Dienstag, 06. Dezember 2016


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Konzernumbau gewinnt an Kontur

(lifePR) (Hamburg/Kiel, ) Der Konzernumbau der HSH Nordbank gewinnt an Kontur. Das belegt der jetzt vorgelegte Jahresabschluss für das Jahr 2009. So konnte die HSH Nordbank das Geschäftsjahr 2009 besser als in ihrer Planung vorgesehen abschließen. Der Konzernjahresfehlbetrag nach IFRS lag bei insgesamt -679 Mio. Euro (Vorjahr: -2.844 Mio. Euro). Darin enthalten waren -607 Mio. Euro (Vorjahr: -177 Mio. Euro), die sich aufteilten in Aufwendungen für staatliche Garantieleistungen in Höhe von -483 Mio. Euro (Vorjahr: -5 Mio. Euro, ausgewiesen im Zinsüberschuss) sowie -124 Mio. Euro (Vorjahr: -172 Mio. Euro) für Restrukturierungsaufwendungen. Für die Zweitverlustgarantie der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein zahlte die Bank für 2009 rund 305 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro).

Den Garantie- und Restrukturierungsaufwendungen standen im Jahr 2009 ein positiver Ertragsteuereffekt in Höhe von 423 Mio. Euro sowie Erträge aus der Verlustbeteiligung Stiller Einleger und Genussscheininhaber im Volumen von 159 Mio. Euro gegenüber. Den Verlust vor Steuern, Garantie- und Restrukturierungsaufwendungen sowie Erträgen aus Verlustübernahme begrenzte die Bank somit auf -654 Mio. Euro (Vorjahr: -2.796 Mio. Euro).

"Die Neuausrichtung gewinnt weiter an Kontur und die von uns angestoßenen Veränderungsprozesse greifen. An unserer stringenten Planung sowie der konsequenten Umsetzung der Neustrukturierung der Bank halten wir weiter fest", so Dirk Jens Nonnenmacher, Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank.

Gesamtertrag deutlich erholt

Getragen wurde das Ergebnis von einer stark erholten Ertragslage. Die Bank konnte trotz einer deutlich reduzierten Bilanzsumme die Gesamterträge in allen Segmenten der Kernbank steigern. Während im Vorjahr Bewertungseffekte im Zuge der Finanzmarktkrise die Ertragslage schwer belasteten, trugen Wertaufholungen im Jahr 2009 zur guten Ertragsentwicklung bei. Der Gesamtertrag der Bank stieg im abgelaufenen Jahr auf insgesamt 2.940 Mio. Euro (Vorjahr: 157 Mio. Euro). Der Zins- und Provisionsüberschuss blieb mit 2.332 Mio.

Euro (Vorjahr: 2.321 Mio. Euro) auf Vorjahresniveau. Während das stark eingeschränkte Neugeschäft insbesondere das Provisionsergebnis belastete, profitierte der Zinsüberschuss von Erfolgen im Bestandskundengeschäft. Hier trugen höhere Kreditausleihungen auf Basis früherer Zusagen sowie höhere Margen zur Verbesserung des Ergebnisses bei. Im Zinsüberschuss ist ebenfalls das Ergebnis aus hybriden Finanzinstrumenten in Höhe von 375 Mio. Euro enthalten. Ohne Berücksichtigung dieses positiven Einmaleffektes entspricht der prozentuale Rückgang des Zins- und Provisionsüberschusses dem prozentualen Bilanzsummenabbau.

Eine deutliche Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr erzielte die Bank im Handels- und Finanzanlageergebnis. Hier ergab sich ein positiver Ergebnisbeitrag in Höhe von 462 Mio. Euro (Vorjahr: -2.149 Mio. Euro). Nachdem im Jahr 2008 insbesondere die Wertberichtigungen auf das Credit Investment Portfolio (CIP) das Handels- und Finanzanlageergebnis stark belastet hatten, sorgte die anhaltende Stabilisierung an den internationalen Finanz- und Kreditmärkten für eine kräftige Erholung in 2009. Im Jahresverlauf wurde das CIP wie angekündigt weiter abgebaut. Zum 31. Dezember 2009 betrug das Volumen noch rund 17 Mrd. Euro (Vorjahr: 22 Mrd. Euro).

Der guten Ertragslage stand eine deutlich erhöhte Risikovorsorge im Kreditgeschäft von -2.794 Mio. Euro (Vorjahr: -1.888 Mio. Euro) gegenüber. Insgesamt blieb die Risikovorsorge im Finanzmarkt- und Kreditgeschäft jedoch innerhalb der Planung der Bank. Die Vorsorgemaßnahmen auf der Kreditseite wurden aufgrund des gesamtwirtschaftlichen Abschwungs signifikant aufgestockt. In diesem Zusammenhang hat der Vorstand auch zusätzlich Vorsorge mit den Portfoliowertberichtigungen getroffen. Rund 70 Prozent der Risikovorsorge entfiel auf Portfolien und Geschäftsfelder, die seit Dezember in der neu gegründeten Restructuring Unit geführt werden.

