Sonntag, 04. Dezember 2016


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HSH Nordbank Studie: Betriebskosten bei Schiffen stiegen um 6,6 Prozent

Plus 18 Prozent für Heuer / Auch Versicherungskosten zogen stark an / Entlastung durch gesunkene Unterhaltskosten

(lifePR) (Hamburg/Kiel, ) Die operativen Betriebskosten für Schiffe in der deutschen Containerflotte sind im Vorjahr um 6,6 Prozent gestiegen. Dieser Zuwachs liegt leicht unter dem langjährigen Durchschnitt seit dem Jahr 2000. Die Ausgabe 2009 der "HSH Nordbank Betriebskostenstudie" wurde von der HSH Nordbank in Zusammenarbeit mit der Econum Unternehmensberatung sowie Ernst & Young erstellt und ist die 5. Veröffentlichung der Reihe.

Die Studie zeigt, dass die Personalkosten der stärkste Treiber sind. Mit rund 50 Prozent Anteil an den operativen Betriebskosten ist die Heuer seit Jahren der größte Kostenblock. Im Berichtsjahr 2008 wuchsen die Personalkosten um außergewöhnlich hohe 18 Prozent. Bis auf die Schiffsgröße 5.500 - 7.500 TEU (Standard-Containermaß Twenty Foot Equivalent Unit) liegen die Kostenzuwächse im zweistelligen Prozentbereich. "Der Anstieg der Kosten für die Heuer resultiert generell aus der Knappheit an Seeleuten", sagte Harald Kuznik, Global Head of Shipping der HSH Nordbank. Insbesondere das Angebot an qualifizierten Offizieren sei klein.

Auch unbeschäftigte und neu auf den Markt kommende Schiffe müssen mit Personal ausgestattet werden. Der daraus resultierende Bedarf ist höher als die Entlastung, die durch die Rezession - und in der Folge stillgelegte oder aufgelegte Schiffe - entstanden ist. Da es beispielsweise viele Jahre dauere, bis man das Kapitänspatent erhält, ließen sich die Engpässe im "Crewing" auch nur mittelfristig beseitigen. Der Anstieg der Personalkosten dürfte sich daher im laufenden Jahr zwar fortsetzen, er werde aber vermutlich weniger steil ausfallen als 2008.

Die Versicherungskosten stiegen zwar insgesamt ebenfalls, wiesen jedoch in den 8 nach Größenklassen unterschiedenen Clustern eine sehr heterogene Entwicklung auf: Das zunehmende Gefahrenpotenzial durch Piraterie spielt hier auch eine kostensteigernde Rolle, so die Begründung aus dem Research der HSH Nordbank. Zudem berücksichtigen die Versicherungen die unterschiedliche Entwicklung der Schadenshäufigkeit von Reeder zu Reeder stärker. Andererseits boten die konkurrierenden Schiffsversicherer günstige Tarife, die manchen Reeder zum Wechsel der Versicherungsgesellschaft verleiteten. Darüber hinaus gibt es einen anhaltenden Trend zum Poolen von Versicherungsrisiken zwischen verschiedenen Schiffen und Reedern, nicht zuletzt um die Gewinnaufschläge der Versicherungsgesellschaften zu vermeiden.

In der Kaskoversicherung (Hull & Machinery) dürften die Prämien angesichts sinkender Schiffswerte allerdings kurzfristig wieder zurückgehen.

Die in der "Betriebskostenstudie 2009" zum 2. Mal präsentierte betriebswirtschaftliche Ergebnisrechnung ergab, dass in allen Clustern in 2008 gute (kleinere Schiffe) bis sehr gute (größere Schiffe) operative Ergebnisse (vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) erzielt werden konnten. Allerdings ist für 2009 und 2010 mit deutlich sinkenden Nettoerlösen aufgrund gesunkener Charterraten zu rechnen. Dieser Effekt dürfte durch das zumindest vorübergehende Aufliegen von Containerschiffen verstärkt werden. Schon heute liegt ein beachtlicher Anteil der Flotte - etwa 700 von rund 4.800 Schiffen - ohne Beschäftigung auf.

Die Schiffsunterhaltskosten sind erstmals seit mehr als drei Jahren rückläufig. Bis auf Schiffe der Größe 1.300 - 1.999 TEU und 3.000 - 3.999 TEU werden teils starke Rückgänge bei den Unterhaltskosten verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schiffsunterhaltskosten im Schnitt um rund 9,3 Prozent gesunken. Ursächlich waren die durch den Ölpreis rückläufigen Kosten für Schmierstoffe. Daneben sind die Unterhaltskosten unmittelbar durch den Bereederer beeinflussbar: Kostenintensive technische Maßnahmen können in die Zukunft verschoben werden, soweit Sicherheit und Funktionalität der Schiffe nicht unmittelbar tangiert sind.

Die Werft-, Dock- und Klassekosten (letzteres eine Art "Schiffs- TÜV") unterliegen naturgemäß starken, aber regelmäßigen Schwankungen. Der Einfluss dieser in aller Regel nur alle 5 Jahre wiederkehrenden Kosten wird in der Studie auch in geglätteter Form präsentiert.

Die Verwaltungskosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 4,7 Prozent und lagen damit nur leicht unter ihrem langfristigen Trend seit dem Jahr 2000.

Über alle Kostenkategorien sind vom Jahr 2007 auf das Jahr 2008 die Kosten um etwa 9,5 Prozent gestiegen.

Für die Studie wurden Daten aus 259 Jahresabschlüssen des Jahres 2008 erfasst und empirisch ausgewertet. Gemessen an der deutschen Containerschiffsflotte stellt dies einen Anteil von rund 16 Prozent dar.

Die "Betriebskostenstudie 2009" kann bei der HSH Nordbank bezogen werden über bettina.voss@hsh-nordbank.com. Der Preis je Studie beträgt 350 Euro; Abopreis 250 Euro; zzgl. USt..

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