Samstag, 10. Dezember 2016


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"Wir brauchen die Erfahrung und Kompetenz der Älteren"

Regiokonferenz in der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben beschäf-tigte sich mit den Potenzialen Älterer in Beruf und Familie

(lifePR) (Weingarten, ) "Die demografische Entwicklung ist auch in unserer Region ein wichtiges Thema", sagte Professor Dr. Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK), bei der Regiokonferenz in Weingarten. Gemeinsam mit der Fami-lienForschung Baden-Württemberg und dem Ministerium für Arbeit und Soziales hatte die IHK dazu eingeladen, über die Potenziale älterer Menschen sowohl im beruflichen als auch im familiären Bereich zu sprechen. Rund 160 Vertreter aus Kommunen, der Wirtschaft, dem Gesundheitswesen und dem Bereich des bürgerschaftlichen Engagements nahmen an dieser mittlerweile sechsten Regiokonferenz teil.

Die Regiokonferenzen hätten sich bewährt, betonte der Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Soziales Dieter Hillebrand in seiner Begrüßung. Ziel sei es, in allen zwölf Regionen eine solche Konferenz abzuhalten. "Wir brauchen die Erfahrung und die Kompetenz der Älteren", betonte Hillebrand mit Blick auf die demografische Entwicklung. Im Jahr 2025 gebe es in Baden-Württemberg doppelt so viele 60-Jährige wie unter 20-Jährige. "Die Gesellschaft wird dann ein anderes Klima schaffen müssen, in dem sich Familien, Kinder, aber auch Senioren wohl fühlen." Durch die stetig steigende Lebenserwartung komme der Zeit des Ruhestands eine neue Bedeutung zu, sagte Leena Maxin, Wirtschaftspsychologin am Institut für Strategisches Personalmanagement der Universität Lüneburg. Die Zeit der Ausbildung und die Zeit des Ruhestands seien bei vielen Menschen mittlerweile nahezu gleich lang (durch-schnittliche Lebenszeit im Ruhestand bei Frauen: 24,3 Jahre, bei Männern: 19,9 Jahre). Diese Diskrepanz gegenüber früheren Zeiten müsse stärker in den Fokus der Gesellschaft rücken. "Viele, die heute in Rente gehen, möchten aktiv bleiben und auch weiterhin etwas zu tun haben", so Leena Maxin. Dies habe eine Untersuchung des Instituts bei 146 Personen im Alter zwischen 60 und 85 Jahren ergeben.

89,8 Prozent hätten bei der Befragung angegeben, dass sie auch nach dem Eintritt in ihren Ruhestand aktiv bleiben wollten, berichtete die Wirtschaftspsychologin. 38,7 Prozent möchten auch weiterhin etwas zu tun haben. Als Motivation nannten 33,3 Prozent den Wunsch zu helfen und die "Gesellschaft voranzutreiben". Nur 10,8 Prozent gaben finanzielle Gründe an. Eine elementare Bedeutung habe der Wunsch nach Wertschätzung, betonte Leena Maxin. Aber auch das Bedürfnis, Kontakt zu haben, Interessen weiter zu verfolgen oder eigenes Wissen weiterzugeben, sei vielfach genannt worden. Die Befragten wünschten sich für ihre Aufgaben allerdings an das Alter angepasste Arbeitsansprüche, flexible Arbeitszeiten, und grundsätzlich den Erhalt von Freiheitsgraden.

In Gesellschaft und Wirtschaft müsse diesbezüglich ein Umdenken einsetzen, forderte Professorin Dr. Sigrid Kallfass von der Hochschule Ravensburg-Weingarten in der anschließenden Podiumsdiskussion. Viele ältere Menschen würden gerne, wenn die Rahmenbedingungen stimmen würden, länger in ihren Betrieben bleiben. "Aber wer spricht sie an? Wie werden die gewünschten Freiheitsgrade geregelt?", fragte die Professorin. Für ein Unternehmen seien ältere Mitarbeiter unverzichtbar, betonte Gudrun Lohr-Kapfer, Geschäftsführerin der Franz Lohr GmbH. Altersgemischte Teams hätten sich bei Lohr bewährt. "Junge und ältere Mitarbeiter profitieren voneinander, wenn die gegenseitige Wertschätzung stimmt", so Lohr-Kapfer. Viele Unternehmen bauten auf die Kompetenz hochqualifizierter Ruheständler, sagte IHK-Präsident Heinrich Grieshaber. Er verwies in diesem Zusammenhang auf den bundesweiten SES Seniorenexpertenservice, über den Experten im Ruhestand für die verschiedensten unternehmerischen Belange vermittelt werden.

Es sei dringend erforderlich zusammen mit älteren Mitarbeitern neue Konzepte zu entwickeln, mahnte die erste Landesbeamtin Eva-Maria Meschenmoser. Auch in der öffentlichen Verwaltung sei man sich bewusst, dass neue Beschäftigungsmodelle und -angebote für Ruheständler geschaffen werden müssten. Nicht zuletzt sei es eine Aufgabe der Kommunen, geeignete Strukturen für ältere Mitbürger aufzubauen, sagte Knut Simon, Bürgermeister der Gemeinde Deggenhausertal und Vorsitzender des Bodenseekreises im Gemeindetag Baden-Württemberg. In vielen Bereichen sei die Gesellschaft heutzutage auf das ehrenamtliche Engagement der aktiven Ruheständler angewiesen. Einrichtungen wie beispielsweise der Stadtseniorenrat in Ravensburg seien dabei äußerst hilfreich. Nur im Dialog mit den "Best Agers", waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, könnten tragfähige Konzepte entstehen.

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