Kostensenkungen über Plan

Im Geschäftsjahr 2009 erzielte die Bank beachtliche Einsparungen, durch die der Verwaltungsaufwand überplanmäßig um rund 8 Prozent auf -830 Mio. Euro (Vorjahr: -899 Mio. Euro) sank. Der Rückgang war auf den fortgeschrittenen Stellenabbau sowie auf Einsparungen bei den Sachkosten zurückzuführen. Die HSH Nordbank plant die Zahl der Beschäftigten bis Ende 2012 im In- und Ausland um rund 1.100 Vollzeitarbeitskräfte (VAK) zu reduzieren. Zum 31. Dezember 2009 sank die Zahl der VAK unter Berücksichtigung der in 2009 entkonsolidierten Tochterunternehmen der HSH Nordbank bereits um 715 auf 3.610.

Bilanzsumme deutlich reduziert/Kernkapitalquote bei 10,5%

Beim Abbau der Bilanzsumme hat die HSH Nordbank im abgelaufenen Jahr große Fortschritte gemacht. Insgesamt sank die Bilanzsumme zum Jahresultimo um rund 33 Mrd. Euro auf rund 175 Mrd. Euro (Vorjahr: 208 Mrd. Euro). Die Kernkapitalquote inklusive Marktrisikopositionen liegt mit Feststellung des Jahresabschlusses 2009 bei 10,5 Prozent und damit auf einem international wettbewerbsfähigen Niveau.

Ausblick

Ungeachtet der noch ausstehenden endgültigen Entscheidung im EU-Beihilfeverfahren wird die Bank den Umbau des Konzerns und die strategische Neuausrichtung weiter konsequent vorantreiben.

"Durch die Abtrennung und Bündelung nichtstrategischer Geschäftsfelder und Portfolien werden die in der Kernbank verbleibenden Bereiche signifikant entlastet. Die fokussierten Kernaktivitäten bilden - in Verbindung mit den 2009 deutlich verbesserten Kredit- und Risikoprozessen - eine gute Ausgangslage für die verstärkte Konzentration auf profitables Kundengeschäft in 2010. Neben dem bereits 2009 auf der Ertragsseite erfolgreichen Bestandsgeschäft werden 2010 mit zunehmender Kreditnachfrage auch Neuengagements verstärkt wieder in den Vordergrund rücken. Wir werden dabei risikobewusst und mit Augenmaß vorgehen", so Dirk Jens Nonnenmacher, Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank.

Die Reduktion der Bilanzsumme soll vor allem durch einen fortgesetzten Abbau der nichtstrategischen Portfolien und Risikopositionen in der zum Jahresende 2009 gegründeten internen Restructuring Unit erfolgen.

"Die Geschäftspolitik der HSH Nordbank wird künftig konservativer ausgerichtet sein. Das Ziel werden nicht maximale Erträge, sondern eine ausgewogene Bilanz zwischen Ergebnis und Risiko sein. Die HSH Nordbank wird zwar kleiner, aber auch besser steuerbar, flexibler und leistungsfähiger sein", so der Vorstandschef abschließend.

Kernbankbereiche steigern Erträge in schwierigen Zeiten

Die auf das Kreditgeschäft ausgerichteten Segmente waren trotz der spürbaren Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise in der Lage, ihre operativen Erträge zu steigern. Besonders erfreulich entwickelte sich dabei das Geschäft im Segment Regionalbank, in dem die vorwiegend regionalen Kernbankgeschäftsfelder Firmenkunden, Immobilienkunden, Private Banking und Sparkassen zusammengefasst sind. Im Segment Sektorspezialbank mit den Bereichen Shipping, Transport und Energy schlug angesichts gestiegener Ausfallrisiken ein deutlich erhöhter Risikovorsorgebedarf negativ zu Buche. Die insgesamt größte Risikovorsorgeposition entfiel erwartungsgemäß auf das Segment Restructuring Unit, in der die nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten abgebaut werden.

Regionalbank

Im Segment Regionalbank konnte die Bank das Ergebnis vor Restrukturierung auf 181 Mio. Euro (Vorjahr: 41 Mio. Euro) steigern. Der Schwerpunkt lag auf Prolongationen für Bestandskunden. Das Neugeschäft blieb aufgrund der konjunkturbedingt gesunkenen Nachfrage deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurück. Der Zins- und Provisionsüberschuss konnte trotz des im Jahresvergleich geringeren Neugeschäfts dennoch auf 559 Mio. Euro (Vorjahr: 521 Mio. Euro) gesteigert werden. Während sich die Risikovorsorge im Immobiliengeschäft vergleichsweise in Grenzen hielt, trug die Bank im Firmenkundengeschäft dem konjunkturbedingt erhöhten Vorsorgebedarf verstärkt Rechnung. Dennoch blieb die Nettozuführung zur Risikovorsorge im Segment Regionalbank mit -135 Mio. Euro (Vorjahr: -246 Mio. Euro) hinter ihrem Vorjahreswert zurück.

