Donnerstag, 08. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 347766

Armutsgefährdung der Hessen geringer als im Bundesdurchschnitt

(lifePR) (Wiesbaden, ) Im Jahr 2011 bestand für 12,7 Prozent der hessischen Bevölkerung eine Gefährdung durch relative Armut. Das entspricht etwa jedem achten Hessen. Wie das Hessische Statistische Landesamt aufgrund der Ergebnisse des Mikrozensus 2011 mitteilt, lag der Anteil der von Armut Gefährdeten in Hessen 2,4 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt von 15,1 Prozent. Lediglich in Baden-Württemberg (11,2 Prozent) und in Bayern (11,3 Prozent) waren weniger Personen von Armut bedroht.

Wie in den meisten anderen Bundesländern lag die Armutsgefährdung der Menschen in Hessen über dem Niveau des Jahres 2010 (Hessen: 12,1 Prozent). Im längerfristigen Vergleich hat das Armutsrisiko wieder den Wert des Jahres 2005 erreicht, als erstmals Ergebnisse zur Armutsgefährdung aus dem Mikrozensus berechnet wurden.

Entsprechend einer EU-Konvention gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn ihnen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Demnach galten im Jahr 2011 Einpersonenhaushalte mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 848 Euro als armutsgefährdet. An dieser Armutsgefährdungsschwelle (Bundesmedian), die für den Bund und die Länder einheitlich ist, orientieren sich die hier dargestellten Quoten.

Das Armutsrisiko scheint in einem hohen Maße von der individuellen Erwerbssituation abhängig zu sein. Erwerbslose mussten besonders häufig mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgefähr-dungsschwelle auskommen. Mit rund 47 Prozent war beinahe jeder Zweite ohne Job von Armut bedroht, von den Erwerbstätigen hingegen nur jeder Fünfzehnte (6,7 Prozent).

Geringqualifizierte trugen mit einem Anteil von gut 26 Prozent ebenfalls ein deutlich erhöhtes Ar-mutsrisiko. War der Geringqualifizierte gleichzeitig Haupteinkommensbezieher in einem Mehrperso-nenhaushalt, stieg das Armutsrisiko auf 35 Prozent. Hochqualifizierte hingegen trugen mit 4,4 Prozent ein deutlich geringeres Armutsrisiko.

Neben dem Erwerbsstatus hat die Zusammensetzung eines Haushalts Einfluss auf die Armutsgefähr-dung der darin lebenden Personen. Häufig von Armut gefährdet waren Alleinerziehende mit Kindern (35 Prozent) sowie Familien mit drei oder mehr minderjährigen Kindern im Haushalt (18 Prozent). Aber auch gut jeder fünfte Einpersonenhaushalt (21 Prozent) war einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Haushalte mit zwei oder mehreren Erwachsenen ohne Kinder sowie kleinere Familien mit ein oder zwei Kindern trugen ein deutlich geringeres Armutsrisiko (zwischen acht und zehn Prozent).

Besonders jüngere Menschen waren überdurchschnittlich oft von Armut gefährdet. Annähernd jedes siebte Kind unter 18 Jahren (15 Prozent) und jeder fünfte junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren (20 Prozent) waren armutsgefährdet. Bei den 50- bis unter 65-Jährigen hingegen traf dies nur auf zehn Prozent zu. Im Rentenalter lag die Armutsgefährdungsquote mit 12,6 Prozent im Durchschnitt der hessischen Gesamtbevölkerung.

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund war zudem mit einem Anteil von 23 Prozent mehr als doppelt so häufig von Armut betroffen wie die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (9,2 Prozent).

Diese und weitere umfangreiche Daten zu Armuts- und Sozialindikatoren sowie detaillierte methodische Erläuterungen finden Sie im Internet-Angebot der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter www.amtliche-sozialberichterstattung.de.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Wohnungsüberlassung an Tochter steuerlich nicht anerkannt

, Finanzen & Versicherungen, Wüstenrot & Württembergische AG

Wird eine Wohnung einem unterhaltsberechtigt­en Kind nicht gegen Geld überlassen, sondern im Rahmen der elterlichen Unterhaltspflichten zum Bewohnen...

Vorweihnachtliche Überraschungen statt aufwändiger Weihnachtsgeschenke

, Finanzen & Versicherungen, Taunus Sparkasse

Die Taunus Sparkasse verzichtet auch in diesem Jahr auf aufwändige Geschenke für Kunden und Geschäftspartner. Stattdessen spendet sie insgesamt...

Was tun gegen vereiste Windschutzscheiben?

, Finanzen & Versicherungen, Wüstenrot & Württembergische AG

Wer kennt das nicht? Die Temperaturen gehen gegen null, und schon sind die Scheiben am Auto vereist. Bei klirrender Kälte müssen Autofahrer dann...

Disclaimer