Samstag, 10. Dezember 2016


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Noch attraktiver werden

Studie zur Zusammenarbeit der Wirtschaftsfakultäten

(lifePR) (Reutlingen, ) Die Wirtschaftsfakultäten der Hochschulen in der Metropolregion Stuttgart sollen noch attraktiver werden, um mehr Studierende über die Landesgrenzen hinweg anzuziehen. Das fordern die heimischen Unternehmen.

Allein in Baden-Württemberg werden in den nächsten zehn Jahren rund 385.000 Fachkräfte benötigt, davon 145.000 akademische. Um diesen Bedarf zu sichern, muss die Metropolregion vor allem für Studierende von außerhalb noch anziehender werden. "Unsere Hochschulen sind insgesamt gut aufgestellt", sagt Eberhard Reiff, Präsident der IHK Reutlingen. Bei den Wirtschaftsfakultäten wünschen sich die IHKs jedoch noch mehr Exzellenz. "Einige gehören schon heute zur absoluten Spitze. Unser Ziel muss sein: Alle stehen ganz vorne. So gewinnen wir junge Menschen."

Mehr Zusammenarbeit möglich

Wie die Wirtschaftsfakultäten, Universitäten und Hochschulen der Metropolregion für Studierende noch attraktiver werden könnten, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen. Im Auftrag der IHKs Region Stuttgart und Reutlingen hat das IAW eine Bestandsaufnahme zu Umfang, Qualität und Potenzial der Zusammenarbeit an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten Hohenheim, Stuttgart und Tübingen sowie den Hochschulen Albstadt-Sigmaringen, Nürtingen-Geislingen und Reutlingen vorgenommen und deren Potenzial für Kooperationen untersucht. Das Ergebnis: Vor allem bei Masterstudiengängen und Doktorandenausbildung und damit auch bei der Ausbildung von besonders Begabten ist mehr Zusammenarbeit möglich.

Hohe Qualitätsstandards

Die Studie ergab aber auch, dass beim Aufbau der Bachelor-Studiengänge im Zuge der Bologna-Reform keine Kompatibilität zwischen den Hochschulen hergestellt werden konnte. "Enge Kooperation zwischen den Hochschulen und Universitäten ist eine der wesentlichen Grundlagen dafür, hohe Qualitätsstandards im Studium sicherzustellen", erklärt Dr. Herbert Müller, Präsident der IHK Region Stuttgart. Austausch von Studenten, Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit in gemeinsamen Projekten sowie Kooperation mit der Wirtschaft sind die richtigen Ansätze für Verbesserungen. "Im Moment ist die Wissensvermittlung zu verschult. Praxisbezug und Anwendungsorientierung sind bei Bachelor und Master auf der Strecke geblieben", so Dr. Müller.

Neue Lern- und Lehrformen

Zu klären ist weiterhin, wie beruflich Qualifizierte, zum Beispiel Industriemeister, den Einstieg an die Hochschule schaffen. Dies muss laut IHKs ohne aufwändige bürokratische Hürden möglich sein. Die Wirtschaft begrüßt daher den Gesetzentwurf des Landes zum Hochschulrecht als Schritt in die richtige Richtung. In der Ausbildung und im Beruf erworbenes Wissen muss auf ein Studium angerechnet werden können. Mit den Hochschulen ist nun im Detail zu klären, wie das Anrechnungsverfahren aussehen könnte. Dr. Müller weist darauf hin, dass der Heterogenität der Studierenden durch neue Lern- und Lehrformen Rechnung getragen werden muss. Auch bei der Betreuung, Beratung und Begleitung der Studierenden sieht er Veränderungsbedarf. "Die einstündige wöchentliche professorale Sprechstunde muss endgültig in die Schublade der Vergangenheit", so Dr. Müller. Bei zunehmender Studentenzahl darf sich aber die Qualität nicht verschlechtern. Die Wirtschaft unterstützt daher nachhaltig die Bemühungen der beiden großen Universitäten Stuttgart und Tübingen in der anstehenden zweiten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes.

Bestehende Strukturen nutzen

Dr. Bernhard Boockmann, Geschäftsführer des IAW, plädiert dafür, bestehende Kontakte zu nutzen: "Kooperation zwischen den Hochschulen findet bereits vielerorts statt." Durch die Hochschulregion Tübingen-Hohenheim gibt es schon ein gemeinsames Studierendenwerk, sie könnte aber noch mehr für Kooperationen in der Lehre genutzt werden. Insgesamt würde sich das Lehrangebot in den Wirtschaftswissenschaften in der Region sehr gut ergänzen, dieses Potenzial wird aber nicht überall genutzt. Dr. Boockmann: "Der erste Schritt wäre, die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen wieder in vollem Umfang zu gewährleisten. Im Bereich des Master- und Doktorandenstudiums besteht die Chance, gemeinsam exzellente Angebote zu schaffen, wie es in anderen Fächern bereits stattfindet oder geplant ist." Die IAW-Forscher sprechen sich ferner dafür aus, dass Bachelor- und Masterstudiengänge in der Region besser aufeinander abgestimmt werden, so dass der Wechsel von einer Hochschule an die andere innerhalb der Region erleichtert wird.

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