Dienstag, 06. Dezember 2016


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Notdienst - Cui bono?

Wo bleibt der Arzt?

(lifePR) (Köln, ) Der ärztliche Notdienst ist und bleibt ein emotionales und Ressourcen raubendes Thema. Über 70 Millionen Euro werden allein in Nordrhein jährlich für den KV-Bereitschaftsdienst ausgegeben. Die Zahlen der Rettungsdienste sind alarmierend: In den letzten 10 Jahren sind die Einsätze um 40 Prozent angestiegen. Gleiches gilt für die Notaufnahmen in den Krankenhäusern. Nicht bekannt ist, wie hoch ist der Anteil an Schwerkranke in der Notfallversorgung ist.

Je nach Versorgungsebenen werden 50 Prozent bis 90 Prozent der Einsätze als nicht indiziert eingestuft und eine Regelversorgung am Folgetag hätte ausgereicht. Dennoch muss oft erst ein Arzt eingeschaltet werden um diese Frage zu lösen.

Cui bono?

Die Belegung von Krankenhausbetten wird im Wesentlichen über die Aufnahmeambulanzen gesteuert. Sie ist von zentraler Bedeutung für eine ausreichende Zahl an Patienten und Belegung und damit für die finanzielle Entwicklung eines Krankenhauses. Für die Ärzte im Krankenhaus bedeutet das Akkordarbeit und endlose Diagnostikschleifen um auch die therapeutischen Benchmarks zu erreichen. In diesem System bleiben der Patient als Mensch und auch der Arzt auf der Strecke.

Cui bono?

Der Rettungsdienst ist durch das Rettungsgesetz des Landes NRW vollfinanziert. Wenn es notwendig ist, können die Kapazitäten des Notdienstes aufgestockt werden. Die hohen Einsatzzahlen sprechen hier eine deutliche Sprache, nach Experteneinschätzung handelt es sich in 90 Prozent der Fälle jedoch um Fehleinsätze. Die Ursache hierfür ist bereits in der Telefonzentrale des Bereitschaftsdienstes der Vertragsärzte zu finden. Über die Warteschleifenansage muss sich der Anrufer für die Notfallausrichtung Aufsuchen des Sitzdienstes, Fahrdienst oder Kinderärztlicher Dienst entscheiden. Da wird die Wahl dann oft zur Qual.

Die fehlerhafte Selbsteinschätzung und Auswahl der Notdienstform durch die Patienten können dazu führen, dass der Patient mit Schnupfen neben dem Patienten, der gerade reanimiert werden muss, ins Krankenhaus eingeliefert wird. Beide konkurrieren um die Hilfe durch den Bereitschaftsarzt.

Cui bono?

Der Hausarztverband Nordrhein e.V. fordert die Einführung eines von besonders geschulten Mitarbeiten gestützten Triagesystems, in dem die Ressource Arzt auf der Ebene eingesetzt, wo sie sofort nötig ist. Aus Studien belegen, dass die Zufriedenheit der Patienten durch dieses Vorgehen zunimmt. Die Kosten eines solchen Systems sind im Vergleich zum aktuell bestehenden System deutlich niedriger. Allerdings braucht Umsetzung eines solchen Triagesystems genügend Vorbereitungszeit und keinen "blinden" Aktionismus.

Wie weise wäre die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KV NO) am 26.06. gewesen über ein alternatives Konzept des Notfalldienstes nachzudenken und in Kooperation mit den Kollegen in den Krankenhäusern ein gut durchdachtes, am patientenorientiertes und finanzierbares System aufzubauen. Der jetzt gewählte Weg über die Krankenhausgesellschaft bringt weder Patientenzufriedenheit noch Kostenerleichterung. Und wo bitte sollen die Ärzte herkommen, die in all den Krankenhäusern Dienst tun?.

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