Sonntag, 22. Januar 2017


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Leichter Hoffnungsschimmer in den Chefetagen

Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handels- kammer (IHK) Erfurt, zum heute veröffentlichten Ifo-Geschäftsklimaindex

(lifePR) (Erfurt, ) Die Aufwärtsdynamik hält an. Zum achten Mal in Folge kennt der Ifo-Index nur eine Richtung und klettert nach oben. Das Marktumfeld bleibt zwar rau, wie seit Jahren nicht, aber die Unternehmen blicken wieder etwas zuversichtlicher auf die nächsten Monate, kommentiert Erfurts IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die vorliegenden Zahlen.

Auch in den Thüringer Chefetagen habe sich die Stimmung weiter aufgehellt. "Die Rezession ist gestoppt, jedoch bewegen wir uns immer noch auf äußerst dünnem Eis. Die Umsätze in den Industriebetrieben steigen zwar wieder, liegen jedoch immer noch 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau", sagt Grusser. Besonders schmerzlich seien die Rückschläge beim Export. So rangierte der Freistaat im September deutschlandweit lediglich abgeschlagen auf Platz 12.

"Die Krise und ihre Folgen werden sowohl die Unternehmen als auch die Konsumenten noch eine geraume Zeit verfolgen. Zögerliche Kreditvergabe, schwacher Dollar, geringe Kaufkraft, Zukunftsangst: Die Liste der lauernden Gefahren ist lang und die Risiken schwer kalkulierbar", fasst der IHK-Chef zusammen. In jedem Fall stehe in den nächsten Monaten eine Herkulesaufgabe vor der regionalen Wirtschaft. So blickten die Thüringer Händler angesichts steigender Arbeitslosenzahlen mit gemischten Gefühlen auf das anstehende Weihnachtsfest. Auch Grusser rechnet mit mehr Arbeitslosen im Winterhalbjahr, allein schon aus saisonalen Gründen. Dies beeinflusse natürlich auch das Weihnachtsgeschäft.

"Die Unsicherheiten bleiben auch im nächsten Jahr bestehen, Rückschläge sind immer noch möglich", warnt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die milliardenschweren Konjunkturprogramme zeigten zwar erste Erfolge, aber es würden noch einige harte Brocken im Weg liegen. Der Schuh drücke insbesondere bei der Finanzierung der laufenden Produktion. Immer mehr Firmen gerieten in eine gefährliche Liquiditätsfalle und hätten Schwierigkeiten, Material für die Realisierung neuer Aufträge einzukaufen. Die Kreditversorgung könnte damit zur Gretchenfrage eines nachhaltigen Aufschwungs werden.

Mit Blick auf die schwierige wirtschaftliche Situation in Thüringen müsse die neue Landesregierung nun schnellstens die richtigen Weichen stellen. Die konkreten Botschaften wurden bereits klar formuliert: Haushaltssanierung, die Förderung des Wirtschaftswachstums sowie die Erschließung von Einsparpotenzialen. Die Bäume wachsen also noch lange nicht in den Himmel, so das nüchterne Fazit des IHK-Chefs. Die Rückkehr auf einen nachhaltigen Wachstumspfad werde kein Sonntagsspaziergang.

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