Sonntag, 11. Dezember 2016


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IHK: Konjunktur kühlt ab

(lifePR) (Siegen, ) Das Konjunkturklima im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen hat sich zum Herbstanfang abgekühlt. Hauptgrund ist die kritische Einschätzung der wirtschaftlichen Aussichten. Die Betriebe spüren konjunkturellen Gegenwind und glauben nicht, dass das bisher gute Niveau gehalten werden kann. Das ist das Fazit der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK Siegen.

Hohe Rohstoff- und Energiepreise, in jüngster Zeit vor allem aber die internationale Finanzkrise und deren ungewisse Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, drücken auf die Stimmung. So fällt der Konjunkturklimaindex, als Kombination aus Lagebeurteilung und Erwartung, von 121 Punkten auf 100 Punkte; der stärkste Rückgang seit August 2001.

An der aktuellen Konjunkturumfrage beteiligten sich knapp 600 Unternehmen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe.

"Trotz der skeptischen Aussichten und der weltweiten Turbulenzen ist die aktuelle Wirtschaftslage vieler Betriebe im IHK-Bezirk Siegen noch in einer soliden Verfassung", so IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt. "Mit einem abrupten und steilen Absturz der Konjunktur rechnen wir daher in unserer Region noch nicht."

In ihren Erwartungen haben die Unternehmen allerdings die erwarteten Auswirkungen der Turbulenzen an den Finanzmärkten schon einkalkuliert. Deswegen fallen die Aussichten schlechter aus als die Beurteilung der aktuellen Lage. Deutlich mehr Unternehmen als im Januar erwarten einen Rückgang des Geschäftes in den nächsten Monaten. Ihre Lage beurteilen 83 % aller Unternehmen aber noch als gut oder zufriedenstellend. Die Investitionsneigung bleibt von dem skeptischen Ausblick nicht unbeeinflusst. Von 38 % auf 28 % sinkt die Zahl der Betriebe, die im Inland mehr investieren wollen! Positiv ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Unternehmen suchen weiter nach Fachkräften; auch wenn die Absicht, neue Arbeitskräfte einzustellen, nicht mehr so ausgeprägt ist wie zum Jahresanfang. Die Gesamtsituation, vor allem aber die ungewissen Aussichten mahnen insgesamt zur Vorsicht. "Deshalb", so IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt, "darf in dieser Situation der Bogen, zum Beispiel bei den anstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie, nicht überspannt werden, damit aus der erwarteten Konjunkturdelle nicht ein starkes und ausgeprägtes Konjunkturtal wird."

Zu den Ergebnissen im Einzelnen: Vor allem bei den Industrieunternehmen ist die aktuelle Lage noch zufriedenstellend. Die Produktionsauslastung ist hoch und die Auftragsbestände vieler Betriebe sichern noch Beschäftigung für die nächsten Monate. 45 % der Unternehmen beschreiben ihre Situation als gut, 8 % als schlecht. Allerdings sind deutliche Zeichen für eine Abkühlung zu erkennen. Die Unternehmen registrieren neben schwächeren Auftragseingängen aus dem Inland nun auch einen Rückgang bei den Auslandsaufträgen. Trotzdem erwarten immer noch 63 % der Betriebe in den nächsten Monaten eine gleichbleibend gute Entwicklung.

Das Baugewerbe beurteilt die aktuelle Lage besser als zu Jahresbeginn. 40 % der Betriebe melden eine positive, nur 14 % eine negative Entwicklung. Die Branche registriert eine hohe Produktionsauslastung. Besonders der gewerbliche Hochbau meldet gute Geschäfte. Aber auch die Bauunternehmen berichten über nachlassende Auftragseingänge und rechnen vor dem kommenden Winter saisonbedingt mit Einbußen. Rund ein Drittel geht deshalb davon aus, dass sich die Geschäfte in den nächsten Monaten verschlechtern werden. Nur 9 % erwarten eine bessere Entwicklung.

Der regionale Großhandel schätzt die wirtschaftliche Situation ungünstiger ein als zum Jahresbeginn. Aber auch hier beurteilen immer noch drei Viertel der Betriebe ihrer Lage gut oder zufriedenstellend. Ein Viertel dagegen beurteilt auch die Lage negativ. Die Erträge stehen unter Druck, weil die Kosten steigen und Preisvorstellungen am Markt nicht im erhofften Umfang durchgesetzt werden können.

Im Dienstleistungsbereich stufen mehr als ein Drittel der Befragten ihre Lage gut ein. Nur 14 % bewerten sie als schlecht. Positive Äußerungen kommen nach wie vor von den unternehmensnahen Dienstleistern, die immer noch von der guten Wirtschaftslage im Produktionsbereich profitieren. Das Verkehrsgewerbe allerdings leidet unter den hohen Spritpreisen und registriert trotz guter Beschäftigung spürbare Ertragseinbußen.

Im Einzelhandel bleibt die Lage angespannt. Hier überwiegt deutlich die Skepsis, sowohl im Hinblick auf die aktuelle Lage, aber auch bei dem Blick in die nahe Zukunft. Die Branche ist das konjunkturelle Sorgenkind und liegt weit abgeschlagen hinter den anderen Wirtschaftszweigen. 43 % der Befragten melden eine schlechte Lage. Nur 12 % bewerten ihr aktuelles Geschäft mit der Note "gut". Der Einzelhandel leidet unter der nach wie vor starken Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Die hohen Verbraucherpreise drücken die Konsumlaune. Der gefallene Ölpreis entlastet die Bürger noch nicht, weil diese Preisreduzierungen bislang noch nicht weitergegeben wurden. Die Verbraucher sparen wieder vermehrt und im Einzelhandel macht sich deshalb keine große Hoffnung für die nächsten Monate breit. 39 % der Unternehmer sind pessimistisch eingestellt. Auch das bevorstehende Weihnachtsgeschäft betrachten viele Einzelhändler schon jetzt mit außerordentlicher Skepsis.

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