- Pressemitteilung BoxID 330339
Deutsche Wirtschaftsleistung 2012 leicht im Plus
Stefan Schilbe, Chefvolkswirt und Leiter Treasury Research der HSBC in Deutschland, erwartet für das zweite Halbjahr einen leichten Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts im Vergleich zur bisherigen Entwicklung. "Nach einem Dämpfer im zweiten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte auf einen moderaten Wachstumspfad zurückkehren. Unter dem Strich dürfte das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands in diesem Jahr insgesamt um 0,8 Prozent zulegen", erläutert er. Schilbe zufolge ist der Exportboom in Deutschland zunächst beendet. Ursachen seien die anhaltenden Probleme in den Peripherie-Ländern der Eurozone sowie eine Konjunktureintrübung bei weiteren wichtigen Handelspartnern Deutschlands. Auch dem Aufschwung am Arbeitsmarkt gehe nun die Luft aus. Die andauernde Konsumfreude der Deutschen und die robusten Lohnsteigerungen setzten jedoch noch ausreichend Impulse für ein Wachstum der Volkswirtschaft.
Für die Eurozone ist der Chefvolkswirt weniger optimistisch gestimmt: Die fortgesetzte restriktive Fiskalpolitik und problematisch hohe Arbeitslosenquoten bei den Sorgenkindern der Eurozone werden den privaten Konsum auch weiterhin schwächen. "Dieser Effekt ist so ausgeprägt, dass die stärkeren Länder ihn nicht werden ausgleichen können", so Schilbe. Auch wenn das zweite Halbjahr insgesamt positiver verlaufe, werde die Wirtschaftsleistung deshalb 2012 um 0,6 Prozent zurückgehen. Die Inflation sieht Schilbe bei 2,3 Prozent in diesem Jahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse und werde ihre derzeitige Politik fortsetzen und den Leitzins auf dem historischen Tiefststand von 0,75 Prozent bis Jahresende belassen. Darüber hinaus sei mit weiteren Aufstockungen der Anleihenkäufe zu rechnen.
Für die US-amerikanische Volkswirtschaft prognostiziert Schilbe für dieses Jahr ein Wachstum um 1,8 Prozent. "Die USA hat sich bislang von der europäischen Rezession abgekoppelt - die wirtschaftliche Dynamik bleibt aber verhalten und reicht für eine nachhaltige Belebung des Arbeitsmarkts nicht aus", schätzt Schilbe. Die Fed werde im Jahresverlauf deswegen stimulierende Maßnahmen ergreifen, um der Wirtschaft etwas auf die Sprünge zu helfen. Die Inflation sieht der Chefvolkswirt 2012 bei 2,0 Prozent, den Euro-Dollar-Wechselkurs zum Jahresende bei 1,35 EUR / USD.
"Die Aktienmärkte werden sich bis zum Jahresende in einem volatilen Umfeld bewegen", urteilt Christian Heger, Geschäftsführungsmitglied und Chief Investment Officer bei HSBC Global Asset Management (Deutschland). Auf der einen Seite stellten schwer abzuschätzende Risiken eine Belastung für die Weltkonjunktur dar: Dazu zählt Heger neben der anhaltenden Rezession in Euroland vor allem die für 2013 drohenden Steuererhöhungen in den USA und die Gefahr einer längeren Konjunkturdelle in China. "Manche Gewinnschätzungen für 2012 und 2013 werden daher in den nächsten Monaten unter Druck geraten", sagt der Chief Investment Officer. Statt erwarteter Zuwächse dürfe eine Stagnation für deutsche und europäische Unternehmen 2012 bereits als Erfolg gelten. Auf der anderen Seite könnten die Aktienmärkte aber auch auf eine anhaltende Unterstützung durch die Notenbanken hoffen. Heger: "Rund um den Globus ist kein Ende der expansiven Geldpolitik in Sicht. Weitere Zinssenkungen in den Emerging Markets sowie weitere quantitative Maßnahmen in den meisten Industrieländern sorgen für ein großzügiges Liquiditätsumfeld."
Seiner Ansicht nach stellt jedoch die Bewertung unverändert den größten Pluspunkt der Aktienmärkte dar. Selbst bei etwas niedrigeren Gewinnerwartungen liege das Kurs/Gewinn-
Verhältnis in Deutschland und Europa mit rund zehn deutlich unter dem historischen Durchschnitt von gut zwölf. Ähnlich hohe Abschläge zur Historie zeigten auch andere Bewertungsmaßstäbe wie Kurs/Buchwert oder Dividendenrendite. "Europäische und deutsche Aktien sind daher einige der wenigen Assetklassen, die deutlich preiswerter als in der Vergangenheit zu erwerben sind", betont Heger. Wer die gegenwärtige Entwicklung der Weltwirtschaft kritisch, aber konstruktiv sehe, komme aus diesem Grund nicht an einer mittelfristig optimistischen Einschätzung der Aktienmärkte vorbei.
Gerade bei der anhaltenden Volatilität sollten die Anleger daher einen kühlen Kopf bewahren. "Korrekturen wie Ende Mai stellen Gelegenheiten für weitere Zukäufe dar", so der Chief Investment Officer von HSBC Global Asset Management (Deutschland). Ihm zufolge sind bis zum Jahresende Kurse über dem aktuellen Niveau erreichbar.
Über die HSBC Trinkaus & Burkhardt AG
HSBC Trinkaus ist eine führende kundenorientierte Geschäftsbank mit mehr als 227 Jahren Erfahrung. Sie ist Teil der weltweit operierenden HSBCGruppe.
Mit über 2.500 Mitarbeitern ist HSBC Trinkaus neben der Zentrale in Düsseldorf an sieben Standorten in Deutschland präsent und hat Zugang zum Netzwerk der HSBC-Gruppe, einer der größten Banken weltweit. Die besondere Stärke von HSBC Trinkaus liegt in der umfassenden Betreuung ihrer Kunden, der detaillierten Kenntnis der internationalen Märkte, insbesondere der Emerging Markets, sowie ihrer globalen Vernetzung, die es Kunden leicht macht, die Chancen auf den internationalen Märkten zu nutzen. Bei einer Bilanzsumme von 22,2 Mrd. Euro und 137,7 Mrd. Euro Funds under Management and Administration verfügt die Bank mit einem seit Dezember 2007 unveränderten Rating von "AA" über das beste Fitch-Rating einerprivaten Geschäftsbank in Deutschland. Die Kernzielgruppen bilden Firmenkunden, institutionelle Kunden und vermögende Privatkunden.
(Alle Angaben zum 31. März 2012)
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