Sonntag, 22. Januar 2017


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Winn sieht Regierungspläne gegen Ärztemangel skeptisch

Numerus clausus abschaffen?

(lifePR) (Berlin, ) Eher skeptisch als überzeugt hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Prof. Dr. Kuno Winn, auf die jüngsten Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler zur Abschaffung des Numerus clausus für Medizinstudenten reagiert.Zwar sei grundsätzlich zu begrüßen, dass Rösler im Gegensatz zu zahlreichen seiner Vorgänger den Ärztemangel als Fakt und Problem diagnostiziert habe. Die von ihm vorgeschlagene Therapie lasse aber isoliert betrachtet - über eine Placebo-Wirkung hinaus -keine Besserung erwarten. "Ein ausblutendes System so lange per 'Druckbetankung' mit Medizinstudierenden aufzufüllen, bis schließlich eine ausreichende Zahl ausgebildeter Ärzte im System verbleibt und nicht - wie bisher - in hoher Zahl außerhalb der kurativen Medizin tätig wird, ist schon angesichts der enormen Ausbildungskosten gesellschaftspolitisch nicht zu verantworten", sagte Winn. Auch die Pläne, stärker als bisher auf die Zulassung durch Auswahlgespräche zu setzen, beurteilte Winn angesichts des erforderlichen Aufwandes der Fakultäten als unrealistisch.

Eher unwahrscheinlich ist es nach Einschätzung des Hartmannbund-Vorsitzenden auch, dass ein 18-jähriger angehender Studierender im Rahmen des angedachten Projektes "Landarztquote" bereit sei, sich darauf festzulegen, wo er in mehr als zehn Jahren zu praktizieren gedenke. Auch Überlegungen der CDU, dem Ärztemangel in der Fläche durch Zweitpraxen mit angestellten Ärzten zu begegnen, gehe an der Tatsache vorbei, dass ebenfalls Kliniken bereits heute über den Mangel an Medizinern klagten und viele Stellen nicht besetzt werden könnten. "Am Ende geht kein Weg daran vorbei, dass Ärztemangel dauerhaft nur über die Attraktivität des Berufsbildes behoben werden kann", sagte Winn. Das schließe zwar auch weiterhin Einzelmaßnahmen nicht aus, mache aber deutlich, dass diese ohne ein schlüssiges Gesamtkonzept wirkungslos blieben.

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