Mittwoch, 07. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 69563

Neugeordnete industrielle Metallberufe: positives Fazit

IHK Gießen-Friedberg und Theodor-Litt-Schule Gießen luden zur Fachtagung

(lifePR) (Gießen-Friedberg, ) Um den veränderten Anforderungen einer modernen Arbeitswelt gerecht zu werden und neue, für die Industrie wieder attraktive Berufe zu schaffen, trat am 1. August 2004 die Neuordnung für industrielle Metallberufe in Kraft. Die neuen Ausbildungsordnungen sollten die seit 1987 geltenden Vorschriften in der mit bundesweit über 100.000 Auszubildenden ausbildungsstärksten Berufsgruppe ersetzen. Ende September trafen sich Ausbildungsberater der IHK Gießen-Friedberg mit Ausbildern und Lehrern an der Theodor-Litt-Schule in Gießen zu einem Erfahrungsaustausch. Konsens bestand darin, dass die erfolgten Änderun-gen das Lernen in der betrieblichen und schulischen Ausbildung ebenso betreffen wie die Ausgestaltung des Prüfungswesens. Alle Diskussionsteilnehmer beurteilten die in der Neuordnung festgelegte bessere Ausrichtung der Ausbildung am praktischen Arbeitsprozess im Betrieb als positiv.

Neuen Anforderungen stellen
"Eine wachsende Bandbreite unterschiedlichster Produkte und Dienstleistungen, der Einsatz immer vielfältigerer Technologien, sich ständig wandelnde Organisationsformen und neue Absatzmärkte sind Kennzeichen der permanenten Veränderungen, denen die Unternehmen unterliegen. Diese anhaltenden Prozesse erfordern flexible Belegschaften, die sich schnell auf Neues einstellen und auf Kundenbedürfnisse individuell reagieren können", machte Axel Steinbeiß, stellvertretender Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung in seiner Begrüßung deutlich. Gefordert seien neben breiten beruflichen Fachkenntnissen vor allem hohe Flexibilität, Teamfähigkeit, Qualitätsbewusstsein und die Bereitschaft zu permanenter Weiterbildung. Dazu habe die Neuordnung erheblich beigetragen.

Handlungskompetenz als Unterrichtsziel
"Moderne Facharbeiter müssen gelernt haben, selbstständig Lösungen zu entwi-ckeln", bestätigte Johannes Klameth, Abteilungsleiter der Gießener Theodor-Litt-Schule. Aus diesem Grund sei Handlungskompetenz übergeordnetes Unter-richtsziel. Zu den wichtigsten Änderungen der neuen Ausbildung gehöre die Ausrichtung der Lerninhalte an den Geschäftsprozessen des jeweiligen Ausbildungsbetriebs. Auf diese Weise würden den Auszubildenden prozessbezogene Kompetenzen und die Fähigkeit zu selbst organisiertem ganzheitlichem Handeln vermittelt. "Berufliche Handlung bildet den Mittelpunkt jeder Ausbildung", hob Klameth hervor. Durch den Besuch von Fortbildungen und gemeinsamen Seminaren von Ausbildern und Lehrern hätten auch die Schulvertreter ihr Wissen vertieft. "Die ersten Schüler, die nach der Neuordnung geprüft wurden, konnten bereits mit gutem Erfolg entlassen werden", freute er sich.

Synchronisierung der Ausbildungsinhalte
Im Interesse einer optimalen Ausbildung wurde im Rahmen der Neuordnung großes Gewicht darauf gelegt, den dualen Partnern Schule und Unternehmen eine weitgehende Synchronisierung der Ausbildungsinhalte zu ermöglichen. Dass dies auch in die Tat umgesetzt wurde, bestätigte Jens Crombach, Ausbildungsleiter im gewerblich-technischen Bereich bei der Schunk-Gruppe in Heuchelheim. Die Neuordnung der industriellen Metallberufe erfordere von den ausbildenden Betrieben die Beachtung vieler neuer Regelungen und Vorschriften. So würden in der ersten Hälfte der Ausbildung gemeinsame Qualifikationen für alle industriellen Metallberufe vermittelt. Eine Verzahnung mit der Vermittlung berufsspezifischer Qualifikationen und die Ausrichtung der Berufsprofile an betriebliche Arbeits- und Geschäftsprozesse erfolge erst in der zweiten Hälfte. "Kernqualifikationen werden nach der Neuordnung früher vermittelt und abgefragt als zuvor", schloss er.

Konkreter betrieblicher Auftrag
Über die geänderte Prüfungsordnung berichtete abschließend Jutta Stopka, Team-koordinatorin des gewerblichen Prüfungswesens bei der IHK Gießen-Friedberg. Um eine Prüfung der während der Ausbildung vermittelten prozessorientierten Qualifikationen der Auszubildenden zu erlauben, sei die frühere Zwischenprüfung durch eine zweiteilige gestreckte Abschlussprüfung ersetzt worden. Dabei gehe die gestreckte Abschlussprüfung Teil 1 zu 40 Prozent und die gestreckte Abschluss-prüfung Teil 2 zu 60 Prozent in die Prüfungsnote ein, wobei die schriftliche Prüfung jeweils 50 Prozent ausmache. Die restlichen 50 Prozent würden sich aus Arbeitsaufgabe und Gespräch zusammensetzen. Bei der Arbeitsaufgabe habe der Prüfling seit der Neuordnung die Wahl zwischen einem konkreten betrieblichen Auftrag aus dem Einsatzgebiet des Auszubildenden oder einer überbetrieblichen Aufgabe, die bundesweit einheitlich sei. Bereits zur Winterprüfung 2007 hätte sich zehn Prozent für die betriebliche Aufgabe entschieden, aktuell seien es sogar 16 Prozent. "Die Anzahl wird weiter steigen", ist sich Jutta Stopka sicher. Und: Egal wie der Auszubildende sich entschieden hat, die Durchfallquoten bei den Metallberufen sind äußerst gering.

Aufgrund der guten Resonanz der Veranstaltung, sprachen die alle Beteiligten für eine Fortsetzung der Fachtagung im kommenden Jahr aus. "Die Fachtagung bietet eine hervorragend Plattform, Erfahrungen auszutauschen und sich besser kennenzulernen", unterstrich Axel Steinbeiß.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Zeitmanagement – Kurzlehrgang für den schnellen Erfolg

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

Wer kennt das nicht? Am Schreibtisch, im Email-Postfach häufen sich die unerledigten Aufgaben, der Arbeitsanfall scheint ins Unermessliche zu...

Datenschutz im digitalen Zeitalter – professionelles Wissen gefragt

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

Das Thema Datenschutz hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Im digitalen Zeitalter floriert das Geschäft mit allerhand...

Fit für die digitale Welt? Am Puls der Zeit mit einem Kompaktkurs Online-Marketing-Management

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

Ohne Kenntnisse im Online-Marketing ist modernes Marketing nicht mehr denkbar. Wer nutzt nicht Plattformen wie Facebook, XING und Twitter. Auch...

Disclaimer