Sonntag, 26. Mai 2013


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IHK-Präsidentin Schaar fordert rationales Steuersystem

IHK-Neujahrsempfang in Halle

(lifePR) (Halle (Saale), ) Gewerbefreiheit, Bildung, Forschung, Infrastruktur und soziale Sicherung lauten die wirtschaftspolitischen Eckpunkte der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) in diesem Jahr. In der aktuellen Konjunkturpolitik plädierte die IHK-Präsidentin Carola Schaar dafür, "längst Überfälliges", wie Verkehrsinfrastruktur, Bildung und Forschung anzupacken und die Steuern zu senken: "Aber nicht nach der Rasenmäher-Methode, sondern systematisch. Wir brauchen ein rationales Steuersystem! Linke Tasche, rechte Tasche, mehr als 50 Steuerarten, Doppel- und Dreifachbesteuerung, Steuern, die kaum so viel einbringen wie sie an Aufwand auslösen, solche Steuern sind nicht rational, sie sind irrational", so Schaar anlässlich des IHK-Neujahrsempfangs mit über 800 Gästen heute in Halle.


Als wirtschaftspolitisches Gebot der Stunde nennt die IHK-Präsidentin "vertrauensvolle Zusammenarbeit". "Angesichts großer Ungewissheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung sollten Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften vertrauensvoll zusammenrücken: Kein Überbietungswettbewerb um die dicksten, also um die Negativ-Schlagzeilen. Stattdessen: Erfahrungsaustausch, unaufgeregtes Abwägen und gemeinsame Verantwortung für - hoffentlich - kluge Krisenbekämpfung", so Schaar.

Als einen Schwerpunkt der IHK-Arbeit in diesem Jahr nennt die neue Präsidentin die Bildungspolitik. "Fachkräfte, insbesondere gewerbliche Facharbeiter sind heute schon Mangelware. Es fehlt an Zerspanern, Schweißern oder Schlossern; Juristen oder Journalisten haben eher Mühe, eine auskömmliche Arbeit zu finden. Deshalb sage ich unmissverständlich: Keine Bildungspolitik, die an der Wirklichkeit vorbeigeht", so Schaar. Wichtig sei auch die Frage nach der Qualität der Schule. "Das Leben in Wirtschaft und Gesellschaft, Wettbewerb, Selbstverantwortung oder auch Zuverlässigkeit, Höflichkeit, Dienstbereitschaft usw. müssen selbstverständliche Bildungsziele in der Schule sein. Leider muss noch hinzugefügt werden: Ohne Lesen, Rechnen und Schreiben kann man weder studieren noch eine Lehre erfolgreich bewältigen. Und: Auch und gerade in der Schule könnte, ja, müsste etwas für ein angemessenes, besseres Unternehmerbild getan werden", fordert Schaar.

"Trotz der vielen negativen Prognosen der vergangenen Wochen sollten Einwohner und Unternehmer im Land optimistisch ins neue Jahr blicken", empfahl der Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalts und Grußwortredner des Abends, Dr. Reiner Haseloff. "Die Auswirkungen der internationalen Rezession werden auch in Sachsen-Anhalt spürbar sein. Dennoch bin ich zuversichtlich, weil die heimischen Unternehmen deutlich gestärkt in die Krise gehen." Für Problemfälle habe das Wirtschaftsministerium ein eigenes Beratungszentrum mit einer kostenfreien, zentralen Unternehmer-Hotline bei der Investitionsbank eingerichtet. "Sämtliche finanzielle Ressourcen wie Darlehen und Bürgschaften werden wir auf erforderliche Unterstützungsmaßnahmen konzentrieren", kündigte Haseloff an.

Der Gastredner des Abends, IHK-Ehrenpräsident Albrecht Hatton, plädierte für die weitere Kooperation der mitteldeutschen Teilräume Dessau, Gera, Halle, Jena, Leipzig. "Eine Einsicht muss immer mehr Platz greifen: Wer kooperieren will, muss ein Stück eigene Freiheit und Unabhängigkeit aufgeben, er muss Bindungen eingehen. Durch diese Bindungen jedoch lässt sich - wenn es denn gelingt - mehr gewinnen, als durch das Stückchen Freiheit aufgegeben wird. Dies muss erkannt und umgesetzt werden", so Hatton in seiner Ansprache, in der er auch die Umweltpolitik kritisch in den Blick nahm. "Uweltpolitik kann nicht kostenfrei umgesetzt werden, sie muss auch nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit erfolgen", forderte Hatton. Genau dies sei der Punkt, gegen den eklatant verstoßen werde und bei dem die IHK immer wieder den Finger in die Wunde legen müsse.

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