Freitag, 09. Dezember 2016


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"Es muss unter die Haut gehen": Gehirnforscher Hüther spricht beim Wirtschaftsforum "Impulse"

(lifePR) (Krefeld, ) Äußere Motivationsanreize wie Belohnung und Bestrafung gehören der Vergangenheit an. Mit diesen und anderen Thesen hat der renommierte Hirnforscher Prof. Gerald Hüther sein Publikum in Staunen versetzt, zum Nachdenken gebracht - und nicht zuletzt durch seine Rhetorik begeistert. 380 Unternehmer vom Niederrhein waren der Einladung von Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein und Westdeutscher Zeitung zu "Impulse - das Wirtschaftsforum am Niederrhein" in die Mercedes-Benz Niederlassung Krefeld gefolgt.

In seiner Begrüßungsrede erklärte IHK-Präsident Heinz Schmidt mit Blick auf die Eurokrise, dass es vielleicht gerade in Zeiten mit offenkundigen Problemen gut sei, das Thema zu wechseln. "Wenn das Kaninchen auf die Schlange starrt, hilft das ja auch nicht weiter", sagte der Präsident und erklärte, dass Hüthers Beschäftigung mit der Auswirkung von Angst und Stress auf das Gehirn ein auch für die Wirtschaft relevantes Thema sei. Schließlich beliefen sich die Behandlungskosten psychisch bedingter Erkrankungen inzwischen auf 27 Mrd. Euro. "Das Thema hat also durchaus eine gesamtwirtschaftliche Dimension."

Als einen Grund für die in den vergangenen Jahren gestiegene Anzahl der Erkrankungen führte Schmidt den Wandel in der Wirtschaftsstruktur an. Dienstleistungen erforderten viel Koordination, Absprachen und persönliche Interaktion. "Zugespitzt heißt das: weniger Muskeln - aber mehr Hirn. Für mich ist das aber durchaus eine positive Perspektive", sagte Schmidt. "Ich finde Kreativität und Spaß an der Arbeit sind die Faktoren, die ein Unternehmen nach vorne bringen."

Welche Rolle Führungskräfte dabei spielen sollten, erläuterte Hüther in seinem kurzweiligen Vortrag. "Was Ihre Mitarbeiter und Sie geprägt hat, sind die im Laufe des Lebens gemachten Erfahrungen. Die sind tief im Hirn verankert", erklärte Hüther. "Aber man kann sich im Leben nochmal ändern, umdenken." Allerdings führten stures Auswendiglernen oder Gehrin-Jogging zu keinem anhaltenden Erfolg - ebenso wenig wie Belohnung und Bestrafung. "Das Hirn kann man nicht trainieren", betonte der Forscher. "Es ist kein Muskel."

Hüthers Rezept für die Entfaltung der Potenziale lautet "Begeisterung".

Menschen benötigten für eine Veränderung eine "emotionale Aktivierung". "Es muss etwas unter die Haut gehen", betonte Hüther. Dann würden neuroplastische Botenstoffe ausgeschüttet, die wie "Dünger für das Gehirn wirken". Selbst ein 85-Jähriger könnte nach einer solchen Aktivierung noch Chinesisch lernen. "Wenn diese Begeisterung nicht zustande kommt, passiert jedoch nichts."

Chefs machten den Fehler, immer das Verhalten ihrer Mitarbeiter verändern zu wollen. "Wir brauchen aber Strategien, wie man nicht das Verhalten, sondern die Haltung verändert, die dieses Verhalten mit sich bringt." Die in seinen Augen idealen Führungskräfte sind "Supportive Leaders", Vorgesetzte, die auf die Entwicklung der Potenziale ihrer Mitarbeiter setzen. Sie laden ihre Mitarbeiter dazu ein, sich auf eine neue Aufgabe einzulassen, sie ermutigen und inspirieren sie. Durch dieses wertschätzende Verhalten werden laut Hüther zwei Grundbedürfnisse des Menschen angesprochen: das Bedürfnis, dazuzugehören, und das Bedürfnis, Aufgaben zu finden, an denen man wachsen kann.

"Jeder von Ihnen müsste in der Lage sein, jeden zu inspirieren, einzuladen, sich loszumachen von alten Vorstellungen und sich nochmal aufzumachen", animierte Hüther seine Zuhörer. "Dann könnte eine ganz andere Beziehungskultur entstehen. Dann wird ein anderer Geist hervorgezaubert." Wie die Haltung alles bestimme, so sei es der Geist in einem Unternehmen, der darüber entscheide, was passiert. Diesen positiven Geist müsse man schaffen.

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