Freitag, 09. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 543626

Notfallversorgung auf neue Füße stellen

Fit für den Demographischen Wandel

(lifePR) (Köln, ) Unsere Gesellschaft wird immer älter und damit kränker. Gleichzeitig sinkt die Zahl derpraktizierenden Ärzte. Die Frage nach der richtigen Verteilung und dem optimalen Einsatz von Ärzten im Rettungsdienst, Krankenhausnotdienst und Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte wird somit immer mehr zur zentralen Frage der Gesellschaft und der Ärzteschaft.

Bisher gibt es im Gesundheitswesen keine festgelegten Vorgehensweisen für die Patientenbetreuung im Notfall. Die Folge: Nicht planbare Patientenaufkommen in Notaufnahmen führen z.B. zu einer Überschreitung der Behandlungskapazitäten. Schwerkranke Patienten konkurrieren mit leicht Erkrankten.

Mit dem aktuellen GKV-Versorgungsstärkungsgesetz, § 75, 1b, fordert der Gesetzgeber nun endlich die Kooperation zwischen Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst, Notarzt und Krankenhäusern. Eine Reform des Bereitschaftsdienstes ist notwendig, aber die bisherigen Vorschläge der Kassenärztlichen Vereinigung greifen zu kurz und gehen in die falsche Richtung. Die Bevölkerung und Hausärzte lehnen mehrheitlich die Reform ab.

Der Hausärzteverband Nordrhein sieht Nachbesserungsbedarf in folgenden Positionen:

- Reduktion des Leistungsangebotes auf den Versorgungsauftrag laut SGB V
- Überprüfung der Notwendigkeit unterschiedlicher Fachnotdienste und Harmonisierung der Angebotspalette
- Definition einer notwendigen Erreichbarkeit der Notdienstpraxen (Zeit + Ort)
- Definition eines angemessenen Fahrdienstes
- Definition einer Triage-Strategie zur Reduktion der fehlerhaften Inanspruchnahme
- gleiche Belastung im Notdienst
- Einsatz von Poolärzten zu festen Stundenhonoraren
- Zuschnitt der Fahrdienstbezirke auf machbare Strukturen
- Verteilung der NDP nach regionalen Anforderungen
- Einheitlicher Ausstattung der NDP
- Einheitliches qualitätsgesichertes Angebot

Der Hausärzteverband Nordrhein e.V. setzt sich für ein sektorenübergreifendes zentrales Triage- System im Bereitschaftsdienst, im Notfalldienst und im Rettungsdienst ein. International erprobte Triage-Systeme legen eindeutig die Reihenfolge der Behandlung von Patienten fest und weisen diese dem geeigneten Behandlungsort zu, ohne die Qualität der Versorgung zu gefährden. Umfragen unter Patienten zu solchem an die Dringlichkeit angepasstem Versorgungssystem zeigen eine verbesserte Zufriedenheit bei den Betroffenen.

In einem ersten Treffen am 17.06.2015 haben sich Krankenhausärzte, Ärzte des Rettungsdienstes und des KV-Systems für die Einführung eines solchen sektorenübergreifendes Triage- Systems ausgesprochen.

Bisherige Positionspapiere des Hausarztverbandes finden Sie auf der Homepage des Verbandes: www.Hausaerzte-Nordrhein.de

Hausärzteverband Nordrhein e.V

Der Hausärzteverband Nordrhein e.V. ist der regionale Berufsverband der Vertragsärzte. Er repräsentiert 60 % der hausärztlichen Versorgerpraxen gegenüber Ärztekammern, Kassenärztlichen Vereinigungen, Krankenkassen und Landesministerien. Sein Ziel: Erhalt der flächendeckenden medizinischen Versorgung, Gewährleistung einer individuellen medizinischen Begleitung, Sicherstellung der medizinischen Notfallversorgung.

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