Dienstag, 17. Januar 2017


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Urbanes Leben und Lärm: Wie viel Lärm verträgt die Stadt - und wie viel braucht Sie?

(lifePR) (Frankfurt, ) Spielende Kinder, Laubbläser, Sommergärten, mehrspurige Straßen, Baustellen. Wann wird aus einem Geräusch Lärm? Ab wann stört es uns? Wird es in der Stadt tatsächlich immer lauter oder ist das nur unsere subjektive Wahrnehmung? Diese und andere Fragen wurden gemeinsam mit Experten und regionalen Akteuren bei der Veranstaltung 'Urbanes Leben und Lärm' in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main diskutiert.

"Die Veranstaltung will Lärm nicht verharmlosen, vielmehr soll ein Spannungsfeld aufgezeigt werden, in dem sich gerade in einer Stadt wie Frankfurt Regelungen und Gesetze zum Lärmschutz bewegen und wie Stadtentwicklung damit umgeht. Denn eine wirtschaftlich starke Stadt ist auch eine lebenswerte Stadt", betonte Prof. Dr. Martin Wentz, Vizepräsident der IHK Frankfurt, in seiner Begrüßung.

Regionalverbandsdirektor Ludger Stüve unterstrich die Wichtigkeit neuer Ansätze bei der Vermeidung von Lärmproblemen und eine entsprechende Berücksichtigung in der europäischen Rahmengesetzgebung. "Allein die Einhaltung bestimmter Lärmgrenzwerte macht eine Region noch nicht ruhig oder lebenswert. So sind beispielsweise auch eine hohe Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld und in öffentlichen Räumen wichtig, aber auch die Bereitschaft aller beteiligten Akteure, an der Lösung von Lärmproblemen gemeinsam zu arbeiten, ist gefragt."

Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass eine zukunftsweisende Stadtentwicklung nicht 'nur' preiswertes Wohnen, ein schönes Wohnumfeld oder gepflegte Parks in den Fokus stellen soll. Vielmehr muss sie sich auch damit auseinandersetzen, Technologieoffenheit, Internationalität und Wachstumsorientierung als tragende Säulen der Stadtentwicklung zu etablieren.

"Die Umgebungslärmrichtlinie sieht vor 'Ruhezonen' in städtische Umgebungen einzuplanen, es soll leiser werden. Aber ob etwas als lauter oder leiser bewertet wird, ist weniger vom Schallpegel abhängig als von vielen Implikatoren, die interaktiv die Wahrnehmung von Geräuschen bestimmen. Städtisches Leben soll Straßenverkehr, Schienenverkehr, Flugverkehr, Freizeitaktivitäten in neuer Urbanität harmonisieren. Die Soundscape-Forschung kann die Interessen zusammenführen", erläuterte Prof. Dr. Brigitte Schulte-Fortkamp in ihrer Keynote über Soundscape und Geräuschemanagement.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass Stadtentwicklung heute eine moderne Industrie, attraktive Gewerbegebiete, eine pulsierende Kreativszene und eine lebendige Handels- und Gastronomielandschaft sowie gesundes Wohnen voranbringen muss.

"Seit den Anfängen der Zivilisation stellt Lärm ein Problem für die Menschen dar. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften ist das Lärmproblem wohl nicht wirklich lösbar. Technische Verbesserungen an Straßen, Reifen und Fahrzeugen können den Verkehrslärm in den Städten reduzieren, aber der Schlüssel zu ruhigeren Städten liegt gerade auch in einem angepassten Verhalten der Verkehrsteilnehmer", sagte Thomas Puls, Senior Economist, IW Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

Das Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe erfordert einen intensiven Interessausgleich. Frankfurt profitiert nicht nur von seiner Funktion als europäische Verkehrsdrehscheibe und Jobmotor, sondern auch von der Vielfalt an kulturellen und sportlichen Angeboten sowie Einkaufsmöglichkeiten.

Partner der Veranstaltung war das Europabüro der Metropolregion FrankfurtRheinMain, das beim Regionalverband FrankfurtRheinMain angesiedelt ist.

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