Sonntag, 11. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 345289

Lungenforschung als nationale und europäische Aufgabe:

Pressekonferenz des Deutschen Zentrums für Lungenforschung bei der Jahrestagung der European Respiratory Society - 4. September 2012. 11.15 h, Media Center

(lifePR) (Wien, ) Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung hebt im Rahmen einer Pressekonferenz die besondere Bedeutung von Lungenerkrankungen hervor. Die neu geschaffene Forschungsstruktur des Zentrums soll Translationsprozesse optimieren und so zu neuen Behandlungsmöglichkeiten führen.

Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) ist eines von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den letzten Jahren gegründet hat. Ziel ist es, die besten Forschungseinrichtungen deutschlandweit zu vernetzen, um mit optimierten Translationsprozessen zügig dringend benötigte, neue therapeutische Optionen zur Behandlung der großen Volkskrankheiten zu entwickeln. "Im Deutschen Zentrum für Lungenforschung arbeiten die führenden Pneumologen und Lungenforscher Deutschlands zusammen, um gemeinsam neue innovative Therapien zu entwickeln", sagt Prof. Werner Seeger, wissenschaftlicher Koordinator des DZL und Direktor des Standortes Gießen/Marburg/Bad Nauheim, bei der heutigen Pressekonferenz am Rande der Jahrestagung der European Respiratory Society.

Im DZL haben sich 18 Partner in fünf Standortverbünden deutschlandweit zusammengeschlossen. Prof. Tobias Welte, Direktor des Standortverbundes Hannover, erläutert die Ziele des DZL: "Wir haben ganz klar das Ziel, neue Therapien zu entwickeln. Deswegen fokussieren wir uns auf die gemeinsamen Krankheitsmechanismen, die den wichtigsten Lungenerkrankungen zu Grunde liegen." Im DZL sind dies Asthma und Allergien, chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), Mukoviszidose, akute Lungenschädigungen und Lungenversagen, diffuse parenchymatöse Lungenleiden sowie Lungenhochdruck, schwere Lungenerkrankungen im Endstadium und Lungenkrebs. Die Zukunft der Forschung liegt, das zeigt das Beispiel des DZL deutlich, in der Vernetzung. In Deutschland ist ein Zentrum für Lungenforschung entstanden, in welchem horizontale und vertikale Vernetzungen möglich geworden sind.

Auch im europäischen Kontext wird der Forschungsverbund eine starke Rolle einnehmen. Prof. Klaus F. Rabe, Präsident der European Respiratory Society und Direktor des DZL-Standortverbundes Nord, betont: "Das DZL hat Beispielcharakter. Durch die Vernetzung werden wir zu einem starken Team - und damit auf europäischer Ebene zu einem interessanten Ansprechpartner. Dabei helfen uns gemeinsame Plattformen, unter anderem die Biobanken."

Prof. Marcus Mall und Prof. Oliver Eickelberg, Direktoren der Standortverbünde Heidelberg und München, stellen im Rahmen der Pressekonferenz aktuelle Erfolge des DZL aus den Bereichen kindliches Asthma und Mukoviszidose vor, die neue Therapieoptionen in erreichbare Nähe rücken lassen.

Informationen zum DZL

Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung wurde 2011 durch die Bundesministerin für Bildung und Forschung vorgestellt. Fünf Standorte mit insgesamt 18 Partnern haben sich zusammengeschlossen, um die Herausforderungen in der Lungenforschung anzunehmen: Bereits jetzt ist weltweit jeder vierte Todesfall auf eine Lungenerkrankung zurückzuführen. Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert einen weiteren Anstieg.

Zu den Krankheitsbildern, denen sich das DZL widmet, gehören

- Asthma und Allergien
- chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Mukoviszidose / Zystische Fibrose
- akute Lungenschäden und Lungenentzündung (Pneumonie)
- interstitielle Lungenerkrankungen
- Lungenhochdruck
- schwere Lungenerkrankungen im Endstadium
- Lungenkrebs

Das DZL erforscht diese Erkrankungen an Hand von drei gemeinsamen Mechanismen:

- Im Mittelpunkt stehen zum einen entzündliche Prozesse, die bei infektiösen und nicht-infektiösen Lungenerkrankungen gleichermaßen Bedeutung haben.
- Außerdem werden Reparaturprozesse erforscht, die es der Lunge ermöglichen können, sich fast komplett zu regenerieren.
- Der dritte Fokus wird auf Proliferationsprozesse, also Wucherungen, gerichtet, die bei gutartigen und bösartigen Lungenerkrankungen vorkommen und die den an filigrane Strukturen gebundenen Gasaustausch maßgeblich beeinträchtigen können.

Folgende Partner bilden die Standortverbünde des DZL:

1. Borstel / Lübeck / Kiel / Großhansdorf: Airway Research Center North (ARCN)

- Forschungszentrum Borstel
- Universität zu Lübeck
- Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
- Krankenhaus Großhansdorf - Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie

Standortdirektor: Prof. Dr. Klaus F. Rabe

2. Gießen / Marburg / Bad Nauheim: Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC)

- Justus-Liebig-Universität Gießen
- Philipps-Universität Marburg
- Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim

Standortdirektor: Prof. Dr. Werner Seeger, zugleich Vorstandsvorsitzender und Sprecher des DZL

3. Hannover: Biomedical Research in Endstage and Obstructive Lung Disease (BREATH)

- Medizinische Hochschule Hannover
- Leibniz Universität Hannover
- Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin in Hannover

Standortdirektor: Prof. Dr. Tobias Welte

4. Heidelberg: Translational Lung Research Center Heidelberg (TLRC-H)

- Universitätsklinikum Heidelberg
- Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
- European Molecular Biology Laboratory (EMBL)

Standortdirektor: Prof. Dr. Marcus Mall

5. München: Comprehensive Pneumology Center Munich (CPC-M)

- Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Klinikum der Universität München

Standortdirektor: Prof. Dr. Oliver Eickelberg

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

"Mit dieser Diagnose wird Politik betrieben"

, Medien & Kommunikation, Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V.

In vielen Medien wurde und wird Donald Trump als Narziss bezeichnet, also als kranker Mann, der sich anschicke, als mächtigster Mann der Welt...

Kein Fortschritt beim Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Europa

, Medien & Kommunikation, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland / Süddeutscher Verband KdöR

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat das Europäische Büro für Kriegsdienstverweige­rung (EBCO) seinen Jahresbericht...

Menschenrechtstag: Kirchen zur Unverfügbarkeit der menschlichen Würde

, Medien & Kommunikation, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland / Süddeutscher Verband KdöR

Um Achtung und Schutz der Menschenwürde müsse in vielen Bereichen ständig gerungen werden, schreiben die römisch-katholische, die christkatholische...

Disclaimer