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IHK Lippe befragt Unternehmen zu Auslandsaktivitäten
"Made in Lippe" geht vor allem in die EU
Vor allem lippische Industrieerzeugnisse finden Abnehmer im Ausland, allen voran aus der Elektrotechnik, dem Maschinenbau und der Chemie. Diese drei Branchen machen inzwischen weit mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit Kunden in anderen Ländern. Auf Platz vier folgen Kunststoffprodukte, gefolgt von Möbeln und Holzwaren. Wie wichtig das Auslandsgeschäft für Lippe geworden ist, zeigt auch ein Blick in die Exportstatistik. In den letzten 20 Jahren hat sich die Exportquote auf fast 47 Prozent knapp verdoppelt. Damit liegt Lippe inzwischen über der Exportquote von Bund und Land.
Bei der Auswahl der Zielregionen für das Auslandsgeschäft zählen für lippische Unternehmen vor allem räumliche Nähe und gewachsene Beziehungen. Im Fokus stehen nach wie vor die Länder der Europäischen Union. Unter den EU-Beitrittsstaaten von 2004 ist Nachbarland Polen mittlerweile auf den fünften Rang vorgerückt, Tschechien auf Platz 12. Unter den Nicht-EU-Staaten sind die Schweiz auf Rang drei und China auf Rang 9 gut platziert. Mit etwas Abstand folgen Russland, die USA und die Türkei auf den Plätzen 14 bis 16.
Dieses "klassische" Exportmuster hat sich trotz der Entwicklung in den asiatischen Ländern in den letzten Jahren gehalten. "Asien hat zwar eine große Dynamik, konnte aber wohl die hohen Erwartungen lippischer Exporteure nicht ganz erfüllen", beobachtet Andreas Henkel. Der Geschäftsführer der IHK Lippe hat auch eine Erklärung parat: Für reine Exporteure, z. B. von teuren Hightech-Produkten, sind die Märkte in Asien oft nicht aufnahmefähig. Andere Gründe für die Zurückhaltung sind Beschränkungen beim Marktzugang und unsichere politische Verhältnisse.
"Wer die Volumenmärkte in Asien erschließen will, muss dort häufig eine eigene Produktion starten. Das gilt vor allem dann, wenn man Zulieferer von Großkonzernen ist", so Henkel. Um näher am Markt zu sein, hat in zwischen fast jedes fünfte auslandsaktive lippische Unternehmen zumindest eine Niederlassung im Ausland, in der Regel ein Vertriebsbüro. Und jede achte Firma ist sogar mit mindestens einer eigenen Produktionsstätte im Ausland vertreten.
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