Dienstag, 06. Dezember 2016


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Januar 2010 beginnt im HAU mit einer Reihe von Premieren

(lifePR) (Berlin, ) Nach ihrer preisgekrönten Inszenierung "Ein Warngedicht" (BRÜDER-GRIMM-PREIS 2009) adaptieren Branka Prli? und Tamer Yi?it den Film "Hass" (1995) des französischen Regisseurs Mathieu Kassovitz für das Theater. Fünfzehn Jahre nach den Randalen in den Pariser Banlieus, worauf Kassovitz' Filmerzählung basiert, kochen immer wieder plötzlich auftretende Auseinandersetzungen zwischen Polizei und rebellierendem Mob hoch. Wie bei den gewaltsamen Ausbrüchen 2008 in Griechenland werden die schlafenden Vulkane Europas sichtbar. Prli? und Yi?it produzieren mit den Darstellern aus "Ein Warngedicht", dem Schauspieler Christoph Bach, dem freien Kulturaktivisten Danny Bruder und den Musikern Volkan T. und Dissput einen Soundtrack des Protests.

Hans Werner Kroesinger erzählt in "CAPITAL politics" eine exemplarische Geschichte. Im Jahr 2009 wurde nicht nur der 60.Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland gefeiert, sondern auch das 20. Jubiläum des Mauerfalls in einer Republik blühender Landschaften. Ein guter Zeitpunkt, um einen Blick auf die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu werfen. Wer eignet sich dafür besser als der legendäre Unternehmer Friedrich Flick? In der Geschichte des Hauses Flick kommen viele Themen zusammen, Auf- und Abstieg eines Industriellen, die Grauzone der Verbindung von Wirtschaft und Politik, spektakuläre feindliche Firmenübernahmen im Zuge der Arisierung, Gewinnmaximierung durch Einsatz von Zwangsarbeitern und das Feld der Kunst als Bereich von ökonomischer und Image Investition. Flick gilt vielen als der Prototyp des Unternehmers dessen Ziel Macht und Einfluß um jeden Preis ist, der Historiker Kim Christian Priemel bezeichnet Flicks Methode als einen systematisch kalkulierbaren "Systemopportunismus", der eine beträchtliche Risikoverminderung bei einem Höchstmaß an Kontrolle sichert.

Es gibt ein bestimmtes Bild vom Mittelalter. Dunkel soll es gewesen sein, voller Gefahren und Krankheiten, voller Irrglauben und Gottesbeweisen. Showcase Beat Le Mot zweifelt an diesem Bild und bringt Licht ins Dunkel. Nicht nur mit ein paar Kerzen, mit ganzen Bataillonen von Lampen werden sie in "1534 n.Chr." die düstersten Ecken beleuchten und dem festgefahrenen Bild des Mittelalters eigene Bilder hinzufügen.

"The true Story of John Webber and his endless struggle with the Table of Content" ist das erste Bühnenstück der israelischen Bildenden Künstlerin Keren Cytter und entstand in Zusammenarbeit mit D.I.E. Now (Dance International Europe), einer jüngst von Cytter gegründeten Tanzkompagnie. Der politische Aktivist John Webber und die Grafikdesignerin Linda Schultz erwachen eines Morgens und stellen fest, dass sie einem unerwarteten wie radikalen Geschlechtertausch unterzogen wurden. Die Auswirkungen dieses Ereignisses haben einen Dominoeffekt auf die Gesellschaft, Sexualpolitik und Identität und münden letztlich in einer Revolution. Den Weg dorthin erzählt Cytter spielerisch mit Film, Sprache, Bildern, Choreografie, Performance und Lichtprojektionen. Inspiration für "The True Story..." fand Cytter u.a. bei Pina Bausch, der Batsheva Dance Company, Samuel Beckett, Disney on Ice, Michael Jackson, Yvonne Rainer und dem Dancefloor-Hit der 80er-Jahre, Lambada, um daraus ein Stück zu erarbeiten, das sich seinem Thema mit viel Einblick und Humor annimmt.

In "MARIENBAD::coming soon", der aktuellen Produktion von mikeska:plus:blendwerk, taucht der Zuschauer in ein Kinofoyer und in eine Filmschleife aus Begegnung und Verwirrung ein. Musik, Abspann. Eine Filmvorführung geht ihrem Ende entgegen. Das Publikum gelangt in ein Kinofoyer. Will man den Plakaten an den Wänden Glauben schenken, lief zuletzt der Film "Letztes Jahr in Marienbad" von Alain Resnais und Alain Robbe-Grillet. Wie von selbst startet der Film erneut, generiert eine sich wiederholende Zeitschleife, ein Raum-Zeit-Labyrinth, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihre Bedeutung verloren haben und das seine Gefangenen, beim Versuch es zu verlassen, nur noch tiefer in sein Inneres hineinführt.

Die 7. Ausgabe des Festivals CONTEXT - Plattform für zeitgenössischen Tanz trägt den Titel "Anästhesie der Gefühle". Ausgangpunkt der Programmgestaltung ist die Beobachtung, dass Emotionen in jüngster Zeit besondere Aufmerksamkeit zukommt. Dabei ist jedoch unklar, ob wir es mit einer Konjunktur oder einer Tabuisierung von Gefühlen zu tun haben. Während in diversen wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsprojekten von einem "emotional turn" die Rede ist, werden im Feuilleton kontroverse Debatten über die Schicklichkeit Gefühle zu thematisieren geführt. Wie steht es also um unser individuelles und kollektives Gefühlsleben? Sind Gefühle auf dem Vormarsch oder werden sie zunehmend verdrängt?

