Freitag, 20. Januar 2017


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Netphen will im kommunalen Leitbild Unternehmeranliegen berücksichtigen

(lifePR) (Siegen, ) Nach dem Unternehmergespräch, das die Industrie- und Handelskammer (IHK) vor kurzem in der Stadt Netphen führte, trafen sich jetzt IHK-Geschäftsführung und Bürgermeister sowie Fraktionsvorsitzende zu einem Kommunalgespräch.

Völlig unverständlich, so die Vertreter der Stadt, sei die von den Unternehmern im Gespräch mit der IHK geäußerte Kritik, in der Stadt Netphen sei die Wertschätzung für die Bedeutung der Industrie unterentwickelt. Dies sei erstens nicht der Fall und bisher in bilateralen Gesprächen mit einzelnen Unternehmen auch nicht so wahrgenommen worden. Um diesem Eindruck dennoch entgegenzuarbeiten, wolle die Stadt in der jetzt anstehenden Leitbilddiskussion für die Kommune selbstverständlich die gewerbliche Wirtschaft mit einbinden, einschließlich der Betriebsräte, wie Bürgermeister Wagener betonte. Die Stadt Netphen lege weiter großen Wert auf gute Standortbedingungen für die Gewerbebetriebe. Gleichwohl dürfe dabei aber nicht übersehen werden, dass der Stadt sowohl durch ihre topografische wie ökologische Gegebenheiten und durch den hohen Waldanteil für den Ausweis großflächiger Gewerbegebiete Grenzen gesetzt seien. Die IHK bestärkte die Stadt in ihrer Entscheidung, ein Leitbild zu erarbeiten. Sie hatte die Leitbilddiskussion bereits beim letzten Kommunalgespräch im Jahr 2005 angeregt.

Die IHK bedauerte, dass es nicht gelungen sei, im Rahmen der Neuaufstellung des Regionalplanes interkommunale, verkehrsgünstig gelegene Gewerbeflächen mit Perspektive festzulegen. Wir sollten gemeinsam daran arbeiten, bot IHK-Hauptgeschäftsführer Mockenhaupt an. Aktuell sieht man in der Politik und in der Verwaltung der Stadt keine Defizite beim Gewerbeflächenangebot. Man sei in der Lage, rund 25 Hektar verfügbare Fläche anzubieten. Die Fläche sei im Rahmen des Regionalplans zugestanden worden. Den Vorwurf, Chancen bei der Ausweisung von Flächen verpasst zu haben, wiesen die Vertreter der Stadt deshalb zurück.

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung muss nach Ansicht von Bürgermeister Wagener geklärt werden, welchen Stellenwert die Stadt zukünftig auch Branchen wie dem Tourismus und dem übrigen Dienstleistungsgewerbe bemessen wolle. Die Stadt müsse einen gesunden Ausgleich zwischen ihren natürlichen Ressourcen, den gewachsenen Strukturen und den wirtschaftlichen Herausforderungen finden. Dabei sollten die wirtschaftlichen Chancen, die zum Beispiel dem Tourismus beizumessen sind, im Auge behalten werden.

Die Abwanderung von Unternehmen in den letzten Jahren habe man nicht verhindern können, weil letztlich die von den Unternehmern gewählten Standorte in anderen Kommunen der Region für die Unternehmer attraktiver und wirtschaftlich günstiger gewesen seien. Dies gelte zum Beispiel im Hinblick auf die Lage unmittelbar an der Autobahn oder für konkurrenzlos niedrige Gewerbesteuerhebesätze im benachbarten Hessen.

Ausgesprochen erfreulich habe sich in Netphen der Einzelhandel entwickelt, konnte die Kammer der Politik berichten. So sei es gelungen, innerhalb der letzten zehn Jahre die Kaufkraftbindung in der Stadt um zehn Prozentpunkte zu steigern. Dies sei ein Spitzenwert unter den Kommunen im IHK-Bezirk.

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