Sektorspezialbank

In einem insgesamt schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld hat die HSH Nordbank im Segment Sektorspezialbank einen beachtlichen Zins- und Provisionsüberschuss in Höhe von 625 Mio. Euro erwirtschaftet (Vorjahr: 514 Mio. Euro). Das ist hauptsächlich auf Erfolge im Finanzierungsgeschäft mit Bestandskunden zurückzuführen. Dadurch konnte der Einfluss eines im Jahresvergleich deutlich gesunkenen Neugeschäfts aufgefangen werden. Stützend wirkte sich auch der erfolgreiche Vertrieb von Lösungen zur Absicherung gegen Schwankungen bei Zinsen, Währungen und Rohstoffen aus. Der guten Ertragsentwicklung stand angesichts der schwierigen Lage vieler Unternehmen in den Sektoren Schifffahrt und Transport und der bestehenden Marktunsicherheiten eine auf -713 Mio. Euro (Vorjahr: -290 Mio. Euro) erhöhte Risikovorsorge gegenüber. Davon gingen allein -627 Mio. Euro auf das in der Kernbank gebündelte Shipping- Geschäft zurück, dessen Volumen in der Kernbank mit 21 Mrd. Euro rund drei Viertel des bisherigen Portfolios ausmacht. Aufgrund der hohen Risikovorsorgemaßnahmen erzielte der Bereich Sektorspezialbank ein Verlust vor Restrukturierung in Höhe von -279 Mio. Euro (Vorjahr: 152 Mio. Euro).

Segment Übrige

Im Segment Übrige sind im Wesentlichen das Finanzmarktgeschäft mit der zentralen Refinanzierungsfunktion für den Konzern und Gesamtbankpositionen mit den Bereichen Corporate Investments und Corporate Services zusammengefasst. Die neu ausgerichteten Geschäftsfelder im Finanzmarktgeschäft konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen im Risikomanagement für die Kunden der Kernbereiche der Bank. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Reduzierung von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken. Darüber hinaus werden alle Aktivitäten zur Refinanzierung der Bank abgedeckt und die institutionellen Kunden und Investoren betreut. Für die Ertragsentwicklung des Segments waren im Berichtsjahr 2009 unterschiedliche Faktoren verantwortlich. Das Finanzmarktgeschäft verlief in einem aufgehellten Umfeld positiv. So war die Bank in der Lage, erfolgreiches Kundengeschäft im Vertrieb und im Handel mit Finanzmarktprodukten zu betreiben. Zudem konnten rückläufige Einnahmen im Geschäft mit Kunden der Kreditbereiche teils durch überplanmäßige Erträge im Geschäft mit institutionellen Kunden ausgeglichen werden. Außerdem wurde im Bereich Übrige das Ergebnis aus hybriden Finanzinstrumenten in Höhe von 375 Mio. Euro gebucht. Das Segment Übrige steigerte dadurch das Ergebnis vor Restrukturierung deutlich auf insgesamt 507 Mio. Euro (Vorjahr: 18 Mio. Euro).

Restructuring Unit

Die Restructuring Unit (RU) hat am 1. Dezember 2009 als neu geschaffenes Segment mit eigenem Vorstandsressort ihre Arbeit aufgenommen. Als ein zentrales Element des Neuausrichtungsprogramms der HSH Nordbank bündelt die RU die vom Kerngeschäft der Bank abgetrennten und für den Abbau vorgesehenen Portfolien. Das Bilanzvolumen in der RU betrug zum Jahresende rund 77 Mrd. Euro und umfasst neben Teilen des Kapitalmarktgeschäfts einschließlich des Credit Investment Portfolio auch Kreditportfolien und nicht strategische Geschäftsfelder aus den Bereichen Immobilien, Firmenkunden, ,Shipping, Transport und Energy. Gemäß dem Rekapitalisierungskonzept von Anfang 2009 entfiel mit -271 Mio. Euro (Vorjahr: -49 Mio. Euro) ein erheblicher Teil der Restrukturierungs- und Garantiekosten auf die RU. Gleiches gilt für die Risikovorsorge, die mit -1.941 Mio. Euro (Vorjahr: -1.298 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr deutlich stieg. Demgegenüber standen Gesamterträge im Segment Restructuring Unit aus Portfolioauflösungen, dem Management der Portfolien sowie Zinsund Provisionserträge in Höhe von insgesamt 1.194 Mio. Euro (Vorjahr: -1.454 Mio. Euro). Unterm Strich steuerte das Segment Restructuring Unit zum Konzernergebnis ein Ergebnis vor Restrukturierung von -998 Mio. Euro (Vorjahr: -3.243 Mio. Euro) bei.

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