Eröffnet wird das Festival mit dem Gruppenstück "Sweet Dreams are made" der Choreografinnen Simone Aughterlony und Isabelle Schad, die einen Zustand untersuchen, den wir alle kennen: das Träumen. Ausgehend von einer im Bekanntenkreis durchgeführten Traum-Sammlung bringen sie Bilder und Szenen auf die Bühne, die Erinnerungen an Filme von Luis Buñuel, David Lynch und George Romero wach rufen.

Mette Ingvartsen zeigt die performative Installation "Evaporated Landscapes". Auf der Bühne agieren keine Körper, sondern flüchtige Materie wie Licht, Klang, Nebel und Schaum. Manche dieser Landschaften sehen aus wie Imitationen der Natur, andere lassen an ein Feuerwerk oder an ein Gebirge aus der Vogelperspektive denken.

Um das Zusammenspiel von Klang, Licht und Bewegung geht es auch in den Performances, die zur Eröffnung der 10. Ausgabe des Club Transmediale im Rahmen von CONTEXT gezeigt werden. Der Klangkünstler Jacob Kirkegaard erforscht das akustische Phänomen von "singendem Sand". Das Künstlerkollektiv Transforma zeichnet den Prozess der eigenen Bildherstellung in der Werkstatt auf und lässt daraus abstrakte Bildwelten entstehen. Und der japanische Tänzer und Choreograph Hiroaki Umeda präsentiert ein minimalistisches Solo zu einer abstrakten Lichtanimation, in dem er eine extreme Spannung zwischen realer Körperlichkeit und medialer Entkörperlichung herstellt.

In ihrem autobiografischen Monolog "Look Mummy, I'm Dancing" erzählt die 1948 geborene transsexuelle Schauspielerin Vanessa Van Durme ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte. Sie schildert die eigene Verwandlung von einem schüchternen Jungen in eine extrovertierte Frau, berichtet von ihrer 1975 in Marokko vorgenommenen Geschlechtsumwandlung und dem ersten Sex als Frau. So kurios und komisch ihre Anekdoten auch sind: der auf der Suche nach der eigenen Identität durchlittene Schmerz bricht immer wieder hervor.

Ambivalente Situationen zwischen Angst und Lust präsentiert Ibrahim Quraishi in seiner performativen Installation "Wild Life Take Away Station". Im Zentrum des Geschehens stehen ein ungleiches Paar und ein Geheimnis, das im Verlauf der Vorstellung scheinbar gelüftet wird.

Mit einer neuen Veranstaltungsreihe will Christoph Gurk, Musikkurator am HAU, dem Trend zur Kommerzialisierung und Konformität des Konzertbetriebs eine Veranstaltungsreihe entgegensetzen. "Life Is Live - Musik, Diskurs, Performance" bringt avancierte popmusikalische Praxis und kulturtheoretische Reflexion zusammen.

Den Eröffnungsvortrag hält Simon Frith, einer der Gründerväter der britischen Cultural Studies. Gegenwärtig forscht der an der Universität Edinburgh lehrende Kulturtheoretiker über das Konzert als Geschäftsmodell und als Ort sozialer Erfahrungen. Simon Frith wird im Rahmen des von Jens Balzer mitkuratierten Diskussionsteils über den "Wert von Live-Musik" sprechen.

Der musikalische Beitrag zur Auftaktsequenz am 15. und 16. Januar wartet mit einer kleinen Sensation auf. Hendrik Weber, alias PANTHA DU PRINCE, einer der führenden Exponenten hochgradig verfeinerter minimalistischer Elektronik mit konzeptuellem Tiefgang, präsentiert zum ersten Mal das Material seines im Februar auf Rough Trade erscheinenden Albums "Black Noise". Zu den vielen prominenten Gästen, die an dieser Veröffentlichung mitgewirkt haben. zählt NOAH LENNOX. Unter dem Namen PANDA BEAR gehört er zu den kreativen Köpfen des aus Baltimore, Maryland, stammenden Ensembles ANIMAL COLLECTIVE. Vor dem Auftritt von Pantha du Prince präsentiert Noah Lennox, der auf seinem letzten Album "Person Pitch" mit euphorisierenden Loops voller Reminiszenzen an die Beach Boys bei Kritikern und Musikhören gleichermaßen für Furore sorgte, zum ersten Mal in Berlin ein Solo-Programm.

Am Tag darauf freuen wir uns auf ERIC D. CLARK, JUSTUS KÖHNCKE und HANS NIESWANDT, die zum Abschluss der ersten Sequenz wieder gemeinsam als WHIRLPOOL PRODUCTIONS auftreten. Vorher präsentiert die Sängerin und Performerin NIOBE, zum ersten Mal seit fünf Jahren in Berlin, hinreißende Stimmakrobatik und musikalische Grenzüberschreitungen von höchster Raffinesse.

"Jean Luc" ist ein dreitägiger, offener und transparenter Think-Tank. Er schließt thematisch an das atoms&bits Festival 2009 an. Arbeit und Leben verändern sich rapide. Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit wird eine global vernetzte und partizipative Gesellschaft möglich.

Das Programm am Freitag Abend (kommentierte Film-Screenings), Samstag Abend (Revue) und Sonntag (Kaffeetabletalk) erörtert Fragen wie: Welche Auswirkungen hat all das auf unser Leben, auf unsere Formen zu arbeiten, zu lernen, zu lieben, zu konsumieren, zu produzieren, sich politisch zu agieren, auf Kunst und Kultur? Wie wollen wir diese Entwicklung gestalten?

Außerdem zeigen wir im Januar ein Gastspiel des NT Gent: "Underground", nach "Die Kontrakte des Kaufmanns" von Elfriede Jelinek, inszeniert von Johan Simons.

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