Samstag, 10. Dezember 2016


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Ohne Steuersenkung droht das Abseits für die deutsche Hotellerie

HDV-Präsident Alexander Aisenbrey mahnt schnelle Umsetzung der geplanten Mehrwertsteuersenkung auf 7 % an

(lifePR) (Bad Honnef, ) Ohne die schnelle Umsetzung der Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent sieht die Deutsche Hoteldirektorenvereinigung (HDV) für die Vielfalt des deutschen Gastgeberlandschaft schwarz. Deshalb fordert der Verband von den Regierungsparteien die Einhaltung ihrer Wahlversprechen. Jahrelanger Investitionsstau, schlechte Ertragslage und unfaire Wettbewerbsbedingungen mindern bundesweit die Konkurrenzfähigkeit der Hotellerie. Besonders angesichts geplanter oder bereits vollzogener Umsatz-Steuersenkungen in den EU-Nachbarstaaten drohe eine Zuspitzung der ohnehin angespannten Branchenlage.

"Wer die Zukunft der deutschen Hotellerie und Gastronomie nicht gefährden will und damit rund 1 Million Arbeits- und nochmals rund 100.000 Ausbildungsplätze, der muss dringend für steuerliche Erleichterungen sorgen", mahnt Alexander Aisenbrey, Vorsitzender der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e. V. (HDV). Angesichts der verschärften in- und ausländischen Konkurrenzsituation der rund 240.000 Branchenunternehmen begrüßt der Verband den im Koalitionsvertrag enthaltenen Plan der neuen Bundesregierung, die Mehrwertsteuer für die Hotellerie ab 1. Januar 2010 um 12 Prozent auf 7 Prozent zu senken. Alle der 140 Top-Hoteliers des HDV seien über diesen großen Erfolg zutiefst erleichtert, auf den die Spitzenverbände DEHOGA und IHA lang hinarbeiten mussten. "Damit wurde der erste Schritt getan, um die Wahlversprechen einzulösen. Nun müssen auch schnellstmöglich Taten folgen und u. a. der versprochene 7%-Satz für die Gastronomie in Planung gehen," drängt Aisenbrey. Ein Zurück gäbe es ohnehin nicht mehr. Denn die angekündigte Steuererleichterung für die deutsche Hotelbranche beantwortet Österreich bereits mit Plänen, die Mehrwertsteuer für das alpenländische Gastgewerbe auf 5 % abzusenken.

Sorge um Ertragslage in der Privathotellerie

Der deutschen Hotellerie drohe der Konkurrenzdruck mittlerweile den Lebensnerv abzuklemmen. Bundesweit sei besonders die Ertragslage der Privathotels "nur noch traurig". Durch den jahrelangen Investitionsstau seien viele Betriebe kaum mehr konkurrenzfähig und angesichts schlechter Bankenrankings auch als Nachfolgeobjekte für junge Unternehmer nicht attraktiv. Jährlich verschwänden rund 2.000 Hotels, davon viele privat geführte Drei-Sterne-Häuser vom Markt.

Während die kleineren Hotels dem lokalen oder grenzüberschreitend regionalen Konkurrenzdruck ausgeliefert sind, sehen sich die Top-Häuser gegenüber der internationalen Konkurrenz benachteiligt. Das betrifft eben auch viele der Flaggschiff-Unternehmen, die im HDV organisiert sind. Ihre private oder B2B-Hauptzielgruppe denkt und bucht global. "Wer für den gleichen Preis statt drei Tagen Golfresort in Süddeutschland eine Woche samt Flug in einem gleichrangigen Haus in der Türkei buchen kann, der überlegt doch nicht lang", argumentiert der HDV-Präsident.

Gravierende Wettbewerbsnachteile

Das deutsche Hotel- und Gaststättengewerbe muss im Vergleich zum Ausland momentan gravierende Wettbewerbsnachteile schultern: Von 27 EU-Ländern entlasteten bereits 21 ihre Hoteliers durch reduzierte Umsatzsteuersätze, darunter sind auch fast alle neun Nachbarländer Deutschlands. Aber gerade in strukturschwachen, grenznahen Gebieten ist der Tourismus oftmals der Hauptarbeitgeber durch die steuerliche Schieflage besonders benachteiligt. "Ohne einschneidende steuerliche Verbesserungen wird unsere gastgebende Branche mittelfristig veröden. Charme und Regionalcharakter werden verschwinden. Internationale Ketten treiben dann die Filialisierung voran - und sie versteuern im Ausland. Das geht wiederum zu Lasten der Kommunen und der sozialen Sicherungssysteme des Bundes", so Aisenbreys Prognose, wenn es bei der 19 %-Besteuerung für Hotellerie und Gastronomie bleibt. Denn ohnehin seien extrem viele Kosten nicht an den Gast weiterzugeben, ob Gebühren für die GEMA, VG Wort oder verkappte Steuern wie mancherorts die Kurtaxe. Er betont, dass die Branchenverbände mit ihren Forderungen lediglich Chancengleichheit und Wettbewerbs-Fairness einklagen. Anders als bei Großkonzernen, Banken oder Automobilherstellern gehe es bei den Forderungen nicht um zusätzliche Finanzspritzen oder um Griffe in die Schatulle des Konjunkturprogramms. Langfristig beschere die Mehrwertsteuerabsenkung der Branche und all ihren Zulieferern gar ein hausgemachtes Konjunkturprogramm: Laut einer repräsentativen Umfrage des DEHOGA vom März 2009 wollen die 5.700 befragten Hoteliers knapp die Hälfte der Steuerersparnis - das sind branchenweit 1,8 Mrd. Euro - in Investitionen fließen lassen. Deutliche Spielräume ergeben sich ebenso für die Entlohnung und Qualifizierung des Personals und eine verbesserte Preisgestaltung. "So lässt sich nachhaltig die Zukunft des Tourismusstandorts Deutschland sichern", unterstreicht der HDV-Präsident.

Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V.

Die 1981 gegründete Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. (HDV) bündelt die fachlichen Kompetenzen führender Hoteliers. Derzeit engagieren sich hier 139 ordentliche Mitglieder und 46 Fördermitglieder aus allen relevanten Sparten der Zulieferindustrien. Der geschätzte Jahresnettoumsatz der ordentlichen Mitglieder beläuft sich auf deutlich mehr als 2 Mrd. Euro, die in rund 350 Häusern mit mehr als 40.000 Zimmern und etwa 20.000 Angestellten erwirtschaftet werden. Die Vereinigung dient als Interessenvertretung und Dialogplattform der Top-Hotellerie. Der HDV versteht sich als parteipolitisch und konfessionell neutral. Zu seinen Aufgaben gehören auch die Aus- und Weiterbildung, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Förderung des fachwissenschaftlichen Nachwuchses. So lobt der Verband jährlich den anspruchsvollen Wettbewerb "HDV Wissenschaftspreis Hotellerie" aus. Neue ordentliche Vereinsmitglieder müssen in der Regel im Minimum als 2 Mio. Euro Nettoumsatz, drei Sterne sowie mehr als 100 Zimmer nachweisen können.

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