nicht zu schnell trocknen, aber auch nicht zu klebrig sein", sagte Horst Erler, Produktmanager bei Holcim (Süddeutschland) GmbH, einer Tochtergesellschaft des weltweit tätigen Baustoffkonzerns Holcim Ltd.. Das Gleitverfahren stellt besondere Ansprüche an den Beton, da er den klimatischen Bedingungen während des Baus und der Höhe immer wieder entsprechend angepasst werden muss. "Deshalb fahren wir mit unterschiedlichen Rezepturen", so Erler.

Für die erste Gleitschalung am 10. März 2015 bis 80 Meter Höhe verwendete man den anspruchsvollen C50/60-Beton. "Heute um Mitternacht haben wir auf C40/50-Beton umgestellt", so Erler. Ab 130 Meter wird auf Beton C30/37 umgestellt.

Insiderwissen aus erster Hand verriet Klaus Strohmeier, Projektleiter der Ed. Züblin AG. Die Betonröhre wird von einem gedrehten PTFE-beschichtetem Glasfasergewebe umhüllt, das beleuchtet werden kann und damit ein bisschen wie eine gewundene Kerze aussieht. Im Turm selbst werden Besucher- und Kundenräume, Werkstätten, Lager und Büros untergebracht sein. Auf 220 Meter ist unter anderem ein Vortragssaal geplant, auf 231 Meter die Aussichtsplattform für Besucher. Im Turm gibt es neun Aufzugs-Testschächte. Hinzu kommen weitere Schächte, unter anderem für den nach außen hin gläsernen Besucherlift. Er soll die Gäste mit bis zu 18 Metern pro Sekunde nach oben befördern.

Getestet und zur Serienreife gebracht werden soll hier außerdem ein supermoderner Multilift. Hierbei fahren mehrere Liftkabinen im gleichen Schacht vertikal und horizontal. Da seit 2009 weltweit mehr Menschen in städtischen Gebieten als auf dem Land leben und die Stadtbevölkerung jedes Jahr um mehr als 65 Millionen Menschen wächst, wird es langsam eng in den Städten. Platzsparen lautet die Devise deshalb auch im Liftbau. Gefragt sind also besonders schmale und schnelle Fahrstühle. Wegen des Tempos bei der Auffahrt benötigen solche Lifte dann Druckausgleichssysteme. Auch das soll in Rottweil getestet werden.
Die Exkursions-Teilnehmer durften mit dem außen angebrachten provisorischen Aufzug in luftige 80 Meter fahren und konnten so einen Blick auf die Arbeitsplattform erhaschen, auf der momentan 25 Männer in atemberaubendem Tempo arbeiten und so dafür sorgen, dass der Turm 15 Zentimeter pro Stunde wächst und der Rohbau im Sommer steht.

Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V.

In Baden-Württemberg gibt es rund 500 Unternehmen, die mineralische Rohstoffe gewinnen, weiterverarbeiten oder gebrauchte mineralische Rohstoffe recyceln. Insgesamt geschieht dies in rund 800 Werken mit 15.000 Beschäftigten. Diese Branche erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von rund 5 Milliarden Euro pro Jahr im Land.

Pro Einwohner und Jahr müssen rund 10 Tonnen Material der Erde entnommen werden, damit Häuser, Bürogebäude, Straßen, Bahnlinien und Radwege gebaut werden können. Insgesamt werden so jährlich 100 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe gewonnen und benötigt. Ziemlich genau entspricht das einem Kilogramm mineralische Rohstoffe pro Einwohner und Stunde. Gebrauchte Baustoffe werden durch Baustoffrecycling im Kreislauf gehalten. So wird bereits heute ca. 90 Prozent des Bauschuttes und Straßenaufbruchs recycelt.

Der ISTE wurde bereits sechs Jahre vor dem Land Baden-Württemberg im März 1946 als "Fachverband Steine und Erden Württemberg und Baden e.V." gegründet. Seitdem hat er sich zu einem modernen, dienstleistungsorientierten Wirtschafts- und Arbeitgeberverband entwickelt